
Hinter der ausdrucksstarken Optik verbergen sich jedoch technische Lösungen, die den Markterwartungen Mitte der 2020er-Jahre nicht mehr gerecht werden. Dieser Beitrag dient einer nüchternen Bewertung des Gleichgewichts zwischen Design, Alltagstauglichkeit und realen Möglichkeiten der neuen Modelle Mazda 6e und CX-6e.
Optik gegen Realität
Der Mazda 6e ist eine große Limousine mit etwa 5 Metern Länge, die modern und sogar futuristisch wirkt. Mit einem Einstiegspreis von rund 29.000 Euro erscheint sie auf den ersten Blick attraktiv in ihrer Klasse. Die entscheidenden Fragen ergeben sich jedoch erst bei Betrachtung der technischen Daten.
Die Basisversion verfügt über eine nutzbare Batteriekapazität von 66 kWh. Für ein Fahrzeug dieser Größe ist das ein eher bescheidener Wert, vergleichbar mit einem sehr kleinen Kraftstofftank bei Verbrennern. Die angegebene Reichweite von etwa 480 Kilometern fällt in der Praxis deutlich niedriger aus, insbesondere bei Kälte und auf Autobahngeschwindigkeit.

Laden und Betrieb
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Ladeleistung. Mit maximal 165 kW liegt sie nach heutigen Maßstäben im Mittelfeld. Selbst unter optimalen Bedingungen dauert das Laden von 10 auf 80 Prozent etwa 24 Minuten. An weniger leistungsstarken Stationen steigt die Zeit deutlich an, und die Kosten pro zusätzlichen 100 Kilometern fallen relativ hoch aus.
Dadurch erfordert der Betrieb dieses Elektroautos entweder eine sehr genaue Routenplanung oder die Bereitschaft zu häufigen und nicht besonders schnellen Ladestopps. Das ist besonders einschränkend für ein Modell, das als vielseitig und familientauglich positioniert wird.



Crossover CX-6e: dieselben Kompromisse
Mazda verfolgt beim Crossover CX-6e einen ähnlichen Ansatz und präsentiert ihn als praktischere Alternative zur Limousine. Technisch ist das Modell dem 6e sehr nahe und basiert ebenfalls auf einer Gemeinschaftsentwicklung mit einem chinesischen Partner. Hier kommt eine 78-kWh-Batterie zum Einsatz, die beim 6e nur gegen Aufpreis erhältlich ist.
Trotz der größeren Kapazität bleibt die angegebene Reichweite bei etwa 480 Kilometern. Bei einem schwereren und höheren Fahrzeug fällt der reale Wert noch niedriger aus. Der Antrieb besteht aus einem einzelnen 258 PS starken Elektromotor an der Hinterachse, was eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden ermöglicht – ohne sportliche Ansprüche und ohne die für Elektroautos typische spontane Kraftentfaltung.

Praktikabilität und Ausstattung
Auch beim Crossover bleibt die Praktikabilität hinter den Erwartungen zurück. Das Kofferraumvolumen beträgt 468 Liter, ergänzt um ein 80-Liter-Frunk. Diese Werte liegen hinter denen mehrerer Konkurrenten. Zudem fehlt ein vollwertiger Ein-Pedal-Fahrmodus, den viele Käufer mittlerweile als Standard bei modernen Elektroautos betrachten.



Fazit
Mazda 6e und CX-6e zeigen ein deutliches Ungleichgewicht zwischen optischer Anziehungskraft und technischem Inhalt. Im Vergleich zu Wettbewerbern mit höherer Reichweite, schnellerem Laden und fortschrittlicheren Funktionen wirken diese Werte bereits veraltet. Bei einem Einstiegspreis von etwa 30.000 Euro liegt der Fokus klar auf dem Design, während die Modelle technologisch vom Start weg hinterherhinken.