Toyota RAV4 (2013–2018) Innenraum: Materialien, Ausstattung & Facelift-Änderungen | automotive24.center

Innenraum des Toyota RAV4 IV (2013–2018) – Cockpit, Ausstattungslinien und wichtigste Änderungen

Auch 2025 zählt der Innenraum des Toyota RAV4 der vierten Generation noch immer zu den praktischsten und langlebigsten im Kompakt-SUV-Segment

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Der Innenraum des Toyota RAV4 2013–2018 wurde gezielt für den Familienalltag entwickelt: viel Platz, bequeme Sitze, unzählige Ablagen und Fächer sowie vor allem eine über Jahre bewährte Verarbeitungsqualität. Selbst heute hält sich das RAV4 Interieur hervorragend gegen viele neue chinesische Konkurrenten – auch wenn es an Premium-Anmutung und großen modernen Displays mangelt.

Materialien & Design

Das Interieur der vierten Generation gliedert sich in zwei Phasen: Vor-Facelift (2013–2015) und nach Facelift (2016–2018). Vor dem Facelift war der obere Bereich des Armaturenbretts mit weichem, angenehm texturiertem Kunststoff überzogen, der untere Bereich mit hartem, aber sehr robustem Kunststoff, der selbst nach 150.000–190.000 km kaum knarzt. Die charakteristische Ablage über dem Handschuhfach wurde zum Markenzeichen dieser Baureihe – ideal für Smartphone, Brieftasche, Papiere oder Handschuhe.

Die Mittelkonsole ist leicht zum Fahrer geneigt, der Schalthebel sitzt hoch und sehr griffig. Das Kombiinstrument ist analog mit farbigem 4,2-Zoll-Bordcomputer-Display in den höheren Ausstattungslinien. Das Dreispeichen-Lederlenkrad liegt gut in der Hand, die Tasten für Audio und Tempomat sind logisch angeordnet.

Die Sitzposition ist hoch und klassisch Toyota – man sitzt wie auf einem Hocker, hat aber exzellente Rundumsicht nach vorn und zu den Seiten. Die Vordersitze sind breit mit guter Seitenführung in den Linien Executive und Lounge; die Polsterung ist mittelfest – auch auf langen Etappen von 800–1.000 km bleibt der Rücken entspannt. Der Platz im Fond gehört zu den besten der Klasse (Radstand 2.660 mm). Drei Erwachsene sitzen bequem, der Boden ist fast eben.

Der Kofferraum zählt zu den stärksten Seiten des Modells. 547 Liter Volumen (577 l beim Hybrid wegen anderem Bodenniveau), bis zu 2.078 Liter bei umgeklappten Sitzen und nahezu ebener Ladefläche. Das Reserverad liegt unter dem Boden, dadurch entstand das praktische Doppelboden-System – zwei Ebenen möglich oder komplett herausnehmbar. 12-Volt-Steckdose, Haken, Netze und gute Beleuchtung inklusive. Perfekt für Ausflüge in die Berge, Großeinkäufe oder Touren über die A8 mit Ski-Ausrüstung.

Ausstattungslinien auf dem deutschen Markt

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt dominieren europäische und vereinzelt US-Importe, offizielle deutsche Fahrzeuge sind seltener geworden. Die häufigsten Linien:

  • Comfort / Active — Stoffpolster (schwarz oder grau), manuelle Sitzverstellung Fahrer, manuelle oder automatische Klimaanlage, 6,1-Zoll-Touchscreen-Audiosystem, Bluetooth, USB, 4–6 Lautsprecher, 17-Zoll-Stahlfelgen oder Leichtmetall. Fast immer mit Sitzheizung vorn und Scheibenwischer-Enteisung.
  • Executive / Style — die mit Abstand häufigste Variante auf dem Gebrauchtmarkt (ca. 50–60 % der Angebote). Zweizonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Licht- und Regensensor, Keyless Entry & Start, Lederlenkrad und -schaltknauf, 17–18-Zoll-Leichtmetall, elektrisch anklappbare Außenspiegel, abgedunkelte hintere Seitenscheiben.
  • Lounge / Executive Plus — Leder-Innenraum (schwarz oder beige), elektrischer Fahrersitz (teilweise mit Memory), Lenkradheizung, elektrische Heckklappe, Panorama-Glasdach (mit oder ohne Schiebedach), optionales JBL GreenEdge Premium-Soundsystem (11 Lautsprecher), Totwinkelwarner, Ausstiegswarner.
  • Hybrid Executive / Premium (2016–2018) — meist voll ausgestattet: Head-up-Display verfügbar, adaptiver Tempomat, perforiertes Leder, Sitzventilation vorn (sehr selten in Deutschland), 18-Zoll-Felgen in exklusivem Design.

Die attraktivsten Gebrauchten sind aktuell die Facelift-Modelle 2016–2018 in Executive oder Lounge mit Panorama-Glasdach und vollem Toyota Safety Sense-Paket.

Interieur-Updates nach Baujahr

Die größte Veränderung brachte das Facelift 2016:

  • Komplett neu gestaltetes Armaturenbrett – die Ablage verschwand, stattdessen eine durchgehende, weiche Fläche über die gesamte Breite
  • Deutlich höhere Materialqualität – deutlich weniger Hartplastik, neue Dekoreinsätze in Carbon-Optik oder Klavierlack
  • Toyota Touch 2 mit 7-Zoll-Display (vorher 6,1 Zoll), deutlich schneller, kein Apple CarPlay/Android Auto, aber MirrorLink auf manchen Märkten
  • Verbesserte Geräuschdämmung – zusätzliche Dämm-Matten in Türen und Boden; Innenraum ca. 3–4 dB leiser
  • Neue Polster-Varianten: schwarzes Leder mit brauner Kontrastnaht, beiges Leder (sehr edel, aber anfällig für Verschmutzung)
  • Neues Lenkrad-Design mit Chrom-Applikationen
  • Sitzheizung hinten in Top-Ausstattungen (sehr selten in Deutschland)

Die Facelift-Modelle 2016–2018 wirken innen deutlich frischer und moderner – der Unterschied ist sofort beim Einsteigen spürbar.

Typische Schwachstellen im Innenraum

Trotz hoher grundsätzlicher Zuverlässigkeit treten einige bekannte Verschleißerscheinungen auf, besonders unter deutschen Bedingungen:

  • Hartplastik an Türen und unterem Armaturenbrett kratzt leicht – nach 100.000–150.000 km oft schon sichtbar abgenutzt
  • Leder am Lenkrad und den Sitzen (vor allem Fahrerseite) löst sich und reißt nach 150.000–200.000 km, besonders bei viel Sonne im Innenraum
  • Beiges Interieur verschmutzt schnell – bei typischem deutschen Straßenstaub und Wintersalz sehr auffällig
  • Schwache Dämmung der Radläufe – auf Winterreifen oder grobem Asphalt deutlich hörbar (viele Besitzer rüsten nach)
  • Multimedia vor Facelift reagiert träge, Display spiegelt stark, kein CarPlay
  • Rückenlehne hinten zu steil, Mittelarmlehne schmal
  • Rücksicht mittelmäßig – dicke C-Säulen und kleines Heckklappenglas
  • Bei Kälte vereinzelte Knarzgeräusche (häufiger beim Vor-Facelift)

Fazit

2025 wirkt der RAV4 IV Innenraum nicht mehr zeitgemäß – es fehlen riesige Displays, Ambientelicht und ultra-hochwertige Materialien wie beim Nachfolger oder aktuellen Konkurrenten. Dafür bleibt er einer der praktischsten, komfortabelsten und haltbarsten Innenräume im Gebrauchtpreis-Segment von ca. 14.000–22.000 €.

Die beste Wahl in Deutschland 2025: ein Facelift-Modell 2016–2018 in Executive- oder Lounge-Ausstattung mit Leder (am besten schwarz), Panorama-Glasdach und vollem Safety-Sense-Paket. Solche Fahrzeuge liegen meist zwischen 17.000–21.000 € und bieten das beste Preis-Komfort-Verhältnis.

Beim Kauf unbedingt prüfen:

  • Zustand von Lenkrad- und Fahrersitz-Leder (nachbezogenes Lenkrad = 400–800 € Wertminderung)
  • Funktion aller Tasten und des Infotainment-Displays
  • Keine starken Kratzer am Tür-Kunststoff
  • Kein muffiger oder Nikotin-Geruch im Innenraum
  • Einwandfreie Funktion von elektrischer Heckklappe und Panorama-Glasdach (Reparaturen teuer)

Bei knappem Budget lieber eine Executive Facelift mit Stoffpolster: deutlich pflegeleichter als Leder und praktischer im Alltag. Der Innenraum des Toyota RAV4 2013–2018 steht für Zuverlässigkeit, Platz und Alltagstauglichkeit – nicht für Wow-Effekte. Und genau das brauchen die meisten deutschen Familien.