
Der Nissan Rogue der Baujahre 2007–2013 brachte viele typische Kinderkrankheiten japanischer Kompakt-SUVs mit: angefangen bei einem fragilen Getriebe bis hin zu kleineren Problemen im Innenraum und an der Karosserie. Als Gebrauchtwagen ist der Rogue eine sehr erschwingliche Option, aber eine gründliche Prüfung der kritischen Baugruppen ist vor dem Kauf unerlässlich, um teure Folgekosten zu vermeiden. Technische Daten, Innenraumfotos und Fahrberichte finden Sie in unseren anderen Beiträgen. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Schwachstellen, Probleme nach Baujahr, die Situation auf dem deutschen Markt, Reparaturmöglichkeiten und konkrete Kaufempfehlungen.
Die wichtigsten Schwachstellen der Baureihe
Die erste Generation des Nissan Rogue (2007–2013) zeigt bei den meisten Fahrzeugen nach 100.000–150.000 km die gleichen bekannten Mängel. Viele Probleme resultieren aus der Auslegung für den US-Markt, bei der Komfort wichtiger war als extreme Langlebigkeit unter harten Bedingungen.
- Unzuverlässiges CVT-Getriebe: Das stufenlose Jatco-Getriebe ist die größte Schwachstelle. Überhitzung im Stop-and-Go-Verkehr oder bei sportlicher Fahrweise führt zu Ruckeln, verzögerter Kraftentfaltung, Pfeifgeräuschen bis hin zum Totalausfall. Viele Fahrer melden plötzlichen Leistungsverlust auf der Autobahn – ein Sicherheitsrisiko. Lebensdauer ohne gewissenhafte Wartung: 100.000–160.000 km (Ölwechsel alle 40.000–60.000 km dringend empfohlen).
- Hoher Kraftstoffverbrauch: Der 2,5-Liter-Benziner QR25DE verbraucht im Stadtverkehr 10–12 l/100 km, auf der Landstraße 8–9 l – deutlich über dem Klassendurchschnitt. In Deutschland mit teurerem Kraftstoff wirkt sich das stark auf die Unterhaltskosten aus.
- Schwache Geräuschdämmung: Ab ca. 100 km/h dringen Reifen-, Wind- und Motorgeräusche deutlich in den Innenraum – besonders auf rauen deutschen Landstraßen und Autobahnen spürbar.
- Veraltete Multimedia- und Navigationssysteme: Basisaudiosysteme meist ohne Touchscreen, Bluetooth selten in frühen Modellen. Werksnavigation (falls vorhanden) ist veraltet und unterstützt keine aktuellen Karten mehr.
- Karosserierost: Dünner Lack und unzureichender Unterbodenschutz führen zu Steinschlagschäden und Rost an Schweller, Radläufen und Bodenblech – besonders bei Fahrzeugen aus salzbelasteten US-Regionen.
- Klimaanlagen- und Heizungsprobleme: Kompressorausfall, Kältemittelverlust, schwacher Luftstrom. Häufig ab ca. 100.000 km defekt.
- Ölverbrauch des Motors: Ab etwa 150.000 km können Kolbenringe verkoken – dann verbraucht der Motor zunehmend Öl.
- Weitere kleinere Schwachstellen: Ungenaue Tankuhr, Probleme beim Panorama-Glasdach (Undichtigkeit, Geräusche), Verschleiß der Fahrwerksbuchsen und -dämpfer, sporadische Fehler bei ABS-Sensoren.
Trotz dieser Schwachstellen bleibt der Rogue grundsätzlich ein unkompliziertes Fahrzeug, das bei rechtzeitiger Pflege der großen Punkte günstig im Unterhalt bleibt.
Nach Baujahr und Ausstattung: worauf besonders achten
Die Probleme des Nissan Rogue 2007–2013 unterscheiden sich je nach Baujahr deutlich. Die frühen Modelle (2007–2010) vor dem Facelift häufen die meisten Beanstandungen, das 2011er Facelift brachte Verbesserungen, löste aber nicht alle Schwachstellen.
- 2007–2010: Höchstes Risiko. Schwaches CVT-Kühlung, empfindlichere Elektronik, lautere Kabine, früherer Klimakompressorausfall und höherer Ölverbrauch. Diese Jahre nur mit sehr gutem Scheckheft und vollständiger Getriebediagnose kaufen.
- 2011–2013 (Facelift): Besser: verbesserte CVT-Kühlung, leisere Kabine, mehr USB- und Bluetooth-Schnittstellen in höheren Ausstattungen. Allerdings 2013 noch viele Getriebebeschwerden (inkl. plötzlicher Leistungsverlust) und bei Panorama-Dach in 2012/2013 vereinzelt Risse oder Undichtigkeiten.
