Audi Q5 II (2017–2023) Schwachstellen: Probleme, Tipps und Gebrauchtwagenkauf in Deutschland | automotive24.center

Schwachstellen und typische Probleme des Audi Q5 II (2017–2023) – das sollten Sie vor dem Kauf wissen

Die bekannten Schwachstellen des Audi Q5 der zweiten Generation werden unter Premium-SUV-Fahrern immer wieder heiß diskutiert – dieses Modell macht da keine Ausnahme

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Beim Audi Q5 (2017–2023) treten sowohl typische Audi-Probleme als auch modell-spezifische Schwachstellen auf. Beim Gebrauchtwagenkauf in Deutschland spielen die hiesigen Straßen- und Witterungsbedingungen eine wichtige Rolle. Technische Daten, Interieur und Ausstattung werden in separaten Artikeln behandelt. Hier konzentrieren wir uns auf die wichtigsten Minuspunkte, Probleme nach Baujahr, Besonderheiten des deutschen Marktes, Reparaturmöglichkeiten und Kaufempfehlungen.

Die wichtigsten Schwachstellen des Modells

Der Audi Q5 II (2017–2023) ist insgesamt ein solides Fahrzeug, zeigt aber nach 100.000–150.000 km typische Verschleißerscheinungen. Viele Fahrer klagen über relativ hohen Kraftstoffverbrauch – besonders im Stadtverkehr liegt der 2.0 TFSI oft bei 11–13 l/100 km, was für die Klasse eher hoch ist. Grund sind der Turbomotor und der permanente Allradantrieb quattro.

Eine weitere häufige Kritik betrifft das veraltete MMI-System in den Modellen vor dem Facelift. Der Bildschirm friert ein, die Smartphone-Anbindung funktioniert unzuverlässig und die Navigation ist ohne Update schnell überholt. Ab dem Facelift (2021) wurde das deutlich verbessert, entspricht aber immer noch nicht ganz dem Stand von 2025.

Korrosion ist beim Q5 kein Drama, aber auch kein Highlight. Trotz verzinkter Karosserie zeigen sich in Deutschland – besonders durch Wintersalz – erste Roststellen an Radläufen, Schweller und Fahrwerkskomponenten. Die Geräuschdämmung liegt hinter BMW X3 und Mercedes GLC: ab ca. 130 km/h sind Wind- und Rollgeräusche deutlich wahrnehmbar, besonders mit Winterreifen.

Werkstattkosten und Ersatzteile sind Premium-Niveau: originale Teile teuer, viele Zubehörteile passen nicht perfekt. Eine Steuerkettenreparatur am 2.0 TFSI kann schnell 2.500–4.000 € kosten. Weitere häufige Punkte: erhöhter Ölverbrauch (bis zu 0,8–1 l/1.000 km), Turbolader-Schwächen (wastegate), Kraftstoffleckagen am Pumpenflansch, Start-Stopp-Probleme sowie undichte oder klemmende Panoramadächer. Auch die Elektronik kann zicken: Aussetzer im Virtual Cockpit, Klimaregelung oder Starterbatterie/Generator.

Fahrwerk und Bremsen brauchen Aufmerksamkeit: Stoßdämpfer verschleißen auf deutschen Straßen schneller, Bremsscheiben nutzen sich durch das Gewicht zügig ab. Insgesamt ist der Q5 II kein besonders günstiger Unterhalter, bei sorgfältiger Pflege aber sehr langlebig.

Baureihen und Baujahre: worauf besonders achten?

Die Probleme beim Audi Q5 (2017–2023) unterscheiden sich je nach Baujahr. Frühe Modelle (2017–2018) sind am anfälligsten: 2.0 TFSI mit starkem Ölverbrauch und Steuerketten-Dehnung, teure Reparaturen (oft 4.000–6.000 €). Der Turbolader kann wegen schwachem Wastegate-Aktuator ausfallen, die Elektronik ist weniger stabil – häufige Infotainment- und Start-Stopp-Aussetzer.

Vor dem Facelift (2017–2020) ist die Dämmung schwächer, das MMI mit ausfahrendem Display veraltet, Motoren und S tronic-Getriebe brauchen häufige Wartung. Ab 2019/2020 wurden Ölverbrauch und Kette teilweise optimiert, treten aber weiterhin auf.

Das Facelift ab 2021 bringt klare Verbesserungen: neues MIB-3-System mit großem Touchscreen, bessere Dämmung, modernere Assistenzsysteme und zuverlässigere Motoren. Dennoch gibt es Schwachstellen bei Panoramadach (Undichtigkeiten) und Bedienungselementen der Klimaautomatik. Plug-in-Hybride (Q5 TFSI e) haben eigene Themen: Batteriealterung und komplizierte Ladeinfrastruktur.

