Suzuki Jimny: Gebrauchtwagen teurer als Neuwagen in Europa

Suzuki Jimny wird überraschend zu einem der teuersten gebrauchten Geländewagen

Autos aus dem Volumensegment verlieren nach dem Kauf meist schnell an Wert, doch der Suzuki Jimny der jüngsten Generation bildet eine bemerkenswerte Ausnahme

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Auf dem europäischen Gebrauchtwagenmarkt werden einige Exemplare heute selbst mit hoher Laufleistung teurer angeboten, als sie neu kosteten.

Warum der Jimny so wertstabil bleibt

Die vierte Generation des Suzuki Jimny kam 2018 in Europa auf den Markt. Der kompakte Geländewagen erhielt einen Leiterrahmen, Allradantrieb mit Geländeuntersetzung und eine einfache technische Auslegung. Das Modell ist weniger auf Komfort als auf den Einsatz auf schlechten Straßen, im Schnee und im Gelände ausgerichtet.

Die Nachfrage nach dem Jimny überstieg schnell das verfügbare Angebot. Hinzu kamen die europäischen Emissionsvorschriften: Wegen des im Verhältnis zum Fahrzeuggewicht hohen Ausstoßes begrenzte Suzuki zunächst den Verkauf der Pkw-Version und bot später eine zweisitzige Nutzfahrzeugvariante ohne Rückbank an. Dadurch blieb die Zahl der verfügbaren Fahrzeuge gering.

Gebrauchtwagen sind teurer als Neuwagen

In den Niederlanden werden frühe Jimny aus dem Jahr 2018 mit rund 112.000 km Laufleistung für etwa 29.900 Euro angeboten. Der ursprüngliche Neupreis auf dem dortigen Markt lag dagegen bei rund 26.700 Euro.

Neuere Exemplare sind deutlich teurer. Für einen zweisitzigen Jimny aus dem Jahr 2023 mit etwa 24.000 km Laufleistung verlangen Verkäufer teilweise fast 55.000 Euro. Eine solche Summe liegt auf dem Niveau deutlich größerer und leistungsstärkerer Fahrzeuge.

Eine ähnliche Entwicklung ist auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten. Auf großen deutschen Fahrzeugbörsen beginnen die Angebote für Fahrzeuge aus dem Jahr 2019 mit rund 146.000 km Laufleistung bei etwa 24.000 Euro. Autos mit geringer Laufleistung, umfangreicher Ausstattung und einem späten Baujahr werden häufig mit 35.000 bis 40.000 Euro oder mehr bewertet.

Was die Nachfrage stützt

Der hohe Restwert erklärt sich durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • die begrenzte Zahl verfügbarer Fahrzeuge;
  • das Fehlen direkter Konkurrenten mit Leiterrahmen und kompakten Abmessungen;
  • die einfache und überschaubare Technik;
  • die guten Geländeeigenschaften;
  • die anhaltende Nachfrage bei Haltern, die einen kleinen, echten Geländewagen benötigen.

Anders als seltene Sportwagen wurde der Jimny ursprünglich nicht als Sammlerfahrzeug entwickelt. Die meisten Besitzer nutzen ihn bestimmungsgemäß, weshalb selbst eine hohe Laufleistung nicht immer zu einem deutlichen Preisrückgang führt.

Fazit

Der Suzuki Jimny ist ein seltenes Beispiel für ein Serienfahrzeug, das während seiner Nutzung an Wert gewinnen kann. Das begrenzte Angebot, der Rückzug der Pkw-Version vom europäischen Markt und das Fehlen vergleichbarer Alternativen ermöglichen es Besitzern, ihre Fahrzeuge über dem ursprünglichen Neupreis anzubieten. Die weitere Preisentwicklung wird jedoch vom Zustand der einzelnen Exemplare, von der Nachfrage und von einer möglichen Rückkehr des Modells nach Europa abhängen.