Die schwersten Batterien im Verkehr: Elektrofahrzeuge und Elektrofähren | Globale Automobilnachrichten automotive24.center

Die schwersten Batterien im Verkehr: Von Elektroautos zu elektrischen Schiffen

Die Elektrifizierung des Verkehrs wirft zunehmend nicht nur Fragen zur Effizienz auf, sondern auch zur Dimension der eingesetzten Technologien

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Während die Diskussionen vor Kurzem noch um Batterien von Pkw kreisten, werden heute Rekorde in einer völlig anderen Kategorie aufgestellt – auf dem Wasser. Die neue Elektrofähre China Zorilla zeigt anschaulich, auf welche Größenordnungen Batterien in Verkehrsmitteln anwachsen können.

Rekorde bei Elektrofahrzeugen

Moderne Elektrofahrzeuge sind bereits mit sehr schweren Batterien ausgestattet. Im Durchschnitt wiegt ein Batteriepaket etwa 500 kg, bei größeren Modellen kann es bis zu 1,3 Tonnen erreichen. Einer der potenziellen Rekordhalter sollte der Pick-up Ram 1500 REV mit einer Batterie von 229 kWh werden, das Projekt wurde jedoch vor Serienstart eingestellt.

Der führende Hersteller bei Serienmodellen bleibt der Konzern General Motors. Der elektrische Hummer EV verfügt über eine Batterie mit 212,7 kWh, ähnliche Werte von je 205 kWh bieten GMC Sierra EV, Chevrolet Silverado EV und Cadillac Escalade IQ. Zum Vergleich: Die große Limousine Nio ET7 besitzt eine Batterie mit 150 kWh.

Trotz beeindruckender Zahlen entspricht die Energiereserve dieser Batterien in etwa 55 Litern Dieselkraftstoff. Ihre Besonderheit liegt nicht in der Energiedichte, sondern in Masse und Abmessungen.

China Zorilla: Absoluter Rekord unter Verkehrsmitteln

Ein echter Durchbruch gelang im maritimen Verkehr. Die Elektrofähre China Zorilla, gebaut von der australischen Werft Incat, ist mit einer Batterie von 40 MWh ausgestattet. Die Masse des Batteriekomplexes erreicht 250 Tonnen und macht sie damit zur größten in der Geschichte des Verkehrs.

Das Schiff ist für regelmäßige Verbindungen zwischen Buenos Aires und der uruguayischen Stadt Colonia del Sacramento vorgesehen. Die Streckenlänge beträgt rund 55 km, und mit einer Ladung kann die Fähre die Route bis zu dreimal zurücklegen. Die Reichweite beträgt 185 km selbst bei voller Auslastung mit bis zu 2.100 Passagieren und 225 Fahrzeugen.

Konstruktion und Infrastruktur

Der Batteriekomplex der China Zorilla besteht aus 5.016 Modulen, die auf vier separate Abteilungen verteilt sind. Jedes Modul verfügt über ein eigenes Kühlsystem zur Stabilisierung der Temperatur. Die Höchstgeschwindigkeit des Schiffs liegt bei 46 km/h, bei Testfahrten wurden 49 km/h erreicht.

Für das schnelle Laden der Fähre wurden die Häfen mit zwei Ladestationen à 16 MW ausgestattet. Der Ladevorgang von 20 % auf 80 % dauert etwa 45 Minuten. In Uruguay erforderte dies die Modernisierung des Stromnetzes, einschließlich der Verlegung neuer Kabelinfrastruktur im Wert von rund 20 Millionen US-Dollar.

Fazit

Die Entwicklung des elektrischen Verkehrs zeigt ein rapides Wachstum der Batteriegrößen. Während im Automobilbereich von Tonnen die Rede ist, geht es im maritimen Verkehr bereits um Hunderte Tonnen. Das Projekt China Zorilla ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie weit die Elektrifizierung bei entsprechender Infrastruktur und klaren Aufgabenstellungen voranschreiten kann.