
Der Innenraum des Hyundai i30 2011–2017 verbindet klare, einfache Formen mit ausreichendem Komfort für den Alltag. In diesem Beitrag beleuchten wir die wichtigsten Aspekte des Interieurs – Materialanmutung, Ergonomie, Ausstattungsvarianten und die Entwicklung über die Jahre. Die Betrachtung orientiert sich an Fahrzeugen, die typischerweise auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt zu finden sind – meist ehemalige EU-Importe oder hiesige Neuwagen.
Gesamteindruck Innenraum
Das Interieur des Hyundai i30 II (GD) ist bewusst zurückhaltend und auf Funktionalität ausgelegt. Armaturenträger und Türverkleidungen sind in den oberen Bereichen mit weich angerautem Kunststoff versehen, die Sitze je nach Ausstattungslinie in Stoff oder Lederoptik. Die Materialqualität liegt klassenüblich im Mittelfeld: strapazierfähig und alltagstauglich, allerdings können bei schlechten Straßenverhältnissen typische Knarzgeräusche auftreten – ein bekanntes Phänomen in dieser Preisklasse. Der Gesamteindruck ist unaufgeregt: kein überflüssiger Schnickschnack, dafür aber eine solide Haltbarkeit für den täglichen Einsatz.

Das Cockpit und die Mittelkonsole sind übersichtlich gestaltet: analoge Instrumente mit guter Ablesbarkeit, dazu ein zentraler Bildschirm für Audio oder Navigation in den höheren Linien. Die Ergonomie des Fahrerplatzes ist durchdacht: Lenkrad in Höhe und Tiefe verstellbar, Pedale gut positioniert, Bedienelemente für Klima und Infotainment leicht erreichbar. Das reduziert die Ermüdung deutlich – besonders im dichten Stadtverkehr oder auf längeren Autobahnfahrten.
Die Vordersitze bieten vernünftige Verstellmöglichkeiten und moderate Seitenführung sowie ausreichend Platz für Kopf und Beine bei den meisten Erwachsenen. Die Rückbank ist für zwei Erwachsene komfortabel; zu dritt wird es eng – große Personen stoßen mit den Knien an die Vordersitzlehnen. Die Rundumsicht ist dank großer Außenspiegel und schlanker Dachholme solide, nur die Heckscheibe des Hatchback schränkt beim Rangieren etwas ein.

Das Kofferraumvolumen variiert je nach Karosserie: Der Fünftürer bietet 378 Liter mit aufrechter Rückbank und bis zu 1.316 Liter bei umgeklappter Lehne. Der Kombi (Touring) liefert 528 bis 1.642 Liter – deutlich familientauglicher. Die Rücksitzlehne lässt sich 60:40 umklappen und bildet eine fast ebene Ladefläche. Im Alltag sehr praktisch – genug Platz für Einkäufe, Kinderwagen oder Wochenendgepäck, dazu Haken und Netze zur Ladungssicherung. Insgesamt ist der Innenraum klar auf Stadt- und Vorortnutzung ausgelegt – Funktionalität vor Show.

Ausstattungslinien auf dem deutschen Markt
In Deutschland wurde der Hyundai i30 II (GD) in mehreren Ausstattungslinien angeboten, die an europäische Standards und hiesige Vorlieben für Wirtschaftlichkeit und Sicherheit angepasst waren. Typische Linien waren Comfort (Basis), Trend oder Active (Mittelklasse), Style (gehoben) und Premium (Top). Diese Ausstattungen finden sich sowohl bei ehemaligen Neuwagen als auch – und vor allem – im Gebrauchtmarkt.
In der Basisversion Comfort gab es Stoffpolster, Kunststoff-Applikationen, einfaches Radio mit CD/MP3, manuelle Klimaanlage, zwei Frontairbags und ABS. Infotainment beschränkte sich auf ein Basisradio, kein Tempomat oder Einparkhilfe.

Die mittleren Linien (Trend/Active) brachten bessere Materialien: Kombinationsstoff, Multifunktionslenkrad, automatische Klimaanlage, Bluetooth/USB, bis zu sechs Airbags, ESP und Berganfahrassistent. Sitzheizung vorne war häufig Serie oder günstige Option – bei deutschem Wetter sehr geschätzt.
Die gehobene Style-Version bot teilweise Lederpolster, Touchscreen-Infotainment mit Navigation, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Regensensor, Lichtsensor und Einparkhilfe hinten. Die Top-Ausstattung Premium enthielt Panoramadach, Premium-Soundsystem, Rückfahrkamera und Assistenzsysteme wie Totwinkelwarner.

