Toyota RAV4 (2013–2018): Häufige Probleme & Schwachstellen – Gebrauchtwagen Ratgeber | automotive24.center

Toyota RAV4 (2013–2018): Die wichtigsten Schwachstellen, die Sie vor dem Gebrauchtwagenkauf kennen müssen

Auch 2025/2026 wird der Toyota RAV4 der vierten Generation in Foren und auf Gebrauchtwagenportalen heiß diskutiert – zu Recht: robust, aber nicht fehlerfrei.

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Trotz des legendären Toyota-Rufs als „unkaputtbar“ hat die vierte Generation RAV4 (XA40, 2013–2018) durchaus ihre Schwachstellen – besonders bei Exemplaren mit 150.000–300.000 km Laufleistung. Der gebrauchte Toyota RAV4 gehört weiterhin zu den meistgesuchten Kompakt-SUVs auf dem deutschen Gebrauchtmarkt, doch ohne gründliche Prüfung drohen teure Folgekosten. Technische Daten, Innenraum-Fotos und Ausstattungsvarianten finden Sie in den anderen Teilen der Serie.

Die größten Schwachstellen dieser Baureihe

Ja, der RAV4 ist insgesamt sehr zuverlässig – aber keineswegs perfekt. Das sind die häufigsten Beschwerden nach 10–12 Jahren Nutzung:

  • Sehr schlechte Geräuschdämmung, vor allem Radkästen und Bodengruppe. Ab ca. 100.000 km auf schlechten Straßen oder mit grobstolligen Reifen wird es im Innenraum laut wie in einem Traktor – die mit Abstand häufigste Kritik deutscher Halter.
  • CVT-Getriebe (2.0-Benziner) – Wechsel des Getriebeöls alle 40.000–50.000 km nötig (nicht erst alle 60.000–80.000 km wie im Serviceheft), sehr hitze- und schleppempfindlich. Bei forscher Fahrweise treten Ruckeln und Heulen ab 150.000–200.000 km auf. Reparatur/Überholung: ca. 3.500–7.000 €.
  • Diesel 2.2 (150 PS) vor Facelift (2013–2015) – hohes Risiko für Zylinderkopf-Dichtungsschaden und Risse im Zylinderkopf. Reparaturkosten schnell 4.500–9.000 €. Ab 2016 deutlich verbessert, aber DPF und AGR-Ventil brauchen weiterhin regelmäßige Pflege.
  • Klappern/Lenkgetriebe – tritt ab 100.000–150.000 km auf, besonders bei schlechten Straßen. Neuteil teuer (ab ca. 1.200 €), Austauschteil + Einbau ca. 800–1.500 €.
  • Wasserpumpe undicht bei allen Motoren – alle 80.000–120.000 km. Originalteil + Einbau: 400–800 €.
  • Dünner Lack & Rost an Radläufen, Schweller, Haubenkante und Windschutzscheibenrahmen. In Regionen mit Streusalz (besonders Winter) tauchen erste Rostblasen oft schon nach 7–9 Jahren auf – Importe aus salzbelasteten Gebieten rosten noch schneller.
  • elektrische Heckklappe (2015–2017) – häufige Ausfälle, besonders bei Kälte; Reparatur 600–2.000 €.
  • veraltetes Infotainment Toyota Touch 2 – langsam, spiegelt stark, kein nativer CarPlay/Android Auto (nur per Nachrüstung möglich).
  • Realverbrauch deutlich höher als angegeben: 2.0-Benziner Stadt 11–13 l/100 km (besonders mit CVT + Allrad), Diesel 2.2 ca. 9–11 l/100 km im Stadtverkehr.
  • Harter Innenraum-Kunststoff kratzt schnell, Lenkrad-Leder löst sich ab ca. 150.000 km.

Baujahr & Versionen – worauf besonders achten

2013–2015 (Vor-Facelift) – die risikoreichsten Jahre:

  • Höchstes Risiko beim 2.2-Diesel (Zylinderkopf)
  • Schlechtere Dämmung und Innenraum-Materialien
  • Kein Toyota Safety Sense
  • Älteres 6-Gang-Automatikgetriebe beim 2.5 manchmal laut
  • Viele US-Importe mit unklarer Historie

2016–2018 (Facelift) – deutlich besser:

  • Verbesserte Geräuschdämmung (ca. 3–4 dB leiser)
  • Weichere Kunststoffe im Armaturenbrett
  • Toyota Safety Sense in den meisten Ausstattungen
  • Hybrid-Version – mit Abstand die problemloseste (Batterie hält oft 300.000–400.000 km+)
  • 2.2-Diesel überarbeitet, in manchen Märkten zusätzlich 2.0-Diesel

Fazit nach Baujahr: 2013–2014 nur mit hohem Preisnachlass und Voll-Check in Betracht ziehen. 2015 ist Grenzfall. Ab 2016 ist die beste Wahl.

