
Das Modell mit dem Werksindex T32 war ein echter Bestseller auf dem US-Markt und zählt bis heute zu den gefragtesten Importfahrzeugen auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt. Dieser Testbericht widmet sich ausschließlich der zweiten Generation des Nissan Rogue, die von 2013 bis 2020 gebaut wurde (Facelift im Jahr 2017).
1. Einleitung
Der Nissan Rogue II (zweite Generation, 2013–2020) wurde im September 2013 auf dem Autosalon in Frankfurt vorgestellt. In Europa ist das Modell offiziell als Nissan X-Trail der dritten Generation (T32) bekannt, da Plattform und die meisten Komponenten identisch sind. Dennoch gelangten in Deutschland zahlreiche Fahrzeuge als „US-Importe“ Nissan Rogue aus den USA und Kanada auf den Markt.
Das Fahrzeug basiert auf der modernen modularen CMF-Plattform (Common Module Family), entwickelt von der Renault-Nissan-Allianz. Das Design wirkt dynamischer und zeitgemäßer mit markanter V-förmiger Kühlergrill, fließenden Linien und „schwebendem“ Dach. Im Vergleich zur ersten Generation ist der Rogue II deutlich größer, komfortabler und technologisch fortschrittlicher geworden.
2. Was ist neu im Vergleich zur Vorgängergeneration?
Die erste Generation Rogue (2007–2013) wirkte eher bieder und war eher im Subkompakt-SUV-Segment angesiedelt. Die zweite Generation brachte radikale Änderungen:
- Design: komplett neuer Karosseriekörper, aggressiveres und hochwertigeres Erscheinungsbild, vergrößerte Abmessungen (Länge +70 mm, Radstand +5 mm).
- Plattform: Wechsel zu CMF statt der alten Nissan C-Plattform – das bringt höhere Karosseriesteifigkeit, geringeres Gewicht und besseres Handling.
- Motor: Der bewährte 2,5-Liter-Saugbenziner QR25DE (171 PS) blieb erhalten, wurde aber für bessere Effizienz und geringeren Geräuschpegel optimiert.
- Getriebe: Neues Xtronic-CVT-Getriebe mit 7-Stufen-Simulation und verbesserter Zuverlässigkeit.
- Technik & Komfort: 360-Grad-Kamera, Totwinkelwarner, Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat (in Topversionen), Zero-Gravity-Sitze, Panoramadach.
- Sicherheit: Safety Shield 360-Paket, 5 Sterne NHTSA.
Nach dem Facelift 2017 wurden die Scheinwerfer (LED in Topversionen), Kühlergrill, Stoßfänger aktualisiert und das ProPILOT-System (teilautonomes Fahren auf der Autobahn) eingeführt.
3. Der Markt in Deutschland
Im Januar 2026 gehört der Nissan Rogue II zu den beliebtesten Import-SUVs auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt. Der Großteil der Fahrzeuge stammt aus den USA (oft nach leichten Schäden repariert).
Nach Angaben gängiger Plattformen (mobile.de, AutoScout24 u. a.):
- Anzahl aktiver Angebote: ca. 20–50 Fahrzeuge (sehr begrenztes Angebot als echter US-Import).
- Preisspanne: etwa 10.000 bis 22.000 €.
- Günstigste Exemplare: Baujahre 2014–2015 mit über 200.000 km (10.000–14.000 €).
- Facelift-Modelle 2017–2020 in gutem Zustand und SL-Ausstattung: 16.000–22.000 €.
Am stärksten nachgefragt sind die Baujahre 2017–2019 mit unter 180.000 km und Allradantrieb – sie bieten modernes Facelift-Design zu einem fairen Preis.

4. Wichtigste Ausstattungsvarianten auf dem deutschen Markt
In den USA wurde der Rogue in drei Hauptversionen angeboten: S, SV und SL. Die Verteilung auf dem deutschen Markt sieht ungefähr so aus:
| Ausstattung | Wichtigste Features | Häufigkeit auf dem deutschen Markt | Orientierungspreis (2026) |
|---|---|---|---|
| S (Basis) | Stoffsitze, manuelle Klimaanlage, Tempomat, Rückfahrkamera, 17"-Felgen | ca. 20 % | 10.000 – 14.000 € |
| SV (Mittel) | Automatik-Klima, Sitzheizung, Keyless, 18"-Felgen, Totwinkelwarner | ca. 50 % (am häufigsten) | 14.000 – 18.000 € |
| SL (Top) | Leder, Panoramadach, Navigation, 360°-Kamera, Bose-Sound, LED-Scheinwerfer | ca. 25–30 % | 18.000 – 22.000 € |
| Hybrid (selten) | Hybrid-System 2.0 + E-Motor (176 PS gesamt) | unter 5 % | 15.000 – 20.000 € |
Die meisten Fahrzeuge auf dem Markt haben Allradantrieb AWD (ca. 70 %). Frontantrieb findet man häufiger bei Basisversionen und frühen Baujahren.
5. Fazit
Der Nissan Rogue II (2013–2020) eignet sich perfekt für:
- Familien mit Kindern – dank großzügigem Innenraum, riesigem Kofferraum (bis 1.982 l bei umgeklappten Sitzen) und hohem Sicherheitsniveau;
- Stadtfahrer – vernünftiger Verbrauch (ca. 8–10 l/100 km kombiniert), komfortables Fahrwerk und gute Geräuschdämmung;
- Freizeit- und Ausflugsfahrer – der Allradantrieb meistert leichte Feldwege, Schnee und Schotterstraßen souverän.
Warum gerade diese Generation empfehlenswert ist:
- bewährte Zuverlässigkeit von Motor und CVT-Getriebe (bei regelmäßiger Wartung);
- hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und Ausstattung im Vergleich zu europäischen Konkurrenten;
- gute Wertstabilität auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
Beim Kauf unbedingt achten auf:
- Fahrzeughistorie (Carfax/AutoCheck – Pflicht bei US-Importen);
- Zustand des CVT-Getriebes (harte Ruckler = Grund zum Verhandeln oder Ablehnen);
- Rost an Unterboden und Radläufen (besonders bei Fahrzeugen aus salzbelasteten US-Regionen);
- Funktion des Allradantriebs und der elektronischen Assistenzsysteme.
Der Nissan Rogue der zweiten Generation ist ein ausgewogener, komfortabler und pflegeleichter Kompakt-SUV, der auch 2026 noch modern wirkt und viele Jahre zuverlässig seinen Dienst leisten kann.