
Die europäischen Umweltinitiativen im Automobilsektor sorgen seit Langem für hitzige Debatten. BMW-Vorstandschef Oliver Zipse hat sich erneut zu Wort gemeldet. Seiner Ansicht nach hat sich Brüssel zu sehr auf die Vision eines „grünen Zukunfts“ fixiert und gefährdet damit eine ganze Branche. Paradoxerweise trifft dies BMW selbst nur begrenzt: Das Unternehmen verzeichnet weiterhin eine starke und stabile Performance.
Zipse vergleicht die EU-Politik mit einem Kind, das immer wieder die Hand auf die heiße Herdplatte legt in der Hoffnung, diesmal nicht verbrannt zu werden. Er betont, dass Entscheidungen über die Verschärfung der Emissionsnormen für 2030–2035 pragmatisch und nicht emotional getroffen werden sollten.
Warum die Haltung von BMW plausibel erscheint
Aus seiner Sicht muss der gesamte Lebenszyklus eines Fahrzeugs betrachtet werden – nicht nur die Abgasemissionen. Er verweist auf synthetische und CO₂-neutrale Kraftstoffe wie HVO100, die den CO₂-Fußabdruck senken können, ohne einen vollständigen Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu erzwingen. Die Ladeinfrastruktur in Europa ist sehr unterschiedlich ausgeprägt und viele Regionen sind auf eine vollständige Elektrifizierung noch nicht vorbereitet.
Zudem unterstreicht er die Bedeutung der Erhaltung von Lieferketten und Arbeitsplätzen. Hier geht es um wirtschaftliche Vernunft: Ein Zusammenbruch der Automobilindustrie nützt niemandem, auch wenn die CO₂-Bilanzen in den Berichten dann besser aussehen.
Wie steht BMW bei Elektrofahrzeugen da?
Die Zahlen zeichnen ein anderes Bild: In den ersten neun Monaten 2025 stiegen die Verkäufe von BMW-Elektrofahrzeugen um 10 Prozent und erreichten einen Anteil von 18 Prozent an den Gesamtzulassungen. Plug-in-Hybride legten um knapp 28 Prozent zu. Das Unternehmen drohen keine Strafen und es behauptet sich weiterhin fest im Markt.
Bald folgt der neue BMW iX3 als erster Vertreter der Neue Klasse-Baureihe – von dem signifikante Fortschritte erwartet werden, was zur Tradition der Marke passt.
Was kommt als Nächstes?
Die EU kann ihren bisherigen Weg fortsetzen, doch Zipse warnt: Der von Brüssel eingeschlagene Pfad bedroht die gesamte europäische Automobilindustrie. Bei anhaltender Fortsetzung droht der Branche eine schmerzhafte Schrumpfung.
Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob schwerwiegendere Folgen noch abgewendet werden können.