Gebrauchtmarkt in Deutschland – Stand 2025/2026

Auf mobile.de, autoscout24.de & Co. stehen meist 1.500–2.500 Anzeigen für RAV4 2013–2018. Ca. 60–70 % sind Facelift-Modelle 2016–2018.

Typische Merkmale des deutschen Marktes:

  • Sehr viele EU-Importe (Niederlande, Belgien, Polen) und US-/Kanada-Rückkehrer. US-Modelle oft günstiger, aber häufiger Unfall- oder Rostschäden (versteckte Korrosion, verzogene Längsträger).
  • Kilometerzähler-Manipulation nach wie vor weit verbreitet. Realistische „ehrliche“ Laufleistung guter Fahrzeuge: 180.000–250.000 km.
  • Unterboden- und Radkastenrost – immer auf Hebebühne prüfen! Deutsche Winter mit Salz greifen die Karosserie deutlich schneller an als in Südeuropa.
  • Viele Ex-Taxi- oder Firmenfahrzeuge (besonders Diesel aus EU-Import) – abgenutzte Innenräume, ausgeschlagene Aufhängung, verschlissene Lamellenkupplung.
  • Oft nicht werksseitige Ausstattung – US-Modelle ohne beheizbare Frontscheibe, EU-Diesel mit ausgebautem Dieselpartikelfilter und Software (Abgas- und Zuverlässigkeitsprobleme).
  • Unbedingt CarVertical, DAT oder TÜV-Historie prüfen – bei US-Fahrzeugen haben über 80 % mindestens einen Unfallschaden.

Budget für Instandsetzung & Pflege

Die meisten Schwachstellen des RAV4 IV sind beherrschbar – mit 2.000–5.500 € lässt sich ein solides Fahrzeug in Top-Zustand versetzen:

  • Vollständige Geräuschdämmung Radkästen + Türen + Boden – 1.200–2.500 €
  • Unterbodenschutz / Hohlraumkonservierung (Dinitrol/ML) – 600–1.200 €
  • Lenkgetriebe Austausch (gebraucht/überholt) + Einbau – 1.200–2.200 €
  • CVT-Überholung oder Software-Update – 3.000–7.000 €
  • Nachrüst-Headunit mit CarPlay/Android Auto 10–11" – 800–1.800 €
  • Lenkrad neu beziehen + Ledersitz-Aufbereitung – 400–900 €
  • Zylinderkopf-Dichtung Diesel reparieren – 5.000–10.000 € (besser meiden)

Durchschnittliches „Schönmacher-Budget“ für ein gutes 2016–2018-Exemplar: 2.500–4.000 €. Bei erwarteten Kosten über 7.000 € lieber die Finger davon lassen.

Jährliche Unterhaltskosten bei 15.000–20.000 km/Jahr: ca. 800–1.600 € (Öl, Filter, Bremsen, gelegentlich Lagerbuchsen).

Fazit & Kaufempfehlung

Der Toyota RAV4 2013–2018 ist auch 2025/2026 noch ein sehr guter Gebrauchtwagenkauf – wenn Sie klug wählen:

  • bevorzugt Facelift 2016–2018
  • Benziner 2.0/2.5 oder – am besten – Hybrid
  • Allrad + CVT in gutem Zustand
  • max. 200.000 km und lückenlose Historie
  • Orientierungspreis auf dem deutschen Markt: ca. 16.000–26.000 € je nach Zustand, Laufleistung und Ausstattung

Dann bekommen Sie einen robusten, wertstabilen und alltagstauglichen Kompakt-SUV, der noch viele Jahre problemlos läuft.

Meiden oder nur mit hohem Preisabschlag kaufen:

  • Diesel 2.2 vor 2016 (hohes Zylinderkopf-Risiko)
  • stark verrostete Fahrzeuge (tragende Teile)
  • CVT mit Ruckeln oder Pfeifen bei Probefahrt
  • schwere Unfall- oder Strukturschäden

Pflicht-Checks vor dem Kauf:

  • Hebebühnen-Check (Rost, Undichtigkeiten, Fahrwerk)
  • ausgiebige Probefahrt 30–50 km – CVT, Lenkung, Allrad genau abhören
  • Nachweis regelmäßiger CVT-Ölwechsel
  • Endoskopie Zylinder (Diesel)
  • vollständiger CarVertical-/DAT-Check + DEKRA-/TÜV-Prüfung bei Toyota-Spezialist

Wenn alles sauber ist – bleibt der Toyota RAV4 2013–2018 auch 2025/2026 einer der sichersten und wertstabilsten Kompakt-SUVs im Gebrauchtbudget bis ca. 25.000 € in Deutschland. Er verzeiht Pflegefehler besser als die meisten Konkurrenten und hält seinen Wert im Gebrauchtmarkt sehr gut.