
Ein Unternehmen, das bisher vor allem für Haushaltsgeräte bekannt war, hat mit der spektakulären Vorstellung eines Elektrofahrzeugs für Aufsehen gesorgt – dessen Äußeres eindeutig an die seltensten und teuersten Bugatti-Modelle anknüpft. Diese Geschichte zeigt exemplarisch aktuelle Marketingstrategien und die Grenzen des Erlaubten im Automobildesign.
Warum Newcomer auf Provokation setzen
Ein Auto von Grund auf zu entwickeln ist heute technisch einfacher als vor Jahrzehnten. Deutlich schwieriger bleiben die Zulassung, der Aufbau einer Serienproduktion und vor allem das Gewinnen des Vertrauens der Kunden. Für ein Unternehmen ohne Automobilvergangenheit ist das eine besonders große Herausforderung – viele Neueinsteiger versuchen daher, mit möglichst auffälligen Konzepten Aufmerksamkeit zu erregen.
Dreame Technology hat genau diesen Weg gewählt. Das Unternehmen, das sich mit Staubsaugern und anderer Haushaltstechnik einen Namen gemacht hat, kündigte an, das Geschäft über den gewohnten Bereich hinaus auszuweiten und präsentierte ein Elektro-Hypercar-Projekt.

Entwicklung des Konzepts und Imagewandel
Die ersten Bilder, die im Herbst auftauchten, lösten hitzige Diskussionen aus – wegen der offensichtlichen Ähnlichkeit zum Bugatti Chiron. Die viertürige Karosserie und der elektrische Antrieb verbargen nicht, dass das Design stark vom französischen Markenhersteller inspiriert war. Die Lage änderte sich nach Ankündigungen über mögliche Fabrikpläne in Europa und einen Markteintritt im Westen.
Kurz darauf zeigte Dreame eine überarbeitete Version. Das neue Erscheinungsbild kopiert den Chiron nicht mehr direkt, ist aber weiterhin klar vom extrem seltenen Showcar Bugatti Brouillard beeinflusst. Die markantesten Merkmale wie der hufeisenförmige Kühlergrill und das Seitenprofil verschwanden, was das Risiko direkter rechtlicher Ansprüche minderte.
Angegebene Technikdaten
Technisch wirkt das Projekt nicht weniger ambitioniert. Der Hersteller gibt eine Gesamtleistung von mindestens 1.000 PS an sowie einen Sprint von 0 auf 100 km/h in rund 1,8 Sekunden. Sollten diese Werte bestätigt werden, gehört das Fahrzeug zu den am schnellsten beschleunigenden Serien-Elektroautos der Welt.

Kontext und Ausblick
Noch ist unklar, ob das Projekt jemals in die Serienproduktion geht und in welcher Form es der Öffentlichkeit präsentiert wird. Klar ist jedoch: Dreame nutzt das Auto als Instrument, um maximale Aufmerksamkeit für die Marke zu erzeugen – und balanciert dabei auf der Grenze zwischen Inspiration und Kopie.
Fazit
Die Geschichte des Dreame-Elektrofahrzeugs verdeutlicht, wie Neueinsteiger versuchen, sich in einem überfüllten und hart umkämpften Segment Gehör zu verschaffen. Mutiges Design, beeindruckende Zahlen und eine offensive Medienstrategie waren die zentralen Elemente dieses Auftritts – die weitere Zukunft hängt von konkreten technischen und kommerziellen Schritten des Unternehmens ab.