
Die neue Variante der Limousine Sagitar zeigt, wie die Marke ihre populären Modelle an die Anforderungen des lokalen Marktes anpasst und ihre Position im preisgünstigen Segment stärkt.
Was ist der Sagitar und warum kennt man ihn in Europa kaum?
Der Sagitar wird seit 2006 produziert und ist seit Langem eines der meistverkauften Automobile von Volkswagen in China. Außerhalb dieses Marktes ist die Limousine nahezu unbekannt, da sie von Anfang an unter Berücksichtigung lokaler Vorlieben entwickelt wurde. In einigen Regionen des Nahen Ostens wird sie unter dem Namen Jetta verkauft, während in China der Name Jetta zu einer eigenständigen Submarke wurde.
Kürzlich hat Volkswagen den Sagitar überarbeitet und als neue Generation vorgestellt, obwohl es sich im Wesentlichen um eine tiefgreifende Modellpflege handelt. Bis vor Kurzem war das Modell ausschließlich in der verlängerten Version Sagitar L erhältlich.
Sagitar L: Großes Format zu moderatem Preis
Die Sagitar L misst 4,812 Meter in der Länge bei einem Radstand von 2,731 Metern und nähert sich damit den Abmessungen des europäischen D-Segments. Das Fahrzeug ist mit einem 1,5-Liter-Turbobenziner mit 160 PS und einem Siebengang-Automatikgetriebe ausgestattet.
Selbst in dieser Ausführung bleibt das Modell erschwinglich: Der Einstiegspreis auf dem chinesischen Markt entspricht etwa 14.000 Euro. Dies ist einer der Hauptgründe für seine Popularität.

Die neue Version Sagitar S
Volkswagen hat nun eine noch günstigere Variante vorgestellt – den Sagitar S. Äußerlich unterscheidet sich das Fahrzeug kaum von der L-Version, bei genauer Betrachtung fallen jedoch die vereinfachte Frontpartie, anders geformte Scheinwerfer und überarbeitete Stoßfänger auf. Auch die Seitenlinien der Karosserie wurden abgeschwächt.
Der Sagitar S basiert auf einer Plattform, die mit der vierten Generation des Volkswagen Bora für China verwandt ist. Dadurch konnten die Abmessungen leicht reduziert werden: Die Länge beträgt 4,702 Meter, der Radstand 2,688 Meter. Dennoch bleibt das Fahrzeug größer als der aktuelle Škoda Octavia.
Motoren und Technik
Für die neue Version sind zwei Antriebsvarianten vorgesehen:
- Saugbenziner mit 1,5 Litern Hubraum und 110 PS in Verbindung mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe;
- 1,5-Liter-Turbobenziner mit 160 PS kombiniert mit dem Siebengang-DSG-Getriebe.
Die Höchstgeschwindigkeit der Basisversion wird mit 190 km/h angegeben. Detaillierte Verbrauchsdaten werden näher am Verkaufsstart veröffentlicht.
Ausstattung und Interieur
Selbst in der Einstiegsvariante verfügt der Sagitar S über ein 10,25-Zoll-Digitalcockpit und einen 12,9-Zoll-Multimediascreen. Der Wählhebel für die Fahrstufen wurde auf die Lenksäule verlegt, wodurch Platz auf der Mittelkonsole frei wurde.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Innenraumkomfort: Der Hersteller gibt an, dass der Sagitar S zu den besten Werten bei Kopf- und Schulterfreiheit in seiner Klasse gehört. Zur Ausstattung gehören außerdem Ambientebeleuchtung mit bis zu 30 Farben, Sprachsteuerung sowie elektrisch verstellbare Sitze.

Preis und Positionierung
Der Einstiegspreis des Sagitar S dürfte unter 12.000 Euro liegen. Für diesen Betrag erhält der Käufer eine fast 4,7 Meter lange Limousine mit Automatikgetriebe und moderner Ausstattung – ein Angebot, das in der europäischen Volkswagen-Modellpalette kein direktes Pendant hat.
Fazit
Die neue Version des Volkswagen Sagitar unterstreicht die Unterschiede zwischen den globalen und regionalen Strategien der Marke. Für China bietet das Unternehmen eine möglichst preisgünstige, aber große und gut ausgestattete Limousine, die auf Praktikabilität und Komfort setzt statt auf Image oder Fahrdynamik.