BMW-Werk Regensburg wird 40: Vom klassischen Montageband zur digitalen Produktion | Automobil-News

BMW-Werk Regensburg wird 40: Vom klassischen Montageband zur digitalen Produktion

Im Jahr 2026 feiert das BMW-Werk in Regensburg 40 Jahre seit Produktionsstart.

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In diesen vier Jahrzehnten hat sich das Werk von einer vergleichsweise kompakten, auf ein einziges Modell ausgerichteten Fertigungsstätte zu einem der technologisch fortschrittlichsten und leistungsstärksten Werke der BMW Group in Europa entwickelt. Die Geschichte des Standorts spiegelt anschaulich den Wandel in der Automobilproduktion, der Arbeitsorganisation und der Einführung digitaler Technologien wider.

Gründung und erste Jahre

Der Beschluss zum Bau des Werks in Regensburg fiel 1983, die Serienproduktion begann Mitte der 1980er-Jahre. Das erste vom Band gelaufene Fahrzeug war der BMW 3er der Baureihe E30. Zu Beginn waren rund 1.300 Mitarbeiter beschäftigt, die geplante Tageskapazität lag bei etwa 400 Fahrzeugen.

Bereits in den ersten Jahren erfolgte ein rascher Ausbau. 1987 ging die eigene Lackiererei in Betrieb und in den Montagehallen wurden die ersten vernetzten Computersysteme installiert – der Grundstein für die spätere Automatisierung der Fertigungsprozesse.

Wachstum der Stückzahlen und Kapazitätserweiterung

Anfang der 1990er-Jahre nahm die Karosseriebau-Linie ihren Betrieb auf, die Belegschaft wuchs auf über 7.000 Mitarbeiter. Die Jahresproduktion erreichte rund 128.000 Fahrzeuge. 1995 lief das millionste Fahrzeug vom Band, Ende des Jahrzehnts lag die Jahresproduktion bereits über 200.000 Einheiten.

Bis 2005 stieg die Jahresproduktion auf über 300.000 Fahrzeuge. Parallel wurden Presswerk, Logistik und Qualitätssicherung konsequent weiterentwickelt, um die Voraussetzungen für neue Modelle und eine breitere Modellpalette zu schaffen.

Digitalisierung und Automatisierung der Produktion

In den vergangenen Jahren stand die Digitalisierung im Mittelpunkt der Weiterentwicklung. Künstliche Intelligenz kommt intensiv zum Einsatz – unter anderem bei der Oberflächenprüfung im Lackierwerk und bei der Qualitätskontrolle an den Montagelinien. Die Logistik der Bauteile wird über Cloud-Plattformen gesteuert, die Lieferungen in Echtzeit optimieren.

Seit 2025 erfolgt der Transport fertiger Fahrzeuge autonom: Nach Abschluss der Montage fahren die Fahrzeuge fahrerlos in den Versandbereich. Alle 57 Sekunden verlässt ein neues Fahrzeug die Linie.

Produktionsergebnisse und gefertigte Modelle

Im vergangenen Jahr erreichte das Werk mit rund 357.000 produzierten Fahrzeugen einen neuen Höchstwert und ist damit das volumenstärkste BMW-Werk in Europa. Mehr als 150.000 Einheiten entfielen auf elektrifizierte Varianten. Den größten Produktionsanteil hatte der BMW X1.

Seit Produktionsbeginn wurden insgesamt über 8,7 Millionen Fahrzeuge hergestellt. Das mit Abstand meistgebaute Modell ist der BMW 3er mit mehr als 4 Millionen Einheiten. In verschiedenen Perioden wurden zudem Modelle der Baureihen 1, 2 und 4 sowie X2 und Z4 gefertigt.

Fazit

Die 40-jährige Geschichte des BMW-Werks Regensburg spiegelt die Entwicklung der modernen Automobilproduktion wider – vom klassischen Montageband hin zu hochautomatisierten, intelligenten und digital vernetzten Systemen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Technologien und Prozessen sichert dem Werk hohe Effizienz und eine zentrale Rolle im globalen Produktionsnetzwerk der BMW Group.