
Der Innenraum des Honda Accord der neunten Generation ist auf komfortable Alltagsnutzung in der Mittelklasse-Limousine ausgelegt. Die Accord 2013–2017 Limousine wurde mit nordamerikanischen Spezifikationen importiert, die sich teilweise von europäischen Modellen unterscheiden. Hier ein detaillierter Überblick über das Interieur, angepasst an den deutschen Gebrauchtwagenmarkt Stand 2026.
Gesamteindruck des Innenraums
Das Interieurdesign basiert auf einer horizontalen Armaturentafel, die den Raum optisch großzügiger wirken lässt. Die Mittelkonsole trägt in höheren Ausstattungen einen 8-Zoll-Touchscreen oben, darunter physische Drehregler und Tasten für Klima und Audio. Das Kombiinstrument ist analog mit kleinem Bordcomputer-Display; in Topversionen gibt es erweiterte Anzeigen.

Zu den Materialien zählen weiche Kunststoffe im oberen Bereich von Armatur und Türen, Aluminium- oder Holzoptik-Applikationen in höheren Linien sowie Stoff, Kunstleder oder echtes Leder bei den Sitzen. Die Verarbeitungsqualität entspricht dem Segment: verschleißarme Oberflächen, sehr enge Spaltmaße. In Einstiegsversionen dominiert harter Kunststoff in den unteren Bereichen – typisch für die damalige Zeit.
Die Ergonomie am Fahrerplatz ist hervorragend: Multifunktionslenkrad, höhen- und tiefenverstellbare Lenksäule, logisch angeordnete Bedienelemente und optimal positionierte Pedale und Wählhebel (CVT oder Automatik) sorgen auch auf langen Strecken für Ermüdungsfreiheit.

Die Vordersitze bieten hohen Komfort: gute Seitenführung, in Topversionen elektrische Verstellung inklusive Lendenwirbelstütze, ausreichend Platz auch für Fahrer bis ca. 1,90 m. Die Rückbank nimmt drei Erwachsene auf – der Radstand von 2.776 mm sorgt für ordentliches Bein- und Kopffreiheit, die Mittelposition ist durch den Kardantunnel jedoch schmaler und straffer. Spätere Modelle erhielten USB-Anschlüsse hinten und eine Mittelarmlehne.

Das Kofferraumvolumen beträgt 447 Liter (ca. 15,8 Kubikfuß), bei umgeklappten Sitzen bis etwa 1.262 Liter. Sehr praxisnah: ebener Ladeboden, Haken, Netze und optional elektrische Heckklappe. Die Rücksitzlehnen lassen sich 60:40 umklappen. Im Alltag punktet der Innenraum mit leichter Reinigung, vielen Ablagen und guter Eignung für Stadtverkehr, Autobahn und kleinere Transporte.

Ausstattungslinien auf dem deutschen Markt
In Deutschland wurde der Accord 2013–2017 fast ausschließlich als US-Import in den Linien LX, EX, EX-L und Touring angeboten.
LX: Stoffpolster, einfache Kunststoff-Applikationen, Audio mit CD/MP3, manuelle Klimaanlage, Basissicherheitspaket (ABS, ESP, 6 Airbags), kein Glasschiebedach. Oft serienmäßig beheizbare Außenspiegel.
EX: Kunstleder oder verbesserte Stoffe, Aluminium-Applikationen, 8-Zoll-Touchscreen mit optionaler Navigation, Zweizonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Totwinkelassistent in manchen Paketen, Glasschiebedach optional.
EX-L / Touring: Lederpolster, Premium-Audiosystem, Sitzheizung vorn (Touring auch hinten), umfangreiches Assistenzpaket (LaneWatch, adaptiver Tempomat bei Touring), Glasschiebedach Serie, 18- oder 19-Zoll-Felgen. Touring meist mit 3,5-l-V6, LED-Scheinwerfern und vollständiger Navigation.

Änderungen über die Jahre und Facelift 2015
Bis zum Facelift 2015 blieben die Interieur-Änderungen überschaubar. Frühe Modelle (2013–2014) hatten Basisstoff- oder Kunstlederbezüge, Farben Schwarz/Beige/Grau, Standard-Geräuschdämmung, 8-Zoll-Touchscreen in höheren Linien und analoges Kombiinstrument mit kleinem Display.
Das Facelift 2015 brachte weichere Kunststoffe, hochwertigeres Leder, erweiterte Farbpalette (Grau- und Brauntöne hinzugefügt), spürbar bessere Dämmung (zusätzliche Matten in Türen und Boden, ca. 1–2 dB leiser), modernisierte Multimedia-Oberfläche mit besserer Smartphone-Einbindung und helleres, informativeres Kombiinstrument.

Modelle ab 2015 zeigen meist bessere Materialerhaltung und deutlich leisere Kabine – daher auf dem Gebrauchtmarkt begehrter. Frühere Exemplare weisen häufiger Kunststoffglanz auf und profitieren von Nachrüst-Dämmung, bleiben aber günstiger.

Häufige Rückmeldungen und Schwachstellen im Innenraum
Besitzer loben die solide Langzeithaltbarkeit, doch ab ca. 150.000–200.000 km zeigen sich Glanzstellen an Lenkrad, Sitzflanken und Kunststoff, besonders bei Kunstleder. Echtes Leder hält besser, benötigt aber Pflege gegen Austrocknen im trockenen Heizungsklima.
Typische Kritikpunkte: Knarzen in Mittelkonsole und Türverkleidungen auf schlechten Straßen (vor allem vor Facelift), eingeschränkter Mittelplatz-Komfort hinten durch Kardantunnel und festere Polsterung.

Die Übersicht ist solide, doch dicke Säulen und hohe Gürtellinie erzeugen tote Winkel – durch Außenspiegel und Kameras in höheren Linien gut entschärft. Helle Interieurs verschmutzen schnell durch Staub, Streusalz im Winter oder intensive Sonneneinstrahlung. Werkstattqualität variiert, die meisten Probleme sind aber lösbar; bei manchen Importen finden sich nicht werksseitige Umbauten.
Auf dem Gebrauchtmarkt präsentieren sich gut gepflegte Innenräume bis etwa 200.000 km meist noch ansehnlich; höhere Laufleistungen zeigen typische Gebrauchsspuren (Risse in Kunststoff, durchgesessene Polster).

Fazit und Relevanz heute
Im Jahr 2026 wirkt der Innenraum der Accord 9. Generation im Vergleich zu aktuellen Modellen klassisch: kleinere Bildschirme, analoge Instrumente und eher schlichte Materialien entsprechen nicht mehr dem Trend zu großen Displays und Premium-Optik. Dennoch bleibt er extrem funktional, komfortabel und haltbar im Segment gebrauchter Mittelklasse-Limousinen.
Beste Preis-Leistungs-Kombinationen auf dem deutschen Markt: EX oder EX-L mit 2.4-Liter-Benziner (Kunstleder, Zweizonen-Klima, solide Ausstattung) oder Touring mit V6 (Leder, Premium-Sound, volle Assistenz) – idealerweise Facelift-Modelle 2015–2017 wegen besserer Dämmung und Verarbeitung. Orientierende Gebrauchtwagenpreise heute: ca. 9.000–18.000 € je nach Kilometerstand, Zustand und Ausstattung.
Beim Kauf eines Gebrauchten unbedingt prüfen: Sitzflanken- und Lenkradabrieb, Risse oder Verfärbungen im Kunststoff, Funktion von Touchscreen und Navigation, Gerüche, Schmutz in den Ablagen sowie starke Gebrauchsspuren an Pedalen und Lenkrad.