Ferrari und Hybrid-Technologien: Wie Besitzer PHEV nutzen | globale Auto-News | automotive24.center

Ferrari und Hybride: Warum Besitzer den elektrischen Teil kaum nutzen

Ferrari hat offiziell bestätigt, was in der Branche seit Jahren informell diskutiert wird: Besitzer der Hybridmodelle der Marke schließen ihre Fahrzeuge extrem selten ans Ladegerät an und nutzen die Hybrid-Fahrmodi praktisch nicht

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Diese Information ist entscheidend, um zu verstehen, wie echte Käufer von Premium-Sportwagen zur Elektrifizierung stehen und welche Ziele sie tatsächlich verfolgt.

Hybrid-Ferrari in der aktuellen Modellpalette

In den letzten Jahren hat Ferrari sein Angebot an Modellen mit Plug-in-Hybrid-Systemen deutlich erweitert. Formal umfasst die Palette etwa zehn verschiedene Versionen, im Kern handelt es sich jedoch um wenige Basisplattformen, auf denen Coupés, Roadster und Sondereditionen aufbauen. Aus kommerzieller Sicht sind diese Fahrzeuge erfolgreich und verkaufen sich stabil.

Das Vorhandensein eines Hybridsystems bedeutet jedoch nicht, dass es das entscheidende Kaufargument darstellt. Ferrari-Kunden orientieren sich traditionell an Leistung, Motorsound, Fahrdynamik und Markenimage – und nicht an Möglichkeiten zur Reduzierung von Verbrauch oder Emissionen.

Wie Besitzer die Hybridsysteme nutzen

Nach Angaben von Ferrari, die über mehrere Jahre realer Nutzung gesammelt wurden, laden die meisten Besitzer ihre Fahrzeuge kaum von externen Quellen auf. Exakte Zahlen werden nicht genannt, doch das Unternehmen betont, dass regelmäßiges Laden die Ausnahme und nicht die Regel ist.

Noch aussagekräftiger ist die Wahl der Fahrmodi. Am häufigsten genutzt wird der Performance-Modus, bei dem der Verbrennungsmotor permanent arbeitet und der elektrische Teil nur kurzzeitig die Leistung steigert. Im Hybrid-Modus, bei dem das System den Motor zeitweise abschalten und rein elektrisch fahren kann, werden die Fahrzeuge deutlich seltener eingesetzt.

Gründe für dieses Nutzungsverhalten

Dieses Verhalten erklärt sich aus der spezifischen Auslegung der Fahrzeuge. Der Elektromodus ist primär für kurze, ruhige Fahrten gedacht, während die meisten Ferrari-Besitzer ihre Autos wegen Dynamik und emotionalem Fahrerlebnis nutzen. Zudem bleibt die Batterie im Performance-Modus ausreichend geladen, um maximale Leistung zu gewährleisten – eine Nachladung wird somit überflüssig.

Technische und praktische Konsequenzen

Aus ingenieurtechnischer Sicht erhöht das Hybridsystem Gewicht, Baukomplexität und Fahrzeugpreis. Die Vorteile im Alltagsbetrieb bleiben jedoch weitgehend ungenutzt. Zusätzliche Leistung hätte auch durch Optimierung des konventionellen Motors erzielt werden können, ohne die Antriebsarchitektur zu verkomplizieren.

Ferrari weist darauf hin, dass eine intensivere Nutzung des elektrischen Anteils theoretisch die Batterielebensdauer verlängern und die Belastung des Verbrennungsmotors verringern könnte – insbesondere bei kurzen innerstädtischen Fahrten. In der Praxis ändern solche Argumente die Gewohnheiten der Besitzer jedoch nicht.

Warum Ferrari die Elektrifizierung fortsetzt

Trotz der offensichtlichen Diskrepanz zwischen den Möglichkeiten der Hybridtechnologie und dem tatsächlichen Nutzerverhalten hält Ferrari an seiner Strategie fest. Hauptgrund bleiben regulatorische Vorgaben und die Notwendigkeit, die durchschnittlichen Emissionswerte der gesamten Modellpalette formal zu senken.

Fazit

Die Erfahrung mit Ferrari zeigt, dass Hybridtechnologien im Segment der ultra-teuren Sportwagen anders genutzt werden, als ursprünglich vorgesehen. Für die meisten Besitzer stellen sie keinen zentralen Wert dar und bleiben ein selten genutztes Zusatzelement. Dies unterstreicht den Unterschied zwischen normativen Zielen der Hersteller und den realen Erwartungen ihrer Kunden.