
Probleme beim Hyundai Kona 2023–heute betreffen unterschiedliche Bereiche – vom Fahrkomfort bis zur Elektronik. Gebrauchte Exemplare auf dem deutschen Markt sind noch sehr jung und erfordern eine gründliche Prüfung wegen der Modellneuheit und teils importierter Fahrzeuge. Der Artikel fasst die wichtigsten Kritikpunkte aus Foren, Besitzerberichten und Service-Daten zusammen. Für vollständige Technikdaten, Innenraumfotos und Fahrberichte siehe die weiteren Beiträge der Serie.
Wichtigste Schwachstellen & typische Eigenschaften
Besitzer des Hyundai Kona SX2 berichten über mehrere Punkte, die den Alltag beeinflussen. Der reale Verbrauch der Benziner-Version 1.6 T-GDi mit 7-Gang-DCT (in Deutschland selten) liegt im Stadtverkehr meist bei 7,5–9,5 l/100 km – akzeptabel für einen B-SUV, steigt aber im Stau oder bei dynamischer Fahrweise deutlich an. Die deutlich häufigere Hybrid-Version 1.6 GDi HEV erzielt real 5,0–6,2 l/100 km im Mix, bei intensiver Heizung im Winter oder Klimaanlage im Sommer kann der Wert aber spürbar steigen.
Das Doppeldisplay mit 12,3 Zoll unterstützt kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, doch häufige Kritikpunkte sind Software-Lags, träge Menüführung und sporadische Abbrüche der drahtlosen Verbindung. Die werksseitige Navigation ist für europäische Straßen gut ausgelegt, viele nutzen aber trotzdem Google Maps oder alternative Apps für aktuelle Verkehrsdaten und bessere Abdeckung auf Landstraßen.
Die Geräuschdämmung liegt im Klassendurchschnitt: Ab ca. 100–120 km/h werden Abroll- und Reifengeräusche deutlich hörbar, die hinteren Radläufe übertragen relativ viel Abrollgeräusch wegen mäßiger Serien-Dämmung. Besonders auffällig auf Beton-Autobahnen oder welligen Landstraßen.
Die Materialqualität im Innenraum variiert je nach Ausstattung: Basisversionen setzen auf robusten Hartplastik, höhere Linien bieten weiche Flächen und Kunstleder. Manche Besitzer melden frühen Abrieb an stark beanspruchten Stellen wie der Mittelkonsole bereits nach 20.000–30.000 km.
Elektronik und Hybridtechnik erfordern diagnosetechnisch meistens die Hyundai-Spezialwerkzeuge in Vertragswerkstätten. Bei Importfahrzeugen (Korea oder USA) können Lieferzeiten für bestimmte Teile länger sein. Fahrwerks- und Getriebeteile bewegen sich preislich im üblichen Rahmen der Klasse, gute Nachbau-Alternativen sind in Deutschland problemlos erhältlich.
Ausführungen und Baujahre – worauf besonders achten
Da es sich um eine junge Baureihe handelt, weisen die frühen 2023er-Modelle die meisten Meldungen über straff abgestimmtes Fahrwerk auf schlechten Straßen und gelegentliche Multimedia-Einfrierer auf. Bei den Hybriden gibt es vereinzelte Berichte über höheren Verbrauch bei sehr kalten Temperaturen und intensiver Heizung – kein Massenphänomen, aber immer wieder genannt.
Dokumentierte Schwachstellen umfassen vereinzelte Fehlauslösungen des Spurhalteassistenten und eine Fahrwerksabstimmung, die Unebenheiten und Querfugen deutlich durchreicht. Diese Punkte sind nicht flächendeckend, tauchen aber regelmäßig in Foren und Service-Statistiken auf.
Die Modellpflege 2024–2025 hat spürbar geholfen: stabileres Infotainment-Software, etwas bessere Dämmung in Teilen der Baureihe und in manchen Varianten komfortablere Fahrwerksabstimmung. In Deutschland dominiert der 1.6 GDi HEV mit 6-Gang-DCT, vereinzelt gibt es importierte 2.0 MPI mit CVT – hier lohnt die Prüfung der Kraftstoffverträglichkeit. Die vollelektrischen Varianten haben nach frühen Software-Updates kaum noch Beschwerden.

Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland
Der Hyundai Kona SX2 als Gebrauchter ist noch relativ selten, weil das Modell so jung ist – meist niedrigmililaufende Importe aus Korea, den USA oder vereinzelt deutsche Tageszulassungen mit unter 50.000 km. Der Karosseriezustand hängt stark von der Nutzung ab: schlechte Landstraßen und Schlaglöcher können Fahrwerksschäden und Lackabschläge verursachen, Streusalz im Winter fördert Rost an Radläufen und Unterboden, wenn kein zusätzlicher Unterbodenschutz vorhanden ist.
Fahrzeuge ohne werksseitigen oder nachgerüsteten Unterbodenschutz zeigen in den salzintensiven Regionen schneller Korrosion – eine Unterbodenkontrolle ist Pflicht. Ein lückenloser Scheckheftservice bei einer Vertragswerkstatt minimiert versteckte Risiken im Vergleich zu Grauimporten.
Über die Fahrgestellnummer (FIN) lassen sich Unterschiede bei Assistenzsystemen, Infotainment-Sprache oder Ausstattung erkennen. Der Kilometerstand ist bei diesem jungen Modell meist authentisch, dennoch immer Prüfung per Diagnose und Datenbankabfrage empfohlen.
Typische Marktpreise für 2023–2024 Hybrid-Modelle 1.6 GDi HEV in gutem Zustand liegen derzeit zwischen ca. 24.000 € und 32.000 € – je nach Ausstattung, Laufleistung und Zustand (realistischer Gebrauchtwagen-Preisrahmen in Deutschland für dieses Segment und Alter).
Was sich beheben lässt & realistische Kosten für guten Zustand
Viele typische Kona-SX2-Schwächen lassen sich mit überschaubarem Aufwand beseitigen. Zusätzliche Dämm-Matten in Radläufen und Türen senken das Abrollgeräusch spürbar. Multimedia-Probleme verbessern sich meist deutlich nach einem Software-Update in der Vertragswerkstatt oder mit Zusatzmodulen.
Verschlissene Innenraumteile (Plastik-Applikationen, Bezüge) sind preiswert original oder nachgebaut zu ersetzen. Fahrwerksüberholung (Dämpfer, Lager) wird nach 30.000–50.000 km auf deutschen Straßen oft fällig. Eine professionelle Unterbodenversiegelung schützt langfristig vor Rost in salzbelasteten Regionen.
Die Einhaltung der Wartungsintervalle – insbesondere Getriebeölwechsel beim DCT alle 60.000 km – verhindert teure Folgeschäden. Beim Gebrauchtwagenkauf sollte man realistisch 5–10 % des Kaufpreises für Inspektion, Achsvermessung, Unterbodenschutz und kleinere Nachbesserungen einplanen, um das Fahrzeug in Top-Zustand zu bringen.
Fazit & Kaufempfehlung
Im Jahr 2026 bleibt der Hyundai Kona II (SX2) eine attraktive Option im Kompakt-SUV-Segment – besonders für Stadt- und Pendlerfahrer dank sparsamer Hybridtechnik. Er bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit modernem Design und Ausstattung, verlangt aber wegen der Jugend des Modells eine sorgfältige Prüfung.
Die 2024–2025er mit 1.6 GDi HEV und 6-Gang-DCT gelten als die ausgereiftesten und zuverlässigsten Varianten für deutsche Verhältnisse. Reine Benziner oder die Elektroversionen eignen sich gut für mehr Dynamik bzw. lokal emissionsfreies Fahren, erfordern aber etwas höheren Wartungsaufwand.
Bei Neuwagen die Ausstattung mit verbesserter Geräuschdämmung bevorzugen; bei Gebrauchten Rost am Unterboden (besonders in salzbelasteten Regionen), Funktion der gesamten Elektronik, Fahrwerk auf schlechten Straßen, Zustand der Hybridbatterie (falls vorhanden) prüfen und lückenlosen Service- und Import-Historie einholen.