
Der Innenraum des Nissan Rogue I verbindet schlichtes Design mit überraschend viel Platz, auch wenn die Materialien klar nicht auf Premium-Niveau zielen. Die Kabine des Rogue 2007–2013 wird häufig für ihre sehr gute Ergonomie und Großzügigkeit gelobt, gleichzeitig aber für harte Kunststoffe und das Fehlen moderner Features kritisiert. In Deutschland, wo fast alle Fahrzeuge Importe aus den USA sind, schätzen Besitzer vor allem die unkomplizierte Haltbarkeit und Pflegeleichtigkeit. In diesem ausführlichen Test beleuchten wir die wichtigsten Aspekte des Innenraums, die verfügbaren Ausstattungslinien, die Modellpflege-Veränderungen, häufige Schwachstellen und Kaufempfehlungen für 2026.
Gesamteindruck Innenraum
Materialien & Gestaltung
Der Innenraum des Rogue 2007–2013 folgt dem damaligen Nissan-Stil: klare Linien, reine Funktionalität ohne Schnickschnack. Das klassische Kombiinstrument besteht aus analogen Drehzahl- und Geschwindigkeitsanzeigen mit kleinem Bordcomputer-Display dazwischen. Die kompakte Mittelkonsole beherbergt Klimabedienung, Radio und CVT-Wählhebel. Fast alles ist aus hartem Kunststoff – optisch günstig, aber robust und langlebig. In den höheren Ausstattungen gibt es Zierleisten in Alu-Optik oder Holzdekor, die den Gesamteindruck jedoch nur wenig aufwerten.
Sitzkomfort: Fahrersitz höhenverstellbar (manuell in der Basis, elektrisch in Topversionen), Lenkrad nur höhenverstellbar (keine Längsverstellung). Die erhöhte SUV-Sitzposition sorgt für hervorragende Rundumsicht. Vorne herrscht viel Bein- und Kopffreiheit. Die Rückbank nimmt drei Personen auf, teilweise mit neigbarer Lehne, aber ohne Sitzheizung. Für Erwachsene reicht der Platz, die Mittelposition ist jedoch wegen des hohen Kardantunnels recht unbequem.
Der Kofferraum gehört zu den großen Stärken: ca. 29 Kubikfuß (818 Liter) hinter der Rücksitzbank, bis zu ca. 58 Kubikfuß (1640 Liter) bei umgeklappter Rückbank (60:40). Ebener Ladeboden, Spanngurteösen, Unterbodenfach und Abdeckrollo. Sehr alltagstauglich: niedrige Ladekante und breite Öffnung erleichtern das Verstauen großer Gegenstände. Perfekt für Familienausflüge, Einkäufe oder Autobahnreisen.

Ausstattungslinien: Was ist drin?
Typische Ausstattungen in Deutschland
In Deutschland wird der Rogue I fast ausschließlich in den US-Ausstattungsvarianten angeboten: S (Basis), SV (Mittelklasse) und SL (Top). Es gab keine länderspezifischen Versionen, die Importfahrzeuge bringen aber meist ein solides Ausstattungsniveau mit. Die Basis S umfasst Stoffpolster, manuelle Sitzverstellung, manuelle Klimaanlage, einfaches Radio mit CD und AUX, elektrische Fensterheber sowie Tempomat. Multimedia bleibt spartanisch – kein Touchscreen.
Die SV-Version ergänzt Klimaautomatik, Bluetooth, Rückfahrkamera, Leichtmetallfelgen, teilweise Sitzheizung vorn, hochwertigere Stoffpolster und Mittelarmlehne. Die SL ist die luxuriöseste Variante: Ledersitze, Panorama-Glasdach, Premium-Soundsystem Bose mit 8 Lautsprechern, selten Navigation, Xenon-Scheinwerfer und beheizbare Außenspiegel. Sicherheitsfeatures umfassen ABS, ESP und 6 Airbags. Moderne Assistenzsysteme wie Totwinkelwarner fehlen.
| Ausstattung | Polster | Multimedia | Klimaanlage | Wichtige Extras |
| S (Basis) | Stoff | Grundradio | Manuell | Elektrofenster |
| SV (Komfort) | Hochwertiger Stoff | Bluetooth, Rückfahrkamera | Automatik | Sitzheizung (teilweise) |
| SL (Luxus) | Leder | Bose, Navigation (selten) | Automatik | Panorama-Glasdach |
In den höheren Linien wirkt der Innenraum deutlich wohnlicher durch Leder und Glasdach, die Basis bleibt jedoch sehr zweckmäßig.

