
Technische Daten Volkswagen Passat B7 entsprechen auf dem deutschen Markt weitgehend den europäischen Spezifikationen, mit klarem Schwerpunkt auf Dieselaggregaten und einem begrenzten Angebot an Benzinvarianten. Der Beitrag beleuchtet die wichtigsten Motoren, Getriebe, Abmessungen und betriebsrelevanten Besonderheiten dieser Baureihe. Design, Innenraum, Ausstattungslinien und typische Schwachstellen werden in separaten Artikeln der Serie ausführlich behandelt.
Motoren und Getriebe
Während der gesamten Bauzeit (2010–2015) bot der Passat B7 eine breite Motorenpalette. Auf dem deutschen Markt dominierten die Dieselversionen 2.0 TDI, ergänzt durch die Benziner 1.4 TSI und 1.8 TSI. Die starken Varianten 3.6 V6 FSI sowie frühe 1.6 MPI waren selten und meist als Importe auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu finden. Allradantrieb 4Motion gab es vor allem beim Alltrack und bei ausgewählten Dieselmodellen.
Die in Deutschland am häufigsten anzutreffenden Motorisierungen:
| Motorart | Hubraum | Leistung, PS | Getriebe | Antrieb |
| Benzin (TSI) | 1.4 | 122 | 6-Gang-Schaltgetriebe / 7-Gang-DSG (DQ200) | Front |
| Benzin (TSI) | 1.4 | 150–160 (Twincharger) | 6-Gang-Schaltgetriebe / 7-Gang-DSG | Front |
| Benzin (TSI) | 1.8 | 152–160 | 6-Gang-Schaltgetriebe / 6-Gang-DSG (DQ250) / 7-Gang-DSG | Front |
| Benzin (TSI) | 2.0 | 210 | 6-Gang-DSG (DQ250) | 4Motion |
| Diesel (TDI) | 1.6 | 105 | 5-Gang-Schaltgetriebe / 7-Gang-DSG | Front |
| Diesel (TDI) | 2.0 | 140 | 6-Gang-Schaltgetriebe / 6-Gang-DSG | Front |
| Diesel (TDI) | 2.0 | 170 | 6-Gang-DSG | Front / 4Motion |
| Benzin (V6 FSI) | 3.6 | 300 | 6-Gang-DSG / 6-Gang-Automatik | 4Motion |
Hinweis: Die 3.6-V6- und 2.0-TSI-210-PS-Versionen mit Allrad waren in Deutschland deutlich seltener und stammten meist aus US-Importen oder anderen Märkten – sie gehörten nicht zur Serienausstattung in Europa.

Abmessungen und Gewichte
Die Außenmaße des Passat B7 sind nahezu identisch mit dem Vorgänger B6, lediglich durch geänderte Stoßfänger gab es minimale Anpassungen. Die Werte variieren je nach Karosserie (Limousine oder Variant) und Ausstattung nur geringfügig.
| Parameter | Limousine | Variant |
| Länge, mm | 4765–4771 | 4771–4776 |
| Breite (ohne Spiegel), mm | 1820 | 1820 |
| Höhe, mm | 1472–1516 | 1516–1520 |
| Radstand, mm | 2712 | 2712 |
| Leergewicht, kg (ca.) | 1450–1650 | 1500–1700 |
| Zulässiges Gesamtgewicht, kg (ca.) | 1950–2200 | 2000–2250 |
Werte gemittelt über die gängigsten Varianten (1.8 TSI und 2.0 TDI). Alltrack-Modelle bieten ca. 165 mm Bodenfreiheit gegenüber den serienmäßigen 135–150 mm.
Modellpflege und Jahres-Updates
Da der B7 bereits eine umfangreiche Modellpflege des B6 war, gab es keinen klassischen Midlife-Facelift. Die wichtigsten Änderungen erfolgten schrittweise:
- 2010–2011: Produktionsstart, Einführung 1.4 TSI (122/160 PS), 1.8 TSI, 2.0 TDI (140/170 PS), 7-Gang-Trocken-DSG DQ200 bis 250 Nm.
- 2011–2012: Alltrack mit Allrad und 2.0 TSI/TDI, Verbesserungen bei Geräuschdämmung und Fahrwerk.
- 2012–2013: Software-Update DSG (bessere Haltbarkeit DQ200), Einführung BlueMotion-Versionen mit reduziertem Verbrauch (vor allem 1.6/2.0 TDI).
- 2013–2015: Abschließende Optimierungen Abgasnorm (Euro 5 → teilweise BlueTDI Euro 6), verbesserte DSG-Mehatronik-Zuverlässigkeit, teilweiser Tausch von Steuerkettenelementen bei TSI-Motoren.
Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt dominieren daher ab 2012 gebaute Fahrzeuge mit den überarbeiteten Motoren und Getrieben – sie gelten als deutlich robuster.
Betriebserfahrungen und technische Hinweise
Auf dem deutschen Markt sind die 2.0 TDI mit 140–170 PS und 6-Gang-DSG (DQ250 „nass“) bis heute die mit Abstand beliebtesten Versionen – sie vereinen gute Wirtschaftlichkeit mit ausreichender Dynamik. Realverbräuche (aus Foren, ADAC und Kleinanzeigen-Auswertungen):
- 2.0 TDI DSG — 5,5–6,8 l/100 km kombiniert;
- 1.8 TSI DSG — 7,2–8,8 l/100 km;
- 1.4 TSI — 6,5–8,0 l/100 km.
Motorzuverlässigkeit: Der 2.0 TDI ab ca. 2010/2011 zählt zu den solidesten Aggregaten der Baureihe – vorausgesetzt man tankt qualitativ hochwertigen Diesel und hält die Serviceintervalle ein. Bei den Benzinern 1.8/1.4 TSI sind Steuerkette, Ölkohle und Turbolader (besonders Twincharger) die Hauptsorgenkinder. Frühe 7-Gang-DSG DQ200 bis 2013 neigen bei viel Stadtverkehr zu Mechatronik-Überhitzung und Kupplungsverschleiß.
Ersatzteile sind dank hoher Stückzahlen günstig und überall verfügbar. Die Reparaturfreundlichkeit ist gut, allerdings sollten DSG und TSI-Turbos nur in versierten Fachwerkstätten angegangen werden.
Fazit & beste Wahl für Deutschland
Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt gilt die Kombination 2.0 TDI (140–170 PS) mit 6-Gang-DSG (DQ250 nass) und Frontantrieb als der sweet spot: stark genug, sparsam, moderater Unterhaltsaufwand und sehr gute Restwertstabilität.
Die Benziner (vor allem 1.8 TSI mit DSG) eignen sich für Fahrer, die mehr Laufruhe und Durchzug wollen und mit etwas höherem Verbrauch leben können. Alltrack-Modelle sind für schlechte Straßen oder Winter geeignet, kosten aber spürbar mehr im Unterhalt.
Beim Kauf unbedingt ab Baujahr 2012/2013 mit lückenloser Scheckhefthistorie wählen – besonders wichtig: DSG-Ölwechsel alle 60.000 km und Steuerkettenkontrolle bei den TSI-Motoren.
Bei sorgfältiger Auswahl und Pflege bleibt der Passat B7 ein äußerst praktisches, langlebiges und komfortables Fahrzeug der oberen Mittelklasse.