
Die Geschichte des Modells ist nicht nur als Beispiel für ingenieurtechnischen Maximalismus von Bedeutung, sondern auch als weiterer Versuch, eine Marke mit komplizierter Vergangenheit wiederzubeleben.
Von Audi und Rallye zum eigenen Supercar
Die Wurzeln der Marke Apollo sind eng mit dem Namen Roland Gumpert verbunden – dem Ingenieur, der eine Schlüsselrolle bei den sportlichen Erfolgen von Audi im Rallyesport spielte. Nach vielen Jahren im Konzern beschloss er Anfang der 2000er-Jahre, ein eigenes Fahrzeug zu entwickeln, das in erster Linie für die Rennstrecke konzipiert war.
So entstand der Gumpert Apollo – ein extremer Supercar, der zwar offiziell straßenzugelassen war, in seinem Wesen jedoch einem Rennwagen sehr nahekam. Die Produktion blieb kleinstückig: In mehreren Jahren wurden lediglich 44 Fahrzeuge gebaut. Dies reichte nicht für ein nachhaltiges Geschäftsmodell, und 2013 stellte das Unternehmen den Betrieb ein.
Wiederbelebung unter neuem Namen
2016 übernahm ein asiatisches Investorenkonsortium die Vermögenswerte, woraufhin die Marke in Apollo Automobil umbenannt wurde. Gleichzeitig änderte sich auch die technische Philosophie. Während die frühen Modelle auf Achtzylinder-Motoren von Audi setzten, konzentrierten sich die neuen Projekte auf einen Saug-V12.
Das erste Fahrzeug dieser Art war der Apollo Intensa Emozione. Er erhielt einen 6,3-Liter-Motor, der auf etwa 780 PS gebracht wurde. Die Produktion wurde auf zehn Exemplare limitiert, die jeweils in Handarbeit montiert wurden.
Project Evo: Der nächste Schritt
Die Fortsetzung des Konzepts ist der Project Evo – eine vollständig auf die Rennstrecke ausgerichtete Version, die als Weiterentwicklung des IE gedacht ist. Die Entwicklungsarbeiten zogen sich hin, unter anderem wegen der Beteiligung eines externen Partners für die Montage. Dabei handelt es sich um die Firma HWA, die durch Projekte für Mercedes bekannt ist und historisch mit den Anfängen von AMG verbunden ist.
Trotz der Verzögerungen wurde Anfang 2026 bekannt, dass das erste Evo-Exemplar in der Endmontage ist. Insgesamt sind ebenfalls zehn Fahrzeuge geplant.

Technik und Aerodynamik
Der Project Evo setzt erneut auf einen Saug-V12 ohne Turbolader. Die Leistung wurde auf etwa 800 PS gesteigert. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h liegt nach ersten Angaben bei rund 2,7 Sekunden – entscheidend für dieses Modell sind jedoch nicht die Sprintwerte, sondern die Rundenzeiten.
Die Karosserie wurde mit maximalem Abtrieb als Priorität konzipiert. Die Aerodynamik steht im Mittelpunkt, und das aggressive Design mit markanten X-förmigen Elementen lässt das Fahrzeug eher wie einen experimentellen Prototypen als wie ein Serienauto wirken.
Handmontage und Individualisierung
Jedes Exemplar des Project Evo wird in Handarbeit gefertigt. Für ein Fahrzeug werden mindestens 1.200 Arbeitsstunden benötigt. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Lackierung: Bei komplexen mehrschichtigen Farben kann der Prozess weitere etwa 600 Stunden in Anspruch nehmen.
Detaillierte technische Daten und Informationen zum Interieur werden bei einer separaten Präsentation enthüllt. Bislang ist bekannt, dass der Innenraum konsequent auf Rennstreckenlogik ausgelegt ist, ohne Kompromisse zugunsten des Komforts.
Fazit
Der Produktionsstart des Apollo Project Evo zeigt, dass die Nische extremer Saugmotor-Supercars weiterhin existiert. Das Projekt verbindet eine heute seltene Ingenieurphilosophie, minimale Stückzahlen und einen nahezu künstlerischen Ansatz beim Design. Ob sich dieses Geschäftsmodell langfristig trägt, wird die Zukunft zeigen – der Produktionsbeginn des Modells ist jedoch bereits ein bemerkenswertes Ereignis in der Welt der exklusiven Automobile.