
Ihnen werden eine höhere Energiedichte, geringeres Gewicht und bessere Sicherheit zugeschrieben. Dennoch rufen Behauptungen über vollständig fertige und bereits fast serienreife Lösungen regelmäßig Zweifel bei Fachleuten hervor. Dieser Beitrag beleuchtet, warum die lautstarken Ankündigungen zu „revolutionären“ Festkörperbatterien bisher keine Bestätigung in der realen Technologie gefunden haben.
Probleme der heutigen Batterien
Moderne Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge zeichnen sich durch hohes Gewicht, hohe Kosten und begrenzte Lebensdauer aus. Ein typisches Batteriepaket kann etwa 500 kg wiegen, bei großen Modellen sogar über 1.200 kg. In Bezug auf die Energiereserve entsprechen solche Akkus oft nur 20–25 Litern Kraftstoff. Gleichzeitig dauert das Laden Stunden, in manchen Fällen deutlich länger, was den Alltagsbetrieb stark einschränkt.
Gerade vor dem Hintergrund dieser Einschränkungen werden Verbesserungen im Batteriebereich häufig als großer technologischer Durchbruch wahrgenommen – selbst wenn es sich nur um Teilerfolge handelt.

Erwartungen an Festkörper-Technologien
Festkörperbatterien sollen theoretisch den flüssigen Elektrolyten durch einen festen ersetzen, was die Energiedichte steigern und das Brandrisiko senken könnte. Im Idealfall würde dies das Batteriegewicht bei gleicher Energiereserve etwa halbieren und die Lebensdauer erhöhen.
Solche Verbesserungen heben jedoch die grundlegenden Einschränkungen nicht auf. Die Ladezeit hängt weiterhin von den Kapazitäten der Stromnetze und der Stromerzeugung ab, und die Infrastrukturanforderungen bleiben hoch. Zudem ist der Übergang von Labormustern zur industriellen Fertigung mit erheblichen technologischen Hürden verbunden.
Skepsis der Experten
Eine neue Diskussionswelle entstand nach Aussagen eines kleinen Unternehmens über angeblich fertige Festkörperbatterien mit Eigenschaften, die gleichzeitig hohe Kapazität, schnelles Laden, Beständigkeit gegen extreme Temperaturen und lange Lebensdauer versprechen. Branchenexperten halten solche Parameter aus Sicht der Physik und Materialwissenschaft für widersprüchlich.
Der Leiter eines großen Batterieherstellers in China erklärte öffentlich, dass Batterien in der beschriebenen Form derzeit nicht existieren und dass Ankündigungen eines baldigen Serienstarts den Markt irreführen. Seiner Ansicht nach sind selbst grundlegende Forschungen in diesem Bereich noch nicht skalierbar.

Investitionen und Realität
Experten stellen fest, dass Ankündigungen über „fast fertige“ Festkörperbatterien häufig genutzt werden, um die Aufmerksamkeit von Investoren zu gewinnen. In den vergangenen Jahren wurden wiederholt konkrete Produktionsstarttermine genannt, die anschließend verschoben oder stillschweigend aus der Öffentlichkeit verschwanden. Alternative Ansätze mit halbfestem Elektrolyt lieferten ebenfalls keinen grundlegenden Leistungssprung.
Fazit
Festkörperbatterien bleiben ein vielversprechendes, aber derzeit noch fernes Entwicklungsfeld. Keine der angekündigten „revolutionären“ Technologien hat den Weg in die Serienanwendung gefunden, und die erwarteten Vorteile lösen die zentralen Probleme des elektrischen Transports bisher nicht. Echter Fortschritt in diesem Bereich erfordert Zeit, grundlegende Forschung und eine nüchterne Einschätzung der Möglichkeiten – statt lauter Versprechungen über fertige Lösungen.