BMW 7er E38 (1994–2001) – Generationstest & Gebrauchtmarkt in Deutschland | Autonews

BMW 7er III (dritte Generation 1994–2001) E38 – umfassender Generationstest

Der BMW 7er III, bekannt als E38-Generation oder BMW 7er 1994–2001, markiert das dritte Kapitel der großen Luxuslimousine des bayerischen Herstellers

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Diese Generation mit internem Code E38 wurde von 1994 bis 2001 gebaut. Der Verkaufsstart in Europa erfolgte 1994, die Produktion endete 2001 – danach kam die vierte Generation (E65). In Deutschland war der E38 ab Ende der 1990er-Jahre über Importe und später auch offiziell verfügbar und wurde schnell zum Statussymbol für Unternehmer und gehobene Klientel. Die Limousine basiert auf einer Heckantriebs-Plattform mit Aluminium-Komponenten in Fahrwerk und Karosserie, was Gewicht sparte und die Verwindungssteifigkeit deutlich erhöhte.

Das Design des BMW 7er E38 besticht durch eine elegante, aber dominante Linienführung: langer Motorhaube, breite Nieren, schmale Scheinwerfer und fließende Konturen. Die Karosserie wuchs deutlich: Länge 4984 mm (Normal), 5124 mm (Langversion), Breite 1862 mm, Höhe 1435 mm, Radstand 2930/3070 mm. Leergewicht 1800–2200 kg. Das Facelift 1998 brachte neue Scheinwerfer, überarbeitete Stoßfänger und LED-Rückleuchten. Antrieb: V8- und V12-Motoren (2,8–5,4 Liter, 193–326 PS), ZF-5-Gang-Automatik, Hinterradantrieb. Technische Highlights: adaptive EDC-Fahrwerk, Park Distance Control, Navigation, bis zu 8 Airbags, ASC+T. Der E38 galt als Inbegriff von Luxus und Technologie – direkter Rivale von Mercedes S-Klasse und Audi A8.

Was ist neu gegenüber dem Vorgänger?

Im Vergleich zur zweiten Generation (E32, 1986–1994) machte der E38 einen gewaltigen Sprung in Sachen Moderne und Komfort. Das Design wurde aerodynamischer (cw-Wert 0,30 statt 0,32), Länge (+58 mm) und Radstand (+60 mm) wuchsen für harmonischere Proportionen und deutlich mehr Fondraum. Die Karosserie wurde um 70 % steifer, Motorhaube und vordere Kotflügel aus Aluminium senkten das Gewicht.

Das Fahrwerk erhielt eine neue Mehrlenker-Hinterachse und optional EDC (elektronisch geregelte Dämpfer). Motoren: weg vom alten Reihensechser M30, hin zu modernen M60-V8 (3,0–4,0 l, 218–286 PS) und M73-V12 (5,4 l, 326 PS) mit Aluminium-Block. Technik sprang voran: ASC+T Serie, Xenon optional, CD-Navigation, integriertes Telefon, TV-Tuner. Komfortgewinn durch bessere Geräuschdämmung, Massagesitze, Fond-Klimaautomatik und Bose-Sound.

Sicherheit: Fahrer- und Beifahrer-Airbag Serie, Seitenairbags optional, ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung. Insgesamt wurde der 7er III leichter, technisch avancierter und komfortabler – BMW-Tradition mit klarem Fokus auf Luxus.

Gebrauchtmarkt in Deutschland

Auf dem deutschen Gebrauchtmarkt bleibt der BMW 7er 1994–2001 eine Nischen-Ikone für Klassik-Liebhaber, Unternehmer und Tuner. Auf Plattformen wie mobile.de, autoscout24.de und eBay Kleinanzeigen (Stand Anfang 2026) sind meist 150–250 Fahrzeuge inseriert. Der moderate, aber stetige Bedarf kommt vom zeitlosen Design, solider Technik bei Pflege und guter Ersatzteilverfügbarkeit.

