
Die Hybridmodelle kombinieren einen 1,6-Liter-GDI-Saugbenziner mit einem Elektromotor und einem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe. Der e-Niro nutzt dagegen einen permanent erregten Elektromotor mit einstufigem Reduktionsgetriebe. Sämtliche Varianten der ersten Generation besitzen Frontantrieb; Allradantrieb wurde nicht angeboten.
Für den deutschen und europäischen Markt umfasste die Baureihe im Zeitraum von 2016 bis 2022 folgende wesentliche Antriebsversionen:
| Antrieb | Verbrennungsmotor / Batterie | Systemleistung | Drehmoment | Getriebe | Antrieb | Verfügbarkeit Deutschland/Europa | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.6 GDI Hybrid (HEV) | Vollhybrid / 1,6 Liter | 104 kW (141 PS) | 265 Nm | 6DCT | Frontantrieb | 2016–2