Kia Rio III (UB) 2011–2017 — Gebrauchtwagen-Test & Generationen-Check | automotive24.center

Kia Rio III (UB) 2011–2017 — Generation im Check

Die dritte Generation des Kia Rio (interne Bezeichnung UB) wurde von 2011 bis 2017 gebaut. Diese Generation ist mittlerweile abgeschlossen.

twitter facebook whatsapp linkedin

Dieses Modell gehört zur Klasse der Kleinwagen im B-Segment und wurde als Stufenheck-Limousine sowie als Fünftürer-Hatchback angeboten. In Tests wird der Kia Rio häufig für sein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis und seine Alltagstauglichkeit gelobt. Die dritte Generation bedeutete einen großen Entwicklungssprung für die Baureihe und war klar auf internationale Märkte ausgerichtet.

Die Weltpremiere fand im März 2011 auf dem Genfer Autosalon statt. Der Verkaufsstart in Europa erfolgte im Sommer 2011. Das Fahrzeug basiert auf der Hyundai-Kia PB-Plattform, die auch beim Hyundai i20 und Accent zum Einsatz kam. Innerhalb der Kia-Modellpalette ist der Rio als günstiger Stadtflitzer positioniert und tritt gegen Modelle wie VW Polo, Ford Fiesta, Skoda Fabia und Hyundai i20 an. Markante Merkmale: die „Tiger-Nose“-Grill-Designsprache von Peter Schreyer, Gamma-Motoren mit Saugrohreinspritzung, Vier- und Sechsgang-Getriebe sowie ein komfortabel abgestimmtes Fahrwerk.

Was ist neu gegenüber dem Vorgänger?

Im Vergleich zur zweiten Generation (JB, 2005–2011) bekam die dritte Generation die neue PB-Plattform mit längerem Radstand (2.570 mm statt 2.500 mm), was spürbar mehr Platz im Innenraum brachte – vor allem hinten. Die Karosseriesteifigkeit stieg um 20–30 %, gleichzeitig sank das Gewicht durch vermehrten Einsatz hochfester Stähle.

Das Exterieur-Design wurde komplett überarbeitet: weg von runden Formen hin zu schärferen, dynamischeren Linien mit markanter Grill und schmalen Scheinwerfern. Der Innenraum wirkt deutlich hochwertiger: weichere Materialien an wichtigen Stellen, bessere Bedienung und Verzicht auf Hartplastik in Sichtbereichen.

Technisch wurden die alten Alpha-Motoren durch die modernen Gamma-Triebwerke ersetzt – 1.4 Liter (ca. 107 PS) und 1.6 Liter (ca. 123–135 PS je nach Markt und Abstimmung) mit Mehrpunkt-Einspritzung. Getriebeauswahl: 5-Gang-Handschaltung, 4-Gang-Automatik, später 6-Gang-Hand- und Automatikversionen (marktabhängig). Der Komfort stieg durch bessere Geräuschdämmung und optimiertes Fahrwerk (McPherson vorne, Verbundlenker hinten). Die Sicherheit wurde verbessert: bis zu sechs Airbags in Top-Ausstattungen, ABS, ESP; Euro-NCAP-Bewertung 5 Sterne bei europäischen Modellen.

Aktueller Stand der Generation

Die Produktion der dritten Rio-Generation endete 2017. Das letzte Modelljahr umfasste Limousinen und Hatchbacks mit 1.4-Gamma (ca. 107 PS) und 1.6-Gamma (ca. 123–135 PS), kombiniert mit 5- oder 6-Gang-Schaltgetriebe bzw. 4- oder 6-Gang-Automatik (6-Gang-Getriebe vor allem nach Facelift 2015, je nach Markt). Immer Vorderradantrieb.

Wichtige Meilensteine: Debüt 2011, Facelift 2015 (neue Scheinwerfer & Rückleuchten, überarbeitete Stoßfänger, aufgefrischtes Interieur, 6-Gang-Getriebe bei vielen Versionen). Auf dem Gebrauchtmarkt gelten die Modelle ab Facelift 2015–2017 – besonders mit 1.6-Motor und 6-Gang-Automatik – als die ausgewogensten: bessere Fahrleistungen, Verbrauch und Zuverlässigkeit. In vielen europäischen Ländern ist der Hatchback beliebter, in manchen Regionen dominiert die Limousine.

Gebrauchtmarkt in Deutschland

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt ist die Kia Rio III in moderater Stückzahl vertreten. Je nach Saison und Region finden sich einige Hundert bis wenige Tausend Angebote. Neuwagen dieser Generation gibt es längst nicht mehr, aber frische Importe aus anderen EU-Ländern (vor allem Facelift-Modelle 2015–2017) tauchen immer wieder auf.

Typischer Zustand: Laufleistungen zwischen 90.000 und 180.000 km, mit üblichen Gebrauchsspuren (Lacksteinschläge, Innenraumabnutzung, leichte Fahrwerksgeräusche). Preisspanne je nach Baujahr, Zustand, Ausstattung und Motor: 2011–2014 ca. 4.500–8.000 €; 2015–2017 (Facelift) ca. 7.000–11.500 €. Am meisten gesucht: Limousinen mit 1.6-Gamma-Motor und Automatikgetriebe, in mittleren bis gehobenen Ausstattungen (Edition 7, Spirit, Vision), bevorzugt in Silber, Schwarz oder Weiß.

Typische Ausstattungsvarianten in Deutschland

Häufige Ausstattungslinien auf dem deutschen Gebrauchtmarkt: Basis (Classic/Base), mittlere (Edition 7/Comfort), gehobene (Spirit/Premium) und Top (Vision/Top).

Basisversionen haben meist Stoffsitze, Klimaanlage, Radio mit 4 Lautsprechern, Multifunktionslenkrad, ABS und zwei Frontairbags. Mittlere Linien bringen oft Leichtmetallfelgen, Klimaautomatik, Sitzheizung, elektrische Fensterheber rundum, Tempomat, 15-Zoll-Felgen. Höhere Ausstattungen bieten Teilleder/Kunstleder, Rückfahrkamera, 7-Zoll-Multimedia, ESP, sechs Airbags. Top-Modelle haben Lederausstattung, beheizbares Lenkrad, LED-Scheinwerfer (nach Facelift), Einparkhilfe, Totwinkelwarner (teilweise), 16-Zoll-Felgen.

Für den europäischen Markt (inkl. Deutschland) typisch: 1.4- und 1.6-Gamma-Motoren, Vorderradantrieb. Fahrassistenzsysteme meist auf ABS + ESP beschränkt; Fahrwerk mit etwas mehr Bodenfreiheit (ca. 155–160 mm) für schlechtere Straßen. Winterpakete (Sitz- & Lenkradheizung) und Sicherheitspakete waren gefragt, auf dem Gebrauchtmarkt dominieren aber die mittleren Ausstattungen.

Fazit & Relevanz heute

Der Kia Rio der dritten Generation ist auf dem Gebrauchtmarkt eine solide Wahl für alle, die ein günstiges, pflegeleichtes Stadtauto mit niedrigen Unterhaltskosten suchen. Die Gamma-Motoren gelten als langlebig, Ersatzteile sind dank Hyundai-Konzern günstig und gut verfügbar.

Die besten Exemplare sind die Facelift-Modelle 2015–2017 mit 1.6-Motor und 6-Gang-Getriebe – sie bieten den besten Kompromiss aus Fahrspaß, Verbrauch und Komfort. Handschalter sind robust, aber schwerer verkäuflich.

Beim Gebrauchtwagenkauf unbedingt prüfen: lückenloser Serviceverlauf (Ölwechsel idealerweise alle 10.000–15.000 km), Lackzustand (dünner Klarlack neigt zu Steinschlägen), sanfter Gangwechsel der Automatik, Rostfreiheit (Radläufe, Schweller – besonders bei Fahrzeugen aus salzbelasteten Regionen), Funktion aller Elektronik. Eine gründliche Untersuchung in einer Fachwerkstatt (inkl. Achsvermessung, Endoskopie, Lackdickenmessung) ist sehr zu empfehlen, um Laufleistung und versteckte Mängel sicher zu erkennen.