Dieselmotoren (2.0 TDI) gelten als deutlich robuster als die Benziner, sind aber qualitativ anspruchsvoller beim Kraftstoff (Super Diesel empfohlen). Finger weg von frühen 2017/2018-Exemplaren mit sehr hoher Laufleistung – hier lauern meist teure Ketten- und Turboladerkosten.

Baujahr Typische Probleme
2017–2018 Hoher Ölverbrauch, Steuerkette, Turbolader, Elektronik-Aussetzer
2019–2020 Verbesserungen, aber immer noch Ölverbrauch, mäßige Dämmung
2021–2023 Modernes Infotainment, aber Dach- und Elektronikprobleme

Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland

In Deutschland gibt es reichlich Audi Q5 II Gebrauchtwagen – viele aus Inland, viele aus EU-Nachbarländern. Aufgrund der guten Autobahnen ist der Karosseriezustand meist besser als in osteuropäischen Ländern, trotzdem Rost an Radläufen, Unterboden und Schweller prüfen – besonders bei Fahrzeugen aus salzintensiven Wintern. Schlaglöcher und Bordsteine belasten Fahrwerkskomponenten.

Servicehistorie ist extrem wichtig: viele Fahrzeuge ohne lückenloses Scheckheft, Laufleistung manipuliert (unbedingt Carfax, DAT oder Audi-Historie prüfen). Originalteile sind teuer – viele Werkstätten verbauen deshalb qualitativ hochwertige Nachbauteile. Wartungsintervalle 15.000–30.000 km (Longlife), werden aber oft ignoriert → Motorprobleme vorprogrammiert.

Auf Unfallfreiheit und korrekte Ausstattung achten: viele US-Importe mit Vorschäden (flood/salvage). Bei Importfahrzeugen Einfuhrpapiere und Zulassung prüfen. Marktpreise (Stand 2026): ca. 22.000–32.000 € für 2017er mit 180.000+ km, bis 42.000–55.000 € für gut gepflegte Facelift-Modelle 2021–2023 mit unter 100.000 km. Bei hoher Laufleistung immer mit Folgekosten rechnen.

Budget für Wartung und Reparaturen

Viele typische Audi Q5-Probleme lassen sich beheben. Erhöhter Ölverbrauch kann durch Kolbenringe/Zylinderbehandlung (1.500–3.500 €) deutlich reduziert werden. Steuerkette komplett inkl. Arbeit ca. 2.500–4.000 €. Geräuschdämmung nachrüsten 800–1.800 €. Infotainment-Update oder Aftermarket-Nachrüstung 600–1.500 €.

Unterbodenschutz gegen Rost 400–900 €, Kraftstoffleckage Flansch ca. 600–1.000 €. Normale Inspektion mit Öl & Filter 400–700 €. Fahrwerk (Stoßdämpfer) ca. 1.500–2.800 € für einen guten Satz.

Realistisches Budget für ein solides Fahrzeug: ca. 28.000–38.000 € für einen 2019/2020er mit 120.000 km + 3.000–7.000 € für erste Instandsetzungen. Facelift-Modelle 40.000–52.000 € + 2.000–4.000 € Nacharbeiten. Jährliche Unterhaltskosten realistisch 1.500–3.500 €.

Fazit & Kaufempfehlung

Der Audi Q5 II ist auch 2025/2026 noch eine vernünftige Wahl – besonders die Facelift-Versionen ab 2021 mit Diesel oder optimiertem Benziner, Laufleistung unter 150.000 km und lückenloser Historie. Das Auto ist komfortabel, fahrstabil und hält den Wert erstaunlich gut. Frühe 2017/2018er mit hoher Laufleistung meiden – Steuerkette und Ölverbrauch werden teuer.

Beim Besichtigungstermin unbedingt: ausgiebige Probefahrt (Geräusche, Vibrationen), VIN-Prüfung, Karosserie-Check, Elektronik- und Fahrwerkstest. Am besten mit Garantie oder nach Diagnose im Audi-Zentrum. Bei entsprechendem Budget lieber S line mit guter Ausstattung – diese sind später leichter verkäuflich. Fazit: Der gebrauchte Q5 passt perfekt für alle, die Premium-Komfort wollen und die höheren Unterhaltskosten bewusst einkalkulieren – bei sorgfältiger Auswahl ein echter Langzeitbegleiter.