Fazit: Frühe Jahre brauchen lückenlosen Wartungsnachweis, 2013-Modelle besonders kritische CVT-Prüfung. Die meisten in Deutschland angebotenen Rogue haben bereits 200.000+ km – das Risiko steigt entsprechend.
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland
In Deutschland stammt der Großteil der Nissan Rogue 2007–2013 aus US-Importen (Copart, IAAI etc.), oft mit Unfallschaden oder hoher Laufleistung. Typische deutsche Belastungen wie Salz im Winter, Autobahn-Tempo und teilweise schlechte Landstraßen beschleunigen den Verschleiß. Besonders prüfen:
- Karosseriezustand: Rost an Schweller, Radläufen und Bodenblech durch Salz. Versteckte Stellen und Lackdickenmessung nicht vergessen.
- Wartungshistorie: Selten vollständig; unbedingt Rechnungen für CVT-Öl- und Filterwechsel verlangen. Ohne regelmäßige Wartung stirbt das Getriebe früh.
- Ersatzteilversorgung: Viele Teile günstig als Nachbau verfügbar; originale CVT-Getriebe teuer (ca. 3.500–7.000 €). Qashqai-kompatible Teile senken Kosten deutlich.
- Wartungsintervalle: In Deutschland üblich: Motoröl alle 10.000–15.000 km, CVT-Fluid alle 40.000–60.000 km.
- Echte Laufleistung: Tacho-Manipulation nicht selten; Carfax-Bericht per FIN prüfen und Innenraum-/Pedal-Verschleiß kontrollieren.
- Ausstattungs-Authentizität: Allrad-Versionen gefragt, aber das Verteilergetriebe kann bei Verschleiß klappern.
- Import & Papiere: Alle Dokumente genau kontrollieren; Unfallfahrzeuge können versteckte Rahmen- oder Tragwerkschäden haben.
- Marktpreise: Ordentliche Exemplare bewegen sich meist zwischen 7.000 € und 13.000 € je nach Zustand, Kilometerstand und Region.
Die Probleme des Nissan Rogue 2007–2013 werden durch Import-Herkunft und hiesige Einsatzbedingungen verstärkt – eine professionelle Diagnose ist Pflicht.

Budget für Wartung und Reparaturen
Orientierungsmarktpreis für ein gutes Exemplar des Nissan Rogue 2007–2013 in Deutschland heute: 8.000–12.500 €.
| Problem | Reparatur | Geschätzte Kosten (€) |
| CVT (Ruckeln, Überhitzung) | Öl- & Filterwechsel; Reparatur oder Austausch | 400–7.000 |
| Geräuschdämmung | Zusätzliche Dämmung Türen & Boden | 600–1.400 |
| Multimedia | Einbau moderner Android-Einheit | 400–900 |
| Rost | Unterbodenschutz + Lackierung | 800–2.000 |
| Klimaanlage | Nachfüllen oder Kompressor-Tausch | 300–1.000 |
| Ölverbrauch | Entkokung oder Ringtausch | 800–2.500 |
Für ein gutes Fahrzeug zusätzlich 1.500–3.500 € für Sofortmaßnahmen einplanen. Jährliche Regelwartung ca. 400–700 €.
Fazit & Kaufempfehlung
Der Nissan Rogue I (2007–2013) kann eine sinnvolle Wahl sein, wenn Sie einen günstigen Familien-SUV mit Allradantrieb suchen – allerdings nur mit sehr sorgfältiger Prüfung. Das Auto eignet sich gut für Stadt- und leichten Landstraßenverkehr, sofern das CVT gewissenhaft gewartet wurde, die Laufleistung echt ist (idealerweise unter 200.000 km) und kein nennenswerter Rost vorliegt. Meiden Sie unbedingt frühe 2007–2010 ohne lückenlosen Wartungsnachweis – das Risiko für Getriebe- und Motorschäden ist sehr hoch. Am attraktivsten sind meist 2011–2013 Modelle in SV-Ausstattung mit Allrad: bessere Dämmung, mehr Ausstattung und etwas optimiertes CVT. Bei 2013-Modellen besonders das Getriebe genau prüfen.
Bei der Besichtigung: Probefahrt mit Fokus auf CVT-Ruckeln, Karosserie auf Rost kontrollieren, Elektronik auslesen lassen und Carfax-Bericht verlangen. Wenn alles passt, ein solides Auto fürs Geld. Andernfalls können Reparaturen den Preisvorteil schnell zunichtemachen. Der gebrauchte Rogue der ersten Generation ist etwas für Käufer, die bereit sind, kontinuierlich in Wartung zu investieren.