
Das Fahrzeug wird in der Rennversion präsentiert und ist in Farben gehalten, die an die Liverys der Formel-1-Champions erinnern. Dieser Beitrag beleuchtet die Herkunft des Modells, seine technischen Besonderheiten und das konkrete Fahrzeug, das derzeit zum Verkauf steht.

Von Lastwagen zu Rennstrecken-Prototypen
Die Marke Praga ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt. Im Laufe der Jahre produzierte das Unternehmen Personenwagen und Lastwagen und konzentrierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg auf Nutzfahrzeuge. Eines der bekanntesten Modelle war der militärische Praga V3S, der jahrzehntelang gebaut und in Dutzende Länder exportiert wurde.

Die Wiederbelebung der Marke im 21. Jahrhundert war überraschend: Statt zur Nutzfahrzeugtechnik zurückzukehren, wählte das Unternehmen den Bereich leichter Sportwagen. Zuerst entstand das Modell 4S, das auf dem slowakischen Sportwagen K1 Attack basierte, jedoch mit erheblichen Modifikationen. Anschließend folgte das Projekt R1 – ein Fahrzeug, das ursprünglich für den Einsatz auf der Rennstrecke entwickelt wurde.

Auf die Rennstrecke ausgerichtete Konstruktion
Der Praga R1 wurde als reines Rennstreckenfahrzeug konzipiert, die straßenzugelassene Version kam später hinzu. Im Kern steht ein Carbon-Monocoque mit leichten Karosseriepaneelen. Das Leergewicht des Fahrzeugs liegt bei knapp über 640 Kilogramm, was ein außergewöhnliches Leistungsgewicht ermöglicht.
In der hier angebotenen Version ist ein zwei Liter großer Vierzylinder-Turbomotor von Renault Sport mit 370 PS verbaut. Er arbeitet mit einem sechsstufigen Hewland-Sequenzgetriebe zusammen, das die Kraft an die Hinterräder überträgt. Bei dieser Konfiguration liegt die spezifische Leistung bei über 570 PS pro Tonne.

Die Ingenieure wollten ein Fahrzeug schaffen, das hohe Dynamik bei überschaubaren Betriebskosten bietet. Deshalb wurde ein relativ kompakter und zuverlässiger Antriebsstrang gewählt statt komplexerer und teurerer Lösungen.

Das konkrete Exemplar
Der zum Verkauf stehende Wagen ist das Chassis Nr. 15. Seit der Auslieferung befindet er sich in der privaten Sammlung des Rennteams Squadra Lupo. Das Fahrzeug wurde ausschließlich bei Track-Days eingesetzt und hat insgesamt weniger als 25 Stunden auf der Strecke verbracht. Nach jeder Session wurde eine professionelle Wartung durchgeführt.
Der Wagen hat an keinen offiziellen Rennen teilgenommen und wurde keinen extremen Belastungen im Rennbetrieb ausgesetzt. Er wird mit einem Satz Ersatzteilen angeboten, darunter fünf komplette Radsätze inklusive Reifen.

Preis und Positionierung
Der Preis dieses Exemplars beträgt 129.800 US-Dollar. Für ein Fahrzeug mit Carbon-Struktur und echter Rennsport-Genealogie ist dieser Betrag vergleichbar mit dem Preis von Basismodellen einiger serienmäßiger Sportwagen. Allerdings ist der R1 nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen und ausschließlich für den Einsatz auf der Rennstrecke konzipiert.
Die äußere Lackierung folgt einem Farbschema, das an Formel-1-Boliden erinnert, was den rennsportlichen Charakter unterstreicht und das Fahrzeug optisch von ähnlichen Projekten abhebt.

Fazit
Der Praga R1 bleibt ein einzigartiges Phänomen in der modernen tschechischen Automobilindustrie. Seine leichte Bauweise, die durchdachte Aerodynamik und die erprobte Rennsporttechnik machen ihn zu einem spezialisierten Werkzeug für die Rennstrecke. Das Exemplar mit geringer Laufleistung auf der Strecke dürfte für Sammler und Track-Day-Enthusiasten von Interesse sein.