Neuer Audi S5 schlechter als Vorgängermodell — Automobilnachrichten | automotive24.center

Neuer Audi S5: Warum die aktuelle Version mehr Fragen als Begeisterung aufwirft

Eine ungewöhnliche Evolution

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Bei Audi hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Die Marke stand einst für Spitzentechnologie und höchste Detailverliebtheit – heute wirkt es, als würde sie bewusst in Richtung Vereinfachung gesteuert, allerdings nicht unbedingt zum Besseren. Die Fahrzeuge erscheinen weniger durchdacht, der Geist früherer ingenieurtechnischer Ambitionen ist verblasst.

Besonders auffällig wird dies in Bereichen, die früher zu den Stärken von Audi zählten. Die digitalen Instrumente der Marke galten vor zehn Jahren noch als Maßstab. Heute drängt sich der Eindruck auf, dass es besser gewesen wäre, die vorherige Version unverändert zu übernehmen. Es handelt sich um eine Art rückwärtsgerichtete Evolution.

Vom S4 zum S5 – ein Namenswechsel

Der neue sportliche Viertürer trägt nun den Namen S5, ist aber im Kern der direkte Nachfolger des S4. Die Umbenennung wirkt wie der Versuch, das Modell neu zu positionieren. Entscheidend bleibt jedoch das Fahrzeug selbst. Bereits Motor1-Journalisten stellten fest, dass der Neue seinem Vorgänger unterlegen ist. Diese Einschätzung steht nicht allein.

Auch das Team von Edmunds, das für seine systematische, datengetriebene Arbeitsweise bekannt ist, kam zu vergleichbaren Ergebnissen. Leistungseinbußen in Bereichen, die zuvor solide waren, bedürfen einer Erklärung.

Bereiche, in denen der Neue nachgelassen hat

  • Bremsweg aus 100 km/h auf 34 Meter gestiegen – 2,4 Meter mehr.
  • Maximale Querbeschleunigung von 0,97 g auf 0,94 g gesunken.
  • Beschleunigungsverhalten uneinheitlich: teilweise um Zehntelsekunden schneller, insgesamt jedoch langsamer bis 100 km/h.

Das sind nur die messbaren Werte. Noch auffälliger sind die subjektiven Eindrücke: In Kurven zeigt das Fahrzeug gleichzeitig Ansätze von Über- und Untersteuern. Es wirkt, als wäre der Charakter des Autos noch nicht endgültig festgelegt.

Wo ist der alte Fahrfreude geblieben?

Man könnte meinen, der vorherige S4 sei so gut gewesen, dass er kaum zu übertreffen war. Tatsächlich galt er nie als absoluter Maßstab, sondern eher als solide und stellenweise etwas uninspiriert. Die TDI-Dieselvariante erschien seinerzeit sogar logischer als die Benziner: ruhige Fahrt bei geringerem Verbrauch.

Nach rund sieben Jahren Entwicklungszeit ein Modell auf den Markt zu bringen, das in fast allen messbaren Disziplinen schlechter abschneidet, deutet auf ein systemisches Problem hin. Es spiegelt den aktuellen Zustand einer Marke wider, die einst Fahrzeuge mit echter ingenieurtechnischer Seele baute.