Qi2-Magnetische kabellose Ladung im Auto – Automobil-News weltweit | automotive24.center

Kabelloses Laden im Auto, das endlich richtig funktioniert

Kabelloses Laden für Smartphones ist längst keine Exotik mehr und hat sich zu einer gängigen Ausstattung in modernen Fahrzeugen entwickelt

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Wenn man ehrlich ist, überwiegen jedoch meist die Nachteile. Das Smartphone wird heiß, lädt langsam und rutscht bei der ersten energischen Lenkbewegung oder Bremsung irgendwo unter den Sitz. Am Ende steht statt Komfort nur Ärger und der ständige Versuch, das Gerät wieder richtig auf die Ladefläche zu legen.

Warum die meisten Lösungen enttäuschen

Das Problem ist nahezu überall identisch: Das Smartphone wird im Fahrzeug nicht wirklich fixiert. Das Auto beschleunigt, bremst und fährt Kurven, während die Induktionsfläche so tut, als stünde das Fahrzeug still. Im besten Fall rutscht das Gerät weg und der Ladevorgang bricht ab, im schlimmsten Fall fällt es herunter und schlägt gegen Kunststoff.

Manchmal nimmt die Situation fast absurde Züge an. Bei Sportwagen, die für hohe Querbeschleunigungen ausgelegt sind, erweist sich die Ladefläche häufig als schwächstes Element des Innenraums. Das Fahrzeug kann präzise wie auf Schienen fahren – das Smartphone auf der Fläche bleibt trotzdem nicht liegen. Das ist umso erstaunlicher, als die technische Lösung dafür seit Langem verfügbar ist.

Nissan hat es überraschend richtig gemacht

Hier kommt Nissan ins Spiel – ein Hersteller, von dem man in den letzten Jahren selten technologische Innovationen erwartet. Umso bemerkenswerter, dass ausgerechnet Nissan die kabellose Ladetechnik im Auto erstmals wirklich ausgereift hat. In den Modellen Pathfinder und Murano des Modelljahrs 2026 setzt die japanische Marke auf das Qi2-System mit magnetischer Fixierung.

Das Prinzip ist einfach und effektiv: Die Ladefläche verfügt über einen Magnetring, an dem das Smartphone förmlich haftet. Kein Verrutschen, kein Herumrutschen, keine Suche nach dem Gerät im Innenraum. Einfach auflegen – und es bleibt auch bei dynamischer Fahrweise sicher an Ort und Stelle.

Kühlung und Geschwindigkeit – zwei weitere Vorteile

Doch damit nicht genug. Nissan ist der erste Hersteller, der aktive Kühlung in ein kabelloses Ladesystem integriert hat. Ein eingebauter Lüfter überwacht die Temperatur von Ladefläche und Smartphone und verhindert Überhitzung sowie die damit verbundene Reduzierung der Ladeleistung.

Das System liefert 15 Watt – ein für Automobilverhältnisse sehr guter Wert. Was früher fast vier Stunden dauerte, um von 10 auf 90 Prozent zu laden, geht nun in etwa eineinhalb Stunden. Für Langstreckenfahrten ein entscheidender Unterschied.

Kompatibilität und Einschränkungen

Es gibt allerdings eine Einschränkung: Qi2 ist nicht mit allen Smartphones kompatibel. Unterstützt werden iPhones ab Modell 12, aktuelle Google Pixel sowie Android-Geräte mit passender magnetischer Hülle. Die Ladefläche befindet sich am unteren Bereich der Mittelkonsole, der Ladezustand wird durch eine einfache und klare Leuchtanzeige signalisiert.

Warum erst jetzt?

Die naheliegendste Frage lautet: Warum haben sich die Autohersteller so lange Zeit gelassen, um magnetisches Laden einzuführen? Die Idee ist keineswegs neu. Apple nutzte MagSafe bereits Mitte der 2000er-Jahre bei Notebooks und führte es 2020 bei Smartphones ein. Im Automobilbereich blieb die Technologie jedoch lange Zeit auf Messekonzepte beschränkt.

Nun ist sie endlich in Serienfahrzeugen angekommen. Es bleibt abzuwarten, wann Nissan die Preise bekannt gibt und die Funktion auch in die für den europäischen Markt bestimmten Modelle integriert. Zu wünschen wäre, dass sie zum neuen Standard wird und nicht zur seltenen Ausnahme.