
Mit der dritten Generation mit dem internen Kürzel CR wurde dieser Spagat noch deutlicher: Der Touareg wurde digitaler, komfortabler und technisch anspruchsvoller. Gleichzeitig verlagerte sich sein Schwerpunkt weiter vom klassischen Geländewagen hin zum souveränen Langstrecken-SUV für Autobahn, Reise und Anhängerbetrieb.
Dabei versucht der Volkswagen Touareg III nicht, ein Premium-SUV einfach zu kopieren. Eine dritte Sitzreihe gibt es nicht, ebenso wenig eine breite Auswahl an Karosserievarianten. Stattdessen bleibt er ein großes fünfsitziges SUV für Käufer, die kräftige Motoren, viel Platz, permanenten Allradantrieb und hochwertige Technik suchen, ohne zwingend ein Premium-Emblem zu wollen.
Warum die dritte Generation deutlich anders ausfällt
Der Wechsel auf den Modularen Längsbaukasten MLB Evo war für den Touareg wichtiger als eine reine Designänderung. Auf derselben Architektur basieren auch große Modelle des Volkswagen-Konzerns. Entsprechend liegt der Touareg bei Fahrwerk, Elektronik und Assistenzsystemen deutlich näher an der Oberklasse als an Tiguan und Co.
Gegenüber dem Touareg II wurde das Fahrzeug länger und geräumiger, zugleich wirken die Proportionen flacher. Frühe Modelle ab 2018 erkennt man an der breiten Chromfront mit optisch integrierten Scheinwerfern. Mit dem Facelift von 2023 änderten sich Front, Leuchten und Stoßfänger deutlich; hinzu kamen je nach Ausstattung die neue Lichtsignatur mit durchgehender LED-Leiste und ein beleuchtetes Volkswagen-Logo am Heck.
Die größte Veränderung findet sich jedoch im Innenraum. Höher ausgestattete Fahrzeuge erhielten das Innovision Cockpit, bei dem das digitale Kombiinstrument optisch mit dem großen Infotainment-Display verschmilzt. 2018 wirkte diese Lösung fast wie eine Studie. Heute erscheint sie vertrauter, wobei die weitgehend bildschirmbasierte Bedienung von Klima- und Fahrzeugfunktionen nicht jedem Fahrer liegt.
Komfort steht stärker im Vordergrund als Offroad-Image
Der Touareg III behielt 4MOTION-Allradantrieb, kräftige Motoren und eine hohe Anhängelast, ist in seinem Charakter aber klar straßenorientierter. Schon mit Stahlfederung fühlt er sich auf langen Autobahnetappen zu Hause. Die optionale Luftfederung erweitert die Bandbreite, weil sie Bodenfreiheit und Fahrzeugniveau verändern kann und zugleich den Federungskomfort verbessert.
Je nach Ausstattung sind außerdem Allradlenkung und elektromechanische aktive Wankstabilisierung erhältlich. Die Allradlenkung reduziert den Wendekreis und macht das fast fünf Meter lange SUV in engen Parkhäusern angenehmer. Die aktive Wankstabilisierung hält die Karosserie in schnellen Kurven ruhiger. Beim Gebrauchtwagenkauf sollten solche Systeme allerdings nicht nur als Pluspunkt, sondern auch als zusätzliche technisch komplexe Baugruppen betrachtet werden.
Motoren, die auf dem deutschen Markt relevant sind
In Deutschland wurde der Touareg III überwiegend mit großvolumigen V6-Motoren angeboten. Für den Gebrauchtwagenmarkt sind vor allem die beiden 3.0 V6 TDI wichtig. Daneben gibt es den 3.0 V6 TSI, zeitweise den 4.0 V8 TDI sowie die Plug-in-Hybride eHybrid und R eHybrid. Die konventionellen V6- und V8-Versionen sowie die Plug-in-Hybride arbeiten mit einer Achtgang-Automatik und 4MOTION.
| Version | Was Käufer wissen sollten |
| 3.0 V6 TDI, 231 PS | Der schwächere V6-Diesel wurde in Deutschland offiziell angeboten. Er ist seltener als der 286-PS-Diesel, bietet aber bereits viel Drehmoment für Reise- und Anhängerbetrieb. |
| 3.0 V6 TDI, 286 PS | Eine der wichtigsten Varianten auf dem deutschen Gebrauchtmarkt. Sie verbindet kräftige Fahrleistungen mit dem für einen großen Diesel-SUV typischen Langstreckencharakter. |
| 3.0 V6 TSI, 340 PS | Der V6-Benziner ist in Deutschland offiziell angeboten worden, am Gebrauchtmarkt aber deutlich seltener als die TDI-Versionen. |
| 4.0 V8 TDI, 421 PS | Nur zeitweise erhältlich und entsprechend selten. Der V8 ist eher ein spezieller Gebrauchtwagenkauf als die typische Touareg-Konfiguration. |
| eHybrid, 381 PS / R eHybrid, 462 PS | Die Plug-in-Hybride kamen ab 2020 hinzu. Sie kombinieren einen 3.0 V6 TSI mit E-Motor; für den Alltag ist regelmäßiges Laden entscheidend. |
Für viele deutsche Gebrauchtwagenkäufer ist der 3.0 V6 TDI besonders plausibel, wenn das Fahrzeug überwiegend auf längeren Strecken eingesetzt wird. Das hohe Drehmoment passt zu Gewicht und Einsatzprofil des Touareg. Der 286-PS-Diesel wirkt beim Überholen und bei höherem Autobahntempo souveräner, während der 231-PS-Motor keineswegs untermotorisiert ist, sondern schlicht zurückhaltender abgestimmt wirkt.
Der 3.0 V6 TSI eignet sich eher für Fahrer mit geringerer Jahresfahrleistung oder einem Fahrprofil, bei dem ein Diesel weniger sinnvoll erscheint. Die Plug-in-Hybride bieten hohe Systemleistung, doch ihr Konzept spielt seine Vorteile vor allem bei regelmäßigem Laden aus. Ohne Ladeoption bleibt ein schweres Fahrzeug mit zusätzlicher Hybridtechnik, deren Mehrwert im Alltag deutlich geringer ausfällt.

Die Ausstattung ist wichtiger als der Schriftzug am Heck
Je nach Baujahr begegnet man beim Touareg III in Deutschland unter anderem den Linien Atmosphere, Elegance und R-Line. Mit dem Facelift wurden Basisversion, Elegance und R-Line fortgeführt, dazu kommt der Touareg R eHybrid. Zum Auslauf der Baureihe werden die Modelle als FINAL EDITION angeboten. Die genaue Ausstattung kann selbst innerhalb derselben Linie deutlich variieren. Deshalb ist beim Gebrauchtwagen die tatsächliche Fahrzeugkonfiguration wichtiger als der R-Line-Schriftzug allein.
Äußerlich ähnliche Fahrzeuge können sich bei Fahrwerk, Lenkung, Lichttechnik, Verglasung und Assistenzsystemen erheblich unterscheiden. Gefragt sind auf dem deutschen Markt unter anderem Luftfederung, Allradlenkung, Matrix- beziehungsweise HD-Matrix-Licht, Area View, adaptive Geschwindigkeitsregelung, Sitzbelüftung, Head-up-Display, Türzuziehhilfe, Dynaudio-System und Panoramadach. Nicht jede dieser Optionen ist für jeden Fahrer gleich wichtig.
Welche Optionen den Charakter wirklich verändern
Die Luftfederung beeinflusst den Fahreindruck besonders stark, weil sie Komfort und Variabilität erhöht. Die Allradlenkung ist vor allem in Städten, Tiefgaragen und engen Parkhäusern hilfreich. Matrix-Scheinwerfer spielen ihre Vorteile auf unbeleuchteten Landstraßen und bei Nachtfahrten aus. Für Vielfahrer können Sitzbelüftung, Komfortsitze und Akustikverglasung im Alltag wichtiger sein als reine Designpakete.
Große Räder stehen dem Touareg optisch gut, kosten aber Komfort und erhöhen die Ausgaben für Reifen. Wer häufig lange Strecken fährt, ist mit einer moderaten Radgröße und ausreichend Reifenquerschnitt oft ausgewogener unterwegs als mit maximal großen 21- oder 22-Zoll-Rädern.
Deutscher Markt: vom frühen V6 TDI bis zur FINAL EDITION
Der Gebrauchtmarkt in Deutschland ist breit aufgestellt. Besonders häufig findet man 3.0 TDI aus den ersten Baujahren, daneben jüngere Faceliftmodelle, Benziner und Plug-in-Hybride. Fahrzeuge mit nachvollziehbarer Wartung, guter Ausstattung und moderater Laufleistung liegen preislich deutlich über Exemplaren mit hoher Kilometerleistung oder lückenhafter Historie.
Für frühe Touareg CR aus dem Jahr 2018 liegen viele Angebote grob im Bereich von rund 28.000 bis 37.000 €. Fahrzeuge der Baujahre 2019 bis 2021 bewegen sich je nach Laufleistung, Motorisierung und Ausstattung häufig etwa zwischen 30.000 und 50.000 €. Faceliftmodelle ab 2023 werden in der Regel deutlich höher gehandelt; je nach Version und Laufleistung sind etwa 45.000 bis über 70.000 € realistisch. Diese Bereiche sind Marktbeobachtungen und keine festen Preislisten.
Beim Neuwagen befindet sich die Baureihe inzwischen im Auslauf. Die FINAL EDITION war in Deutschland je nach Linie mit Benzin-, Diesel- und Plug-in-Hybridantrieb erhältlich. Volkswagen nannte für das Basismodell einen Einstiegspreis von 75.025 €, für Elegance FINAL EDITION 81.505 €, für R-Line FINAL EDITION 86.255 € und für den Touareg R FINAL EDITION 103.005 €. Eine individuelle Konfiguration ist inzwischen nicht mehr möglich; verfügbar sind noch Lager- und Bestandsfahrzeuge.
Auch der Modellstatus ist wichtig: Die Produktion der dritten Touareg-Generation mit Verbrennungs- beziehungsweise Plug-in-Hybridantrieb endet 2026. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt in Deutschland zunehmend auf bereits produzierte Neuwagen und den Gebrauchtmarkt. Wer einen jungen Touareg sucht, findet deshalb parallel frühe Vor-Facelift-Fahrzeuge, die überarbeitete Version ab 2023 und die letzten FINAL-EDITION-Exemplare.

Was der Käufer im Alltag tatsächlich bekommt
Der Volkswagen Touareg wird häufig mit Audi Q7, BMW X5 oder Mercedes-Benz GLE verglichen, lässt sich aber sinnvoller als eigenständiges Konzept betrachten. Er verzichtet auf eine dritte Sitzreihe und bietet stattdessen einen großzügigen Fünfsitzer. Bei den konventionellen Antrieben fasst der Kofferraum rund 810 Liter; bei den Plug-in-Hybriden fällt er wegen der Batterie mit etwa 655 bis 665 Litern kleiner aus.
Eine Stärke des Modells ist die Verbindung aus Größe und Fahrbarkeit. Der Touareg fühlt sich nicht kompakt an, lässt sich mit Allradlenkung aber überraschend handlich bewegen. Auf der Autobahn spielt er seine Qualitäten besonders aus: hohe Fahrstabilität, kräftige Motoren, guter Geräuschkomfort und ein breites Angebot an Assistenzsystemen machen ihn zu einem typischen Langstreckenfahrzeug.
Gleichzeitig ist die dritte Generation kein günstiger Volkswagen im Unterhalt. Die technische Nähe zur Oberklasse zeigt sich auch bei Bremsen, Reifen, Fahrwerkskomponenten, Elektronik und Lichttechnik. Je umfangreicher die Ausstattung, desto wichtiger ist vor dem Kauf eine gründliche Diagnose. Das gilt insbesondere für Luftfederung, aktive Wankstabilisierung, Allradlenkung, Matrix-Scheinwerfer, Kameras und die zahlreichen Steuergeräte.
Unterm Strich passt der Volkswagen Touareg III zu Käufern, die ein großes, schnelles und hochwertig ausgestattetes Fünfsitzer-SUV ohne demonstrativen Premium-Auftritt suchen. Für viele Gebrauchtkäufer in Deutschland dürfte ein 3.0 V6 TDI mit lückenloser Historie und sinnvoller Ausstattung die ausgewogenste Wahl sein. Maximale Ausstattung lohnt sich vor allem dann, wenn Zustand, Wartung und technische Prüfung zum Preis des konkreten Fahrzeugs passen.