Audi gibt Fehler bei A4 zu und passt Strategie an — Automobil-Nachrichten weltweit | automotive24.center

Änderung der Bezeichnungen in der Audi-Baureihe: Eingeständnis eines Fehlers und größerer Kontext

Zu Beginn des Jahres 2026 hat die Audi-Geschäftsführung öffentlich eingeräumt, dass der Verzicht auf den Namen A4 für eines der zentralen Modelle eine Fehlentscheidung war

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Dieser Vorfall erregte Aufmerksamkeit nicht nur wegen der Rückkehr zur früheren Namenslogik, sondern auch, weil er Teil umfassenderer Veränderungen ist, die die Marke in den letzten Jahren durchläuft. Der Beitrag beleuchtet die Gründe für diesen Schritt und dessen Bedeutung für die Unternehmensstrategie.

Die Rolle von Traditionen bei der Markenwahrnehmung

Über Jahrzehnte hinweg hat Audi seinen Ruf als Hersteller technisch hochentwickelter Fahrzeuge mit hochwertigen Innenräumen und durchdachter Ergonomie aufgebaut. Die Modelle der Marke standen für klare Bedienlogik, Liebe zum Detail und Orientierung an den realen Bedürfnissen der Fahrer. Gerade diese Eigenschaften ermöglichten es dem Unternehmen, seine Position im Premiumsegment souverän zu verteidigen.

In den vergangenen Jahren hat sich diese Grundlage zunehmend aufgelöst. Die neuen Generationen unterscheiden sich deutlich in der Innenraumphilosophie und im Interface-Ansatz, während der einst als selbstverständlich geltende technologische Vorsprung angesichts der allgemeinen Marktentwicklung seine Exklusivität verloren hat.

Die Umbenennung als Quelle von Verwirrung

Die Entscheidung, das Bezeichnungssystem der Modelle zu ändern, zählte zu den auffälligsten Maßnahmen. Nach dem ursprünglichen Plan sollten die Indizes A4 und A6 ausschließlich für Elektrofahrzeuge reserviert werden, während die Verbrenner-Versionen andere Namen – A5 und A7 – erhalten sollten. Offiziell wurde dies mit dem Wunsch nach einer neuen Struktur der Modellpalette begründet, in der Praxis führte es jedoch zu erheblicher Verunsicherung bei Kunden und Händlern.

Besonders anschaulich war der Fall des ehemaligen A4, der nach dem Generationswechsel in A5 umbenannt wurde. Bei unveränderten Abmessungen, Klasse und Einsatzzweck löste diese Änderung bei Kunden, die an die lange Modellgeschichte gewöhnt waren, erhebliche Verwunderung aus.

Kurskorrektur und mögliche Rücknahme

Audi-CEO Gernot Döllner räumte in einem Interview ein, dass der Verzicht auf den Namen A4 ein Fehler gewesen sei und das Unternehmen dies korrigieren wolle. Als grundlegendes Prinzip wurde erneut ein einfaches Schema festgelegt: Index A für Pkw mit tiefer Sitzposition, Q für Crossover und SUV, die Ziffer spiegelt Größe und Segment des Fahrzeugs wider.

Ebenso wird die Möglichkeit in Betracht gezogen, den aktuellen A5 bei der nächsten Modellpflege wieder in A4 umzubenennen. Diese Maßnahme soll die Kontinuität wiederherstellen und die Verwirrung im Markt spürbar reduzieren.

Gesamte Bedeutung für die Marke

Die Geschichte der A4-Umbenennung zeigt, wie sensibel das Thema Tradition und Wiedererkennbarkeit für Premiummarken nach wie vor ist. Die Korrektur der Bezeichnungen kann lediglich ein äußeres Symptom beseitigen, während der langfristige Erfolg davon abhängt, inwieweit Audi konsequent die Klarheit ihrer Produktstrategie zurückgewinnen und die wesentlichen Qualitäten bewahren kann, die das Vertrauen der Kunden begründet haben.