Preisspanne liegt aktuell zwischen 8.000 € und 22.000 € je nach Zustand, Laufleistung und Ausstattung. Günstige Exemplare (1994–1998, hohe km, meist 730i/740i, >300.000 km) bewegen sich bei 8.000–12.000 €. Gepflegte, niedrige Laufleistung oder späte 750iL mit Vollausstattung erreichen 16.000–22.000 €. Durchschnittspreis liegt bei ca. 12.000–15.000 €. Am gefragtesten sind V8-Modelle (vor allem 740i), Automatik und Langversion – wegen Komfort und Alltagstauglichkeit (Verbrauch 12–16 l/100 km). Der V12 750iL ist selten und teurer im Unterhalt, beliebt bei Sammlern. Facelift-Modelle ab 1998 mit neuer Optik liegen klar im Plus.

Richtpreis für Deutschland: 8.000 – 22.000 €. Der E38 bleibt eine der günstigsten Möglichkeiten, echte Oberklasse-Präsenz und Fahrdynamik zu genießen.

Wichtigste Versionen & Ausstattungslinien auf dem deutschen Markt

In Deutschland gab es den E38 in den Linien Basis/Standard, Executive, Highline und Individual/750iL – oft mit hiesigen Vorlieben (Komfortpakete, Xenon, starke Audioanlagen). Die häufigsten Varianten im Überblick.

Basis/Standard: 730i oder 740i V8, Automatik, Leder, Zweizonen-Klima, ABS, Frontairbags, 16-Zoll-Felgen. Viele Importe erhielten Sitz- und Spiegelheizung.

Executive: Navigation, Premium-Sound (meist Harman Kardon oder Bose), EDC-Fahrwerk, Glasschiebedach, erweiterte Holzapplikationen.

Highline: belüftete/massierende Vordersitze, Fond-Klima, elektrische Rollos hinten, Xenon, 17-Zoll-Felgen, TV optional.

Individual/750iL: V12, langer Radstand, hochwertiges Leder/Alcantara, Vollholz, Nachtsicht (selten), Komplett-Elektrik.

V8-Modelle dominieren klar (≈85 %), meist Euro 2/3-Norm-konform. Am stärksten nachgefragt sind Executive- und Highline-Versionen mit Automatik.

Ausstattungslinie Wichtigste Merkmale Motoren Gebrauchtpreisspanne (ca. in €)
Standard Leder, Klima, ABS 2.8–4.0 V8 8.000 – 12.000
Executive Navigation, Premium-Sound, EDC 3.0–4.4 V8 12.000 – 16.000
Highline Massage, Xenon, Fond-Klima 4.0–4.4 V8 15.000 – 20.000
Individual/750iL Alcantara, V12, Vollausstattung 5.4 V12 18.000 – 22.000+

Fazit

Der BMW 7er III (1994–2001) passt perfekt zu Unternehmern, Familien (besonders Langversion) und Liebhabern klassischen Luxus für Stadt und Autobahn. Kein SUV, aber mit butterweichem Fahrwerk und großem Kofferraum (≈500 l) ideal für lange Strecken und Wochenendausflüge.

Warum heute noch interessant: zeitloses Design, langlebige V8-Motoren, Oberklasse-Komfort zum Preis eines Mittelklasse-Kombis. In Zeiten, in denen neue Luxuslimousinen locker über 100.000 € kosten, bietet der E38 echten Status und Präsenz für unter 20.000 €.

Worauf achten beim Kauf: Rost (besonders an Unterboden und Radläufen), Zustand der Automatik (Reparaturen teuer), Kühlsystem (Überhitzungsgefahr), lückenloser Scheckheftverlauf und realistische Laufleistung. Eine gründliche Untersuchung in einer BMW-Fachwerkstatt ist Pflicht. Bei guter Auswahl bleibt der 7er der dritten Generation zeitloser Klassiker.