
Manchmal präsentieren Automobilhersteller etwas derart Symbolisches, dass man sich fragt: „Und dafür haben wir gewartet?“ Genau so verhielt es sich, als Audi erstmals seinen zukünftigen Formel-1-Boliden zeigte. Im Wesentlichen wurde lediglich die Lackierung enthüllt – ohne echtes Design, ohne aerodynamische Lösungen, ohne alles, was ein Auto wirklich ausmacht. Dennoch löste bereits dies Aufsehen aus: Nicht jeden Tag tritt ein neuer Werkskonzern in die Meisterschaft ein.
Auf den Bildern ist eine stimmige Kombination aus Titan-Grau, Kohle-Schwarz und dem charakteristischen leuchtenden Rot zu sehen. Sogar das berühmte Vier-Ringe-Logo wird rot sein – ein Ansatz, den Audi ausschließlich in der Formel 1 wählt. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass der finale Bolide exakt so aussehen wird: Sponsoren werden zwangsläufig ihre Anpassungen vornehmen, während die Ingenieure weiterhin an der Aerodynamik arbeiten.

Neue Saison – neue Regeln und zahlreiche Veränderungen
Das kommende Jahr verspricht besonders bewegt zu werden. In der Formel 1 erscheint das elfte Team – Cadillac, Red Bull startet eine Partnerschaft mit Ford, Alpine wechselt zu Mercedes-Motoren und Renault zieht sich als Motorenlieferant zurück. Und das betrifft nur die Team-Veränderungen.
Auch die technischen Regeln werden deutlich überarbeitet. Die Motorleistung bleibt nahe der 1.000-PS-Marke, doch der Hauptbeitrag wird künftig nicht mehr vom Turbomotor, sondern vom Elektromotor kommen – der Hybrid-Anteil wird deutlich stärker. Die Boliden werden kleiner und verlieren etwa 30 kg Gewicht, zudem halten aktive Aerodynamik-Elemente Einzug. Wie sich das auf Überholmanöver auswirkt, wird sich zeigen, doch die Hoffnung auf mehr Action ist berechtigt.
Audi steigt ins Spiel ein
Das Spannendste ist der Einstieg von Audi als vollwertiges Werksteam. Nach der Übernahme von Sauber wandelt die Marke die Struktur in eine eigene Einheit um: Die Motoren entstehen in Neuburg in Deutschland, das Chassis in Hinwil in der Schweiz, die Teamzentrale bleibt in Bicester im Vereinigten Königreich. Die internationale Aufstellung entspricht dem modernen Charakter des Motorsports.
Die Fahrerpaarung für die erste Saison steht bereits fest: Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto. Beide Piloten stellen eine interessante Wahl dar, und wenn Audi tatsächlich bis 2030 um Titel kämpfen will, wie CEO Gernot Döllner ankündigt, wird harte und konsequente Arbeit erforderlich sein.
Wann wir alles wirklich sehen
- Januar – vollständige Präsentation des Boliden;
- Februar – Tests in Barcelona und offizielle Fahrten in Bahrain;
- 6. März – Saisonstart in Australien.

Es ist positiv, dass Audi nicht vorzeitig alle Karten aufdeckt. Eine fertige Präsentation im November käme einem Geschenk an die Konkurrenz gleich: „Hier, studiert unsere Geheimnisse“. So bleibt die Spannung erhalten: Die Markenfarben kennen wir bereits, doch wie diese Töne im finalen Design des Boliden zusammenkommen, ist noch völlig offen. Genau das steigert das Interesse.
Daher warten wir auf Januar – der deutsche Einstieg in die Formel 1 dürfte zu den meistdiskutierten Ereignissen des kommenden Jahres zählen.