Rolls-Royce überdenkt seine Strategie: Elektroautos und V12 | Auto-News weltweit | automotive24.com.ua

Rolls-Royce justiert das Gleichgewicht zwischen Elektroautos und V12 neu

Der Markt für Ultra-Luxusfahrzeuge bleibt trotz globaler Technologietrends stark von den Präferenzen der Kunden geprägt

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Aussagen des Rolls-Royce-Managements zu Beginn des Jahres 2026 zeigen, dass sich die Nachfrage nach den elektrischen Modellen der Marke nicht in dem erwarteten Maß entwickelt hat, während das Interesse an klassischen V12-Motoren deutlich zugenommen hat. Diese Entwicklung erlaubt einen genaueren Blick auf den aktuellen Zustand des Ultra-Luxus-Segments und mögliche zukünftige Ausrichtungen.

Verschiebung der Nachfrage im Premiumsegment

Der Vorstandsvorsitzende bestätigte, dass das Interesse am ersten serienmäßigen Elektrofahrzeug der Marke weitgehend von kurzer Dauer war. Nach der anfänglichen Markteinführungsphase ging die Nachfrage spürbar zurück, und das Modell verlor an Dynamik. Gleichzeitig entscheiden sich Kunden zunehmend für Fahrzeuge mit traditionellen Zwölfzylindermotoren, die weiterhin einen zentralen Bestandteil der Markenidentität darstellen.

Auch die Unternehmensberichte der Gruppe, zu der Rolls-Royce gehört, spiegeln diesen Trend wider. Im Jahr 2025 gingen die Auslieferungen des Elektromodells nahezu um die Hälfte zurück, während der Gesamtabsatz von Rolls-Royce weiterhin moderat wuchs. Der Anteil des Elektrofahrzeugs am Gesamtabsatz sank von etwa einem Drittel auf weniger als ein Fünftel.

Warum das Interesse an Elektrofahrzeugen nachlässt

Kunden von Rolls-Royce nutzen ihre Fahrzeuge anders als Käufer von Elektroautos im Massenmarkt. Langstreckenkomfort, dauerhaft hohe Reisegeschwindigkeiten und der Charakter des Antriebs spielen eine entscheidende Rolle für das Gesamterlebnis. Elektrische Antriebe bieten zwar Laufruhe und Geräuscharmut, entsprechen jedoch nicht immer diesen Erwartungen.

Hinzu kommt, dass Käufer in diesem Segment häufig hochgradig individualisierte Konfigurationen bestellen, bei denen der Motor maßgeblich zur Wahrnehmung von Exklusivität beiträgt. Unter diesen Voraussetzungen erscheint eine standardisierte elektrische Lösung weniger attraktiv als ein klassischer V12.

Markenstrategie für die kommenden Jahre

Trotz des wachsenden Interesses an V12-Modellen plant Rolls-Royce keinen Verzicht auf die Elektrifizierung. Das Unternehmen beabsichtigt, seine elektrische Modellpalette auszubauen und gleichzeitig weiter in eine personalisierte Kundenbetreuung zu investieren. Vorgesehen ist unter anderem der Aufbau eines globalen Netzwerks privater Büros für individuelle Beratung und die Entwicklung maßgeschneiderter Bestellungen.

Gleichzeitig betont das Management, dass V12-Motoren so lange im Programm bleiben werden, wie eine stabile Nachfrage besteht. Dieser Ansatz ermöglicht es der Marke, sich nicht ausschließlich auf eine einzige Antriebsform festzulegen.

Fazit

Die aktuelle Situation zeigt, dass Elektrifizierung selbst im Ultra-Luxus-Segment keine universelle Lösung darstellt. Rolls-Royce beobachtet ein nachlassendes Interesse an Elektrofahrzeugen bei gleichzeitig steigender Nachfrage nach V12-Modellen und verfolgt dabei weiterhin eine Strategie, die auf Ausgewogenheit und Flexibilität setzt. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie technologische Trends mit den tatsächlichen Erwartungen der Kunden in Einklang gebracht werden.