Entwicklung innerhalb der Baureihe
Facelift-Änderungen am Interieur
Das Facelift erfolgte zum Modelljahr 2011 (Verkaufsstart Ende 2010). Die Interieur-Änderungen fielen dezent, aber spürbar aus: deutlich bessere Geräuschdämmung (zusätzliche Dämmmaterialien in Türen und Boden) sorgt für ruhigeren Reisemodus auf der Autobahn. Die Instrumente wurden etwas moderner gestaltet und klarer ablesbar, teilweise kamen USB-Anschlüsse hinzu. Vor Facelift dominierten graue/schwarze Kunststoffe, danach gab es gelegentlich beige Akzente für frischere Optik.
Multimedia: Ab 2012/2013 war optional ein 5–7-Zoll-Touchscreen mit besserer Smartphone-Anbindung erhältlich. In den ersten Baujahren (2007–2010) gab es nur CD-Player. Das Grundlayout blieb gleich, die Verarbeitungsqualität verbesserte sich jedoch leicht. In Deutschland werden meist die Facelift-Modelle ab 2011 bevorzugt – bessere Dämmung und mehr Ausstattung sind auf langen Strecken und im Alltag ein echter Gewinn.
Häufige Fragen & Schwachstellen des Innenraums
Typische Innenraum-Probleme
Bei gebrauchten Rogue I in Deutschland zeigen sich klassische Alterserscheinungen: starke Kratzer und Abrieb an Lenkrad und Türverkleidungen. Die harten Kunststoffe verschmutzen schnell. Auch nach Facelift bleibt Wind- und Abrollgeräusch bei über 100 km/h deutlich hörbar. Die Rückbank ist für drei Erwachsene eng, USB-Ladeanschlüsse hinten fehlen komplett. Die Sicht nach hinten wird durch dicke Dachholme und kleine Außenspiegel eingeschränkt.
Unter deutschen Bedingungen (Autobahn, Winter, Salz, Temperaturwechsel): Die Klimaanlage (HVAC) ist ein häufiger Schwachpunkt – schwacher Luftstrom, Kältemittelverlust, Kompressorschaden. Das Panorama-Glasdach kann klappern oder undicht werden. Pflegetipps: Kunststoffe regelmäßig reinigen, Leder konditionieren. Viele Fahrzeuge riechen nach Zigaretten, die Fußmatten sind durchgesessen. Der Innenraum hält problemlos 200.000+ km, sieht dann aber meist recht abgenutzt aus.

Fazit: Wie präsentiert sich der Innenraum heute & welche Version lohnt sich?
Endbewertung
Im Jahr 2026 wirkt der Innenraum des Nissan Rogue 2007–2013 deutlich in die Jahre gekommen: keine großen Bildschirme, einfache Materialien. Dennoch bleibt er für den Gebrauchtwagen-Einstieg sehr praktisch, geräumig und zuverlässig. Die SV-Ausstattung bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis — Orientierende Marktpreise in Deutschland ca. 7.500–11.000 € je nach Zustand und Laufleistung, mit ordentlicher Ausstattung (Klimaautomatik, Bluetooth) und Alltagskomfort. Beim Kauf unbedingt prüfen: Zustand der Kunststoffe, Funktion der Klimaanlage, Geruchsfreiheit und Dichtigkeit des Glasdachs (falls vorhanden). Der Rogue-I-Innenraum ist genau richtig für alle, die solide Alltagstauglichkeit wichtiger finden als schicken Glanz.