Rückkehr des V8 in den Dodge Charger — Hellcat und die Zukunft des Modells | Globale Automobilnachrichten automotive24.center

Rückkehr des V8 in den Dodge Charger: Warum es nur um einen Motor gehen kann

Die Geschichte der neuen Dodge Charger-Generation ist beispielhaft für die gesamte amerikanische Automobilindustrie

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Das ursprünglich als reines Elektrofahrzeug konzipierte Modell erhielt letztlich alternative Antriebsstränge und geriet unerwartet ins Zentrum der Diskussion über eine mögliche Rückkehr des klassischen Achtzylinder-Motors. Dieser Beitrag erläutert, warum die Gespräche über einen V8 immer konkreter werden und welcher Motor konkret unter der Haube des Charger zum Einsatz kommen könnte.

Vom Elektroauto zur Vielfalt der Varianten

Ursprünglich war der Dodge Charger ausschließlich als Elektrovariante geplant. Dieser Ansatz sollte die Elektrifizierungsstrategie des Stellantis-Konzerns unterstreichen, doch bereits in der Entwicklungsphase zeichnete sich ab, dass die Nachfrage nach einem solchen Fahrzeug begrenzt bleiben würde. Deshalb wurde entschieden, eine Variante mit Sechszylinder-Motor hinzuzufügen, um die Zielgruppe zu erweitern und Risiken teilweise zu mindern.

Diese Entscheidung erwies sich als richtig. Der Charger mit Sechszylinder-Motor erregte rasch Aufmerksamkeit im Markt und erhielt sehr gute Bewertungen, darunter den Titel „North American Car of the Year“. Vor diesem Hintergrund sank das Interesse an der Elektrovariante deutlich, sodass sie faktisch zu einem Nischenangebot wurde.

Diskussionen über die Rückkehr des V8

Nach personellen Veränderungen in der Führung von Stellantis gewann das Thema der Rückkehr von Achtzylinder-Motoren erneut an Aktualität. Die Erfahrungen mit anderen Modellen haben gezeigt, dass solche Motoren weiterhin gefragt sind, insbesondere in den USA. Bei der Charger geht es weniger um die grundsätzliche Machbarkeit eines V8-Einbaus als vielmehr um die Auswahl der konkreten Einheit.

Der Leiter der US-Sparte von Stellantis, Tim Kuniskis, machte deutlich, dass klassische Saug-V8-Motoren mit 5,7 oder 6,4 Litern Hubraum in diesem Fall nicht geeignet wären. Der neue Charger weist eine hohe Masse auf: Die Elektrovariante wiegt etwa 2.650 kg, die Sechszylinder-Version rund 2.185 kg. Bei diesen Werten könnten weniger leistungsstarke Achtzylinder-Motoren keine wettbewerbsfähigen Fahrleistungen erzielen.

Warum nur der Hellcat

Nach Aussage von Kuniskis bleibt die logische Option der Einbau eines Motors auf Hellcat-Niveau. Gemeint ist ein aufgeladener V8, der mehr als 700 PS leistet und in manchen Ausführungen über 1.000 PS erreicht. Nur ein solcher Motor würde es dem Charger ermöglichen, die Erwartungen der Fans zu erfüllen und mit den leistungsstärksten Versionen des Ford Mustang zu konkurrieren.

Hier kommt jedoch ein wirtschaftlicher Faktor ins Spiel. Ein Charger mit Hellcat-Motor würde zwangsläufig in einer Preisklasse über 100.000 US-Dollar liegen. Das bedeutet ein begrenztes Absatzvolumen, da derartige Versionen nur von wenigen Käufern erworben werden. Andererseits könnte ein solches Fahrzeug als Flaggschiff dienen und zusätzliches Interesse an den zugänglicheren Varianten wecken.

Ausgewogenheit von Leistung und Nachfrage

Vor diesem Hintergrund gewinnt der dreiliter-Turbosechszylinder besondere Bedeutung. Je nach Ausführung leistet er 426 oder 558 PS und übertrifft damit die Leistung der Basis-Saug-V8 der vorherigen Generationen. Dieser Motor hat sich bereits bei anderen Modellen des Konzerns als populär erwiesen und bleibt entscheidend für hohe Verkaufszahlen.

Fazit

Der Dodge Charger steht an der Schnittstelle zweier Epochen – der Elektrifizierung und der Bewahrung traditioneller amerikanischer Antriebskonzepte. Technisch ist die Rückkehr eines V8 möglich, doch in der Praxis käme nur ein leistungsstarker und teurer Motor auf Hellcat-Niveau infrage. Die Entscheidung hängt davon ab, welche Rolle das Unternehmen einer solchen Charger-Variante zuweist – als Nischensymbol oder als vollwertiger Bestandteil der Modellpalette.