Hyundai-Streik wegen Atlas-Robotern und Fabrikautomatisierung

Hyundai-Beschäftigte wehren sich gegen stärkere Fabrikautomatisierung

Die Hyundai-Gewerkschaft streikt angesichts der Pläne des Konzerns, verstärkt humanoide Roboter in der Fahrzeugproduktion einzusetzen.

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Die Beschäftigten befürchten, dass durch die Automatisierung nach und nach Arbeitsplätze wegfallen. Die Unternehmensleitung sieht in den neuen Technologien dagegen eine Möglichkeit, die Produktivität zu steigern und die Kosten zu senken.

Eine neue Phase der Automatisierung

Industrieroboter werden bereits seit mehreren Jahrzehnten in Automobilwerken eingesetzt. Üblicherweise übernehmen sie klar definierte Aufgaben wie das Schweißen von Karosserien, Lackieren, Bewegen von Teilen oder Montieren einzelner Komponenten. Viele Tätigkeiten, die Flexibilität und das Arbeiten unter sich ständig verändernden Bedingungen erfordern, werden jedoch weiterhin von Menschen ausgeführt.

Humanoide Maschinen könnten diese Situation verändern. Sie können sich in gewöhnlichen Werkshallen bewegen, Werkzeuge benutzen und unterschiedliche Produktionsabläufe erlernen. Hyundai entwickelt diesen Bereich über Boston Dynamics weiter. Der Konzern hatte 2020 einen Anteil von 80 % an dem Unternehmen übernommen.

Die Fähigkeiten des Roboters Atlas

Zu den wichtigsten Entwicklungen von Boston Dynamics zählt der elektrische Roboter Atlas. Er ist für körperliche Arbeiten in unmittelbarer Nähe zu Menschen und Industrieanlagen vorgesehen. Die Maschine kann Lasten von bis zu 50 kg anheben und sie in einer Höhe von bis zu 2,3 Metern ablegen.

Nach vorliegenden Schätzungen kann Atlas täglich bis zu 16 Stunden arbeiten und damit ein Aufgabenvolumen bewältigen, das zwei Arbeitsschichten entspricht. Zu den Kosten gehören die Anschaffung der Ausrüstung, die Wartung und die Softwarebetreuung. Die jährlichen Wartungskosten für einen Roboter werden auf rund 8.000 Euro geschätzt.

Die Pläne von Hyundai

Das Unternehmen will jährlich bis zu 30.000 Roboter produzieren. Der erste großflächige Einsatz wird für 2028 im Hyundai-Werk im US-Bundesstaat Georgia erwartet. Zunächst sollen die Maschinen Bauteile sortieren und transportieren. Ab etwa 2030 ist ihr Einsatz bei Montagearbeiten geplant.

Langfristig erwägt Hyundai Fabriken mit durchgehendem Produktionsbetrieb, in denen automatisierte Anlagen den Großteil der körperlichen Arbeit übernehmen. Die Beschäftigten würden dort die Abläufe überwachen, Systeme warten und bei Störungen eingreifen.

Forderungen der Gewerkschaft

Die Beschäftigten fordern, dass der Einsatz neuer Roboter mit der Gewerkschaft abgestimmt wird. Gleichzeitig wird über höhere Löhne, größere Bonuszahlungen und eine Beteiligung der Belegschaft am Gewinn verhandelt. Im Rahmen des Streiks verkürzen die Beschäftigten vorübergehend ihre Arbeitszeiten.

Die Hyundai-Unternehmensleitung erklärt, dass Produktionsunterbrechungen finanzielle Verluste und Lieferverzögerungen verursachen. Zudem betont das Unternehmen, dass die Zeit der Streikteilnahme nicht vergütet wird.

Automatisierung der Autoindustrie schreitet voran

Südkorea gehört bereits zu den führenden Ländern bei der industriellen Automatisierung: Auf jeweils 10.000 Beschäftigte kommen mehr als 1.000 Roboter, während der weltweite Durchschnitt bei rund 160 liegt. Der Konflikt zwischen Hyundai und der Gewerkschaft zeigt, dass der weitere Einsatz humanoider Maschinen neben technischen Lösungen auch neue Ansätze für Beschäftigung, Weiterbildung und die Aufgabenverteilung zwischen Menschen und automatisierten Systemen erfordert.