VW Golf Facelift vs. ID.3: Vergleich, Fahrleistungen und Kostenanalyse | automotive24.center

Aktualisierter VW Golf gegen ID.3: unerwartetes Ergebnis

Preis und erste Eindrücke

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Der Vergleich liefert aufschlussreiche Ergebnisse. Der aktualisierte Volkswagen ID.3 wird als zentrales Modell der Marke positioniert, zeigt jedoch im direkten Vergleich mit dem etablierten Golf Schwächen. Trotz deutlicher Preissenkung auf etwa 32.000 € bleibt er vom Golf mit Benzinmotor überschattet, der ab 27.000 € startet. Dies wirft die Frage auf, ob der Aufpreis für den Elektroantrieb gerechtfertigt ist, wenn ein konventioneller Kompaktwagen günstiger verfügbar ist.

Die Lage wird durch Konkurrenten wie den Tesla Model 3 erschwert: Dieser bietet bei vergleichbarem Preis mehr Platz, bessere Beschleunigung und deutlich höhere Reichweite. Ohne die jüngsten Preisanpassungen beim ID.3 wären die Zulassungszahlen vermutlich sehr gering geblieben.

Wertverlust im Fokus

Die Kollegen von Auto Bild haben beide Fahrzeuge hinsichtlich Alltagstauglichkeit untersucht: Fahrdynamik, Komfort und vor allem der Wertverlust nach vier Jahren und 60.000 km. Nach ihren Berechnungen verliert der Golf etwa 18.000 €, der ID.3 hingegen rund 21.000 €. Diese Werte erscheinen relativ optimistisch. Im realen Gebrauchtwagenmarkt werden vier Jahre alte ID.3 häufig für etwa 15.000 € angeboten – bei deutlich höherem Neupreis. Der Golf gleichen Alters verliert spürbar weniger an Wert.

Bei Betrachtung aktueller Inserate liegt der Unterschied im Wertverlust zwischen Verbrennern und Elektroautos oft bei 10.000 bis 15.000 € – ein Faktor, der die Gesamtrechnung deutlich zugunsten des Verbrenners verschiebt.

Vergleich auf der Straße

Der ID.3 ist spürbar spritziger: 204 PS gegenüber 150 PS beim Golf machen sich bei der Beschleunigung sofort bemerkbar. Sobald jedoch Höchstgeschwindigkeit oder reale Reichweite ins Spiel kommen, kehrt sich das Bild um. Der Golf schafft mit 50-Liter-Tank und einem realen Durchschnittsverbrauch von 5,8 l/100 km etwa 860 km. Der ID.3 mit 59-kWh-Batterie erreicht rund 360 km. Dieser Unterschied wird bei jeder Fahrt jenseits des Nahbereichs deutlich spürbar.

Das Laden des elektrischen Volkswagen fällt durchschnittlich aus: Maximal 125 kW Ladeleistung, aber nur im Bereich von 10–80 %. Bei niedrigen Temperaturen verlängert sich die Ladezeit erheblich.

Einsparungen und Gesamtbewertung

Zwar sind die Energiekosten beim Elektroauto niedriger – über vier Jahre lassen sich etwa 2.000 € sparen. Dem stehen jedoch höhere Versicherungsbeiträge, vergleichbare Wartungskosten und ein deutlich stärkerer Wertverlust gegenüber. Selbst bei den günstigsten Annahmen erkannten die deutschen Tester den Golf als Sieger: praktischer und langfristig wirtschaftlicher.

Die Gründe für das Ergebnis

Trotz massiver Investitionen in die Elektromobilität bleiben die Anforderungen der Nutzer konstant: hohe Reichweite, schnelles Tanken und kalkulierbare Kosten. Der Golf erfüllt diese Ansprüche zuverlässig. Der ID.3 erhält zwar viel Unterstützung von Hersteller und Fachpresse, kann aber derzeit noch keine wirklich überzeugende Alternative zum klassischen Benziner bieten. Dies könnte sich in zukünftigen Generationen ändern – aktuell behauptet sich der konventionelle Kompaktwagen jedoch klar stärker.