Deutschland-spezifisch: starker Fokus auf Dieselaggregate mit Standheizung, hohe Sicherheitsausstattung schon in mittleren Linien, weniger Luxus-Extras in Basismodellen wegen Preisdruck. Neupreise lagen je nach Ausstattung und Motorisierung meist zwischen 16.000 und 24.000 Euro.
| Ausstattung | Polster | Infotainment | Klima | Sicherheit | Wichtige Extras |
| Comfort | Stoff, Kunststoff | Basisradio | Manuell | ABS, 2 Airbags | – |
| Trend/Active | Kombistoff | Bluetooth, USB | Automatik | ESP, 6 Airbags | Sitzheizung |
| Style | Leder (teils) | Touchscreen | Zweizonen | Einparkhilfe hinten | Regensensor |
| Premium | Leder | Navigation, Premium-Sound | Zweizonen | Kamera, Totwinkel | Panoramadach |

Entwicklung über die Jahre & Facelift 2015
Der i30 II (GD) wurde schrittweise verbessert. Die frühen Baujahre 2011–2012 hatten den einfachsten Innenraum: einfache Materialien, rein analoges Kombiinstrument, wenige Extras. Im Laufe der Zeit kamen bessere Dämmmaterialien, neue Stoff- und Farbvarianten (Grau, Beige) sowie sorgfältigere Verarbeitung hinzu.

Das große Facelift 2015 betraf vor allem die Optik außen, brachte aber auch innen spürbare Fortschritte: weichere Kunststoffe im Armaturenträger, glänzende Zierteile, deutlich bessere Geräuschdämmung (zusätzliche Matten in Türen und Boden), Touchscreens in höheren Linien und teilweise digitale Elemente im Tacho. Die Materialien wurden abriebfester, die Farbpalette erweitert.
Modelle ab 2015 erzielen auf dem Gebrauchtmarkt meist bessere Restwerte – dank höherer Verarbeitungsqualität, geringerer Geräuschkulisse und modernerer Anmutung.

Häufige Schwachstellen & Erfahrungen
Ab ca. 100.000–150.000 km zeigt sich Verschleiß vor allem am Fahrersitz (besonders Stoff). Armaturenträger-Kunststoffe neigen zum Verkratzen, glänzende Zierteile mattieren durch UV-Licht.
Typische Kritikpunkte: Knarzen im Innenraum auf schlechten Straßen, Abroll- und Windgeräusche ab ca. 100 km/h wegen durchschnittlicher Dämmung, knapper Platz hinten für große Personen. Bei Regen sinkt die Sicht nach hinten, wenn der Innenraumfilter verschmutzt ist.
Pflegehinweise: Stoff nimmt Schmutz schnell auf, Leder braucht regelmäßig Pflegemittel. Bei winterlichem Streusalz droht Rost unter den Fußmatten. Viele Gebrauchte zeigen Familiennutzung – Flecken, Tierhaare. Die meisten Fahrer bemängeln die Geräuschdämmung als größten Schwachpunkt, loben aber den ansonsten soliden Alltagskomfort.

Fazit & Relevanz 2026
Im Jahr 2026 wirkt der Innenraum des Hyundai i30 II (GD) im Vergleich zu aktuellen Modellen deutlich veraltet: kein volldigitales Cockpit, nur rudimentäre Smartphone-Integration. Dennoch bleibt er für den günstigen Gebrauchtwagen-Sektor eine vernünftige, langlebige Wahl mit ordentlicher Materialqualität und guter Ergonomie.
Die besten Preis-Leistungs-Kombinationen bieten meist die mittleren Linien (Trend/Active oder Style): ausgewogenes Sicherheits- und Komfortniveau ohne überflüssige Aufpreis-Extras. Auf dem deutschen Gebrauchtmarkt bewegen sich realistische Preise derzeit zwischen ca. 6.000 und 11.000 € – je nach Laufleistung, Pflegezustand und Region (marktübliche Spanne für gut erhaltene Exemplare).
Beim Gebrauchtwagenkauf unbedingt den Innenraum genau prüfen: keine Knarzgeräusche, unbeschädigte Polster, funktionierende Elektronik, keine starken Gebrauchsspuren (Flecken, Gerüche). Eine professionelle Untersuchung von Dämmung, Klimaanlage und Unterboden (besonders unter den Matten) ist bei deutschen Straßen- und Witterungsverhältnissen sehr zu empfehlen.