
Der Kia Rio IV wurde in Deutschland ausschließlich als fünftüriges Schrägheck mit dem internen Kürzel YB angeboten. Die auf anderen Märkten erhältliche SC-Limousine gehörte nicht zum regulären deutschen Modellprogramm. Zum Marktstart standen Saugbenziner, zwei Leistungsstufen des 1.0 T-GDI und vorübergehend ein 1.4 CRDi zur Wahl. Mit der Modellpflege zum Modelljahr 2021 entfielen der Diesel und der 1,4-Liter-Benziner; neu hinzu kamen der 1.2 DPi sowie der 1.0 T-GDI mit 48-Volt-Mildhybridsystem.
Alle Deutschland-Versionen besitzen Frontantrieb. Je nach Motor und Baujahr kamen ein Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetriebe, eine Vierstufenautomatik, ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe oder beim Mildhybrid ein elektronisch angesteuertes Sechsgang-Schaltgetriebe (iMT) zum Einsatz. Allradantrieb war für den Rio IV nicht vorgesehen.
| Motor | Art / Hubraum | Leistung | Drehmoment | Getriebe | Antrieb | Verfügbarkeit in Deutschland | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.2 CVVT / MPI | Benzin / 1.197 cm³ | 84 PS | ca. 122 Nm | 5-Gang-Schaltgetriebe | Frontantrieb | 2017–2020 | Basismotor vor der Modellpflege |
| 1.4 CVVT / MPI | Benzin / 1.368 cm³ | 99 PS | ca. 133 Nm | 6-Gang-Schaltgetriebe / 4-Stufen-Automatik | Frontantrieb | 2017–2020 | Saugbenziner der frühen Modelljahre |
| 1.0 T-GDI | Benzin-Turbo / 998 cm³ | 100 oder 120 PS | 172 Nm; ab Modellpflege beim 120-PS-Mildhybrid 200 Nm | 6-Gang-Schaltgetriebe; je nach Baujahr DCT7; beim Mildhybrid iMT6 oder DCT7 | Frontantrieb | 2017–2023 | 120 PS ab Modelljahr 2021 serienmäßig mit 48-Volt-System |
| 1.2 DPi | Benzin / 1.197 cm³ | 84 PS | 118 Nm | 5-Gang-Schaltgetriebe | Frontantrieb | Modelljahre 2021–2023 | Basismotor nach der Modellpflege |
| 1.4 CRDi | Diesel / 1.396 cm³ | 77 oder 90 PS | 240 Nm | 6-Gang-Schaltgetriebe | Frontantrieb | ab 2017, vor der Modellpflege entfallen | Heute ausschließlich auf dem Gebrauchtwagenmarkt relevant |
Die deutsche Motorenpalette änderte sich damit deutlich innerhalb des Lebenszyklus. Bei frühen Fahrzeugen dominieren der 1.2 CVVT und die beiden 1.0-T-GDI-Versionen; spätere Exemplare tragen meist den 1.2 DPi oder den 1.0 T-GDI mit 100 PS. Der 120-PS-Turbobenziner erhielt mit der Modellpflege ein 48-Volt-System und ein höheres maximales Drehmoment. Die Ausstattungslinien hießen je nach Modelljahr unter anderem Edition 7, Vision, Spirit, GT-line und Platinum.

Abmessungen und Gewichte
Da in Deutschland nur das fünftürige Schrägheck angeboten wurde, beziehen sich die folgenden Angaben auf den Rio YB. Kleine Abweichungen ergeben sich durch Ausstattung, Räder und die abweichenden Stoßfänger der GT-line.
| Parameter | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Länge, mm | 4.065–4.070 | GT-line mit 4.070 mm |
| Breite ohne Außenspiegel, mm | 1.725 | Mit Außenspiegeln 1.993 mm |
| Höhe, mm | 1.450 | Für das fünftürige Schrägheck |
| Radstand, mm | 2.580 | Über den Modellzyklus unverändert |
| Bodenfreiheit, mm | ca. 140 | Je nach Bereifung und Beladung |
| EG-Leergewicht, kg | ca. 1.120–1.328 | Je nach Motor, Getriebe und Ausstattung; inklusive 75-kg-Fahrer nach EG-Norm |
| Zulässiges Gesamtgewicht, kg | 1.570–1.680 | Abhängig von der Antriebsversion |
| Gepäckraum, l | 325–1.103 | VDA-Wert, Rücksitzlehnen aufrecht bzw. umgeklappt |
Das Leergewicht steigt vor allem mit Turbomotor, Doppelkupplungsgetriebe, 48-Volt-Technik und umfangreicher Ausstattung. Deshalb sollte beim Vergleich einzelner Fahrzeuge stets die konkrete Typgenehmigung beziehungsweise die Zulassungsbescheinigung herangezogen werden.
Modelljahre und Facelift
In Deutschland ist der Rio IV inzwischen kein regulär bestellbarer Neuwagen mehr. Die wichtigsten Änderungen während seiner Laufzeit:
- 2017–2018: Marktstart als fünftüriger YB mit 1.2 CVVT, 1.4 CVVT, 1.0 T-GDI sowie 1.4 CRDi. Angeboten wurden unter anderem Edition 7, Vision, Spirit und Platinum; die GT-line ergänzte später das Programm.
- 2019–2020: Ausbau der Ausstattung und der Assistenzsysteme; je nach Motor kam zusätzlich das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz. Diesel und 1.4-Saugbenziner liefen vor der großen Modellpflege aus.
- Modelljahr 2021: Facelift mit überarbeiteter Front, neuem Infotainment und erweiterten Assistenzsystemen. Der 1.2 DPi ersetzte den bisherigen Basismotor, der 1.0 T-GDI mit 120 PS erhielt ein 48-Volt-Mildhybridsystem und iMT beziehungsweise DCT7.
- 2022–2023: Letzte reguläre deutsche Modelljahre mit 1.2 DPi, 1.0 T-GDI 100 und 1.0 T-GDI 120 Mildhybrid. Spätere Erstzulassungen können aus Lagerbeständen stammen; heute ist der Rio IV vor allem als Gebrauchtwagen erhältlich.
Bei der Suche auf mobile.de oder AutoScout24 sollte deshalb neben dem Baujahr auch auf Motorcode, Getriebe und Modelljahr geachtet werden. Optisch ähnliche Fahrzeuge können technisch deutlich voneinander abweichen, besonders beim 120-PS-Turbobenziner vor und nach dem Facelift.

Verbrauch und technische Punkte im Alltag
Für das Modelljahr 2023 nannte Kia Deutschland WLTP-Kombinationswerte von rund 5,4 bis 5,8 l/100 km, abhängig von Motor, Getriebe, Rädern und Ausstattung. Diese Herstellerangaben sind nicht direkt mit älteren NEFZ-Werten früher Modelljahre oder mit Ergebnissen unabhängiger Tests gleichzusetzen.
Offizielle WLTP-Spannen der späten Deutschland-Versionen:
- 1.2 DPi mit 5-Gang-Schaltgetriebe: 5,7–5,8 l/100 km
- 1.0 T-GDI 100: 5,5–5,7 l/100 km, abhängig von Schaltgetriebe oder DCT7
- 1.0 T-GDI 120 Mildhybrid: 5,4–5,5 l/100 km, abhängig von iMT6 oder DCT7
Im realen Betrieb können die Werte je nach Fahrprofil, Temperatur, Beladung und Autobahnanteil höher ausfallen. Bei Gebrauchtwagen sind die Wartungshistorie und die zum jeweiligen Motor passende Öl-Spezifikation wichtiger als pauschale Aussagen über Zuverlässigkeit. Beim DCT7 sollte auf sauberes Anfahren und unauffällige Schaltvorgänge geachtet werden; beim Mildhybrid gehören zusätzlich das 48-Volt-System und die Funktion des iMT in die Diagnose. Maßgeblich für Wartungsarbeiten sind das Serviceheft und die Vorgaben für das konkrete Modelljahr.
Welche Version passt zum deutschen Gebrauchtwagenmarkt?
Der 1.0 T-GDI mit 100 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe ist für viele Einsatzprofile ein ausgewogener Kompromiss aus Fahrleistungen, Verbrauch und überschaubarer Technik. Wer häufig in der Stadt fährt und wenig Leistung benötigt, findet im 1.2 CVVT beziehungsweise im späteren 1.2 DPi eine einfachere Alternative. Der 120-PS-Mildhybrid bietet die stärksten Fahrleistungen der späten Baureihe, bringt aber zusätzlich 48-Volt-Komponenten und je nach Ausführung das DCT7 mit.
Vor dem Kauf empfiehlt sich eine Prüfung der Wartungsnachweise, des Kaltstarts, der Kupplungs- beziehungsweise Getriebefunktion und möglicher Unfallschäden. Bei frühen Dieseln sollte außerdem berücksichtigt werden, dass sie nur kurz im deutschen Programm waren. Weitere Beiträge der Modellreihe behandeln Karosserie, Innenraum, Ausstattung und typische Schwachstellen des Kia Rio IV.