Käufer kehren zu Benzin und Diesel zurück: Erkenntnisse der Studien | globale Auto-News | automotive24.center

Käufer setzen wieder auf Benzin und Diesel: Was globale Studien zeigen

Der Automobilmarkt durchläuft eine Phase der Neubewertung von Erwartungen

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Nach mehreren Jahren intensiver Förderung von Elektrofahrzeugen deuten immer mehr Daten darauf hin, dass sich die Präferenzen der Käufer in die entgegengesetzte Richtung verschieben. Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse der jüngsten globalen Deloitte-Studie zusammen und hilft zu verstehen, welche Antriebsarten Menschen weltweit für ihren nächsten Fahrzeugkauf in Betracht ziehen.

Kontext: Erwartungen und Marktrealität

In den vergangenen Jahren erhielten Elektrofahrzeuge erhebliche Unterstützung – von der Ausweitung der Modellpaletten über Subventionen bis hin zu Steuervergünstigungen. Gleichzeitig hat sich die Entwicklung neuer Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselmotoren deutlich verlangsamt. Dennoch hat das Wachstum des Angebots und der medialen Präsenz nicht zu einem vergleichbaren Anstieg der nachhaltigen Nachfrage geführt.

Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen bleiben in vielen Ländern auf niedrigem Niveau und gehen in einzelnen Fällen sogar im Jahresvergleich zurück – trotz neuer Modelle und zusätzlicher Fördermaßnahmen. Dies bildete den Ausgangspunkt für eine genauere Analyse der tatsächlichen Käuferstimmungen.

Was die Deloitte-Studie zeigt

Die Global Automotive Consumer Study 2026 von Deloitte umfasst die wichtigsten Automobilmärkte weltweit: USA, Europa, China, Indien, Japan, Südkorea sowie Länder Südostasiens. Eine der zentralen Fragen bezog sich auf die Antriebsart, die die Befragten in ihrem nächsten Fahrzeug bevorzugen würden.

Die Ergebnisse waren eindeutig. In den meisten Regionen orientiert sich die große Mehrheit der Käufer an Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotoren, einschließlich klassischer Verbrennungsmotoren, Hybriden und Plug-in-Hybriden. In den USA wählen rund 87 % der Befragten diese Varianten, während rein elektrische Fahrzeuge lediglich von 7 % in Betracht gezogen werden.

Situation in verschiedenen Regionen

Außerhalb der USA unterscheidet sich das Bild in den Details, nicht jedoch in der grundsätzlichen Logik. In China ist das Interesse an Elektrofahrzeugen höher, dennoch entscheiden sich dort weniger als ein Viertel der potenziellen Käufer dafür. In Deutschland liegt der Anteil der Befürworter rein elektrischen Antriebs bei etwa 16 %, im Vereinigten Königreich bei rund 11 %, in Südkorea bei etwa 11 %, in Indien bei rund 10 % und in Japan bei nur wenigen Prozent.

Diese Werte zeigen, dass Elektrofahrzeuge zwar eine spürbare, aber bei Weitem nicht dominierende Marktposition einnehmen. Gleichzeitig erwarten die meisten Käufer weiterhin Vielseitigkeit, vorhersehbare Nutzung und transparente Besitzkosten vom Fahrzeug.

Gründe für den Stimmungswechsel

Deloitte stellt fest, dass der Wendepunkt in der Haltung zu Elektrofahrzeugen aus praktischer Erfahrung resultiert. Zu den am häufigsten genannten hemmenden Faktoren gehören:

  • begrenzte Reichweite, insbesondere bei kalter Witterung,
  • lange Ladezeiten an öffentlichen Stationen,
  • hohe Stromkosten beim Schnellladen,
  • schneller Wertverlust der Fahrzeuge,
  • Ungewissheit über Lebensdauer und Preis der Traktionsbatterien.

Während zwischen 2018 und 2022 noch ein schrittweiser und nachhaltiger Nachfrageschub hin zum Elektroantrieb erwartet wurde, registrieren die jüngsten Umfragen den gegenteiligen Trend – zunehmende Skepsis und eine ausgewogenere Technologiebewertung.

Was Käufern heute wirklich wichtig ist

Die Studie zeigt außerdem, dass viele Initiativen der Hersteller nicht mit den tatsächlichen Kundenwünschen übereinstimmen. Online-Verkauf direkt vom Hersteller, kostenpflichtige Softwarefunktionen oder Over-the-Air-Updates gehören nicht zu den entscheidenden Auswahlkriterien. Deutlich größeres Gewicht haben weiterhin Preis, technische Daten, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit des Service.

Fazit

Die Daten von Deloitte machen deutlich: Die Erwartung eines massenhaften und schnellen Übergangs zum reinen Elektroantrieb stimmt nicht mit den aktuellen Käuferstimmungen überein. Weltweit betrachten die meisten Menschen nach wie vor Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselmotoren als Grundlage ihrer Mobilität. Für die Automobilhersteller ist dies ein deutliches Signal, reale Marktpräferenzen zu berücksichtigen, statt sich ausschließlich an Prognosen und strategischen Ankündigungen zu orientieren.