BYD verliert Wachstumsschwung: Rückgang der Verkäufe und Fahrzeugüberschuss | Automobil-Nachrichten weltweit | automotive24.center

Wachstum bremst ab: BYD trifft auf starken Verkaufsrückgang und Fahrzeugüberschuss

Der chinesische Automobilhersteller BYD, der noch vor kurzem als Sinnbild für rasanten Wachstum und technologischen Sprung galt, sieht sich zu Beginn des Jahres 2026 mit einer für das Unternehmen neuen Lage konfrontiert

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Die Verkäufe des Unternehmens sind deutlich zurückgegangen, die Lagerbestände haben zugenommen und die zuvor angekündigten Expansionspläne erscheinen nicht mehr erreichbar. Dieser Beitrag analysiert die Hintergründe und erklärt, warum die Abschwächung so abrupt ausgefallen ist.

Vom Rekordwachstum zu ersten Anzeichen der Abkühlung

In den vergangenen Jahren hat BYD eine Dynamik gezeigt, die in der modernen Automobilindustrie ohne Beispiel ist. Verkaufte das Unternehmen 2021 noch rund 750.000 Fahrzeuge, überstiegen die Verkäufe im vergangenen Jahr 4,6 Millionen Einheiten – womit die Marke zu den weltweit größten Herstellern aufstieg. Vor diesem Hintergrund formulierte die Unternehmensführung noch ambitioniertere Prognosen: 5,5 Millionen Fahrzeuge im Folgejahr und anhaltendes Wachstum in der weiteren Zukunft.

Bereits in der zweiten Jahreshälfte des Vorjahres ließ jedoch das Tempo nach. Im Sommer kam das Verkaufswachstum fast zum Stillstand, im Herbst traten erstmals Monate mit negativer Entwicklung auf und zum Jahresende war die Kluft zwischen Erwartung und Realität offenkundig. Besonders aussagekräftig war der Januar 2026.

Ergebnisse im Januar und Veränderung der Nachfragestruktur

Im ersten Monat des Jahres verkaufte BYD etwa 210.000 Fahrzeuge. Das entspricht einem Rückgang von rund 30 Prozent gegenüber Januar des Vorjahres und fast einer Halbierung im Vergleich zu Dezember. Betroffen waren sowohl reine Elektromodelle als auch Plug-in-Hybride, die zuvor als stabileres Segment galten.

Angesichts der rückläufigen Inlandsnachfrage bleibt der Export ein positiver Faktor. Die Ausfuhren außerhalb Chinas stiegen um mehr als 50 Prozent und überschritten im Monat 100.000 Fahrzeuge. Dennoch kompensiert dieser Zuwachs den Gesamtrückgang der Verkäufe bisher nicht.

Veränderte Rahmenbedingungen auf dem chinesischen Inlandsmarkt

Eine der zentralen Ursachen für die Abschwächung ist die Anpassung der staatlichen Politik. Elektrofahrzeuge in China haben mehrere steuerliche Vorteile verloren: Seit Jahresbeginn gilt wieder die fünfprozentige Kaufsteuer, zahlreiche Subventionen – einschließlich regionaler – wurden gestrichen. Zudem werden strengere Anforderungen an große und leistungsstarke Elektromodelle diskutiert, was deren Marktpräsenz einschränken könnte.

Für die Hersteller bedeutet dies höhere Kosten und die Notwendigkeit, die Modellpalette anzupassen. Bei BYD verschärft die Preispolitik der vergangenen Jahre die Lage: Das Unternehmen senkte die Preise aggressiv, teilweise bis nahe an die Produktionskosten.

Preisdruck und Produktionsrisiken

Eine deutliche Preiserhöhung ist für BYD aufgrund des intensiven Wettbewerbs kaum möglich, während eine Reduzierung der Produktionsvolumina die Skaleneffekte gefährdet, auf denen ein Großteil der Wirtschaftlichkeit beruht. Dadurch steht das Unternehmen vor einem Überschuss an bereits produzierten Fahrzeugen, für die es derzeit nicht genügend Abnehmer gibt.

Fazit

Die Lage bei BYD zeigt, dass selbst die schnellstwachsenden Automobilhersteller anfällig für Veränderungen der Markt- und Regulierungsbedingungen sind. Sinkende Verkäufe, wachsende Lagerbestände und die Abhängigkeit vom Export stellen das Unternehmen vor eine komplexe Anpassungsaufgabe. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob BYD seine Position stabilisieren und die Strategie ohne größere Verluste korrigieren kann.