
Nach dem Auslaufen der Klassen A und B bleibt der CLA das zugänglichste Eintrittsticket in dieses Segment. Ursprünglich plante man in Stuttgart ernsthaft, ihn ausschließlich elektrisch anzubieten, doch die Realität war weitaus prosaischer: Es hätte schlicht nichts zu verkaufen gegeben. Deshalb wurde dem CLA in aller Eile wieder ein Verbrennungsmotor spendiert – und genau hier beginnen die Fragen.
Ein Motor, der nicht ganz Mercedes ist
Unter der Haube des Benziner-CLA sitzt nun ein 1,5-Liter-Turbomotor mit milder Hybridunterstützung. Der Elektromotor liefert etwa 30 PS zusätzlich, doch Zauberei bleibt aus. Bei den Versionen CLA 180, 200 und 220 sprechen wir von 136, 163 und 190 PS. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h liegt bei der Basisversion bei etwa 8,8 Sekunden. Akzeptabel? Ja. Beeindruckend für einen Mercedes? Eher nicht.
Am heikelsten ist die Herkunft des Motors. Er wird von Horse Powertrain produziert, an der Renault und der chinesische Konzern Geely die Mehrheitsanteile halten. Die Fertigung erfolgt in China, in Deutschland erhalten die Motoren lediglich die Endmontage und den Index M252. Formal erfüllen sie alle Mercedes-Standards, doch das Gefühl eines „fremden Herzens“ bleibt bestehen.

Preise, bei denen man den Konfigurator noch einmal prüft
Der CLA 180 startet bei rund 28.000 Euro. Der CLA 200 und Allradversionen bewegen sich problemlos über 31.000–32.000 Euro, während der Top-CLA 220 4Matic sich den 33.000 Euro nähert. Schwierig, hier nicht an die Vorgängergeneration zu denken: Für weniger Geld gab es damals einen deutschen Zweiliter-Motor und deutlich lebendigere Fahrleistungen.
Zum Vergleich – ein etwas peinlicher Moment
Dieselben Horse-Powertrain-Motoren kommen auch im Dacia Duster oder Bigster zum Einsatz. Dort haben sie sogar mehr Hubraum – 1,8 Liter –, allerdings bei geringerer Leistung. Dafür ist das Gewicht niedriger und die Preise starten bei etwa 16.000–18.000 Euro. Auf dem Papier beträgt der Unterschied bei der Beschleunigung bis 100 km/h nur wenige Zehntelsekunden. Die Situation ist, gelinde gesagt, ironisch.

Gesamteindruck
Dieser Mercedes CLA löst keine Begeisterung aus wie ein neues Gadget oder ein sportliches Coupé. Er erinnert eher an ein teures Haushaltsgerät: man braucht es, doch Emotionen bleiben auf der Strecke. Er existiert, weil er existieren muss. Und paradoxerweise wirkt gerade die Benziner-Version derzeit als die vernünftigste Wahl in der Baureihe, während die Elektrovariante für die meisten Menschen weiterhin eine rein theoretische Option bleibt.
Mercedes ist einen Schritt zurückgegangen, um nicht ganz stehen zu bleiben. Pragmatisch? Ja. Inspirierend? Leider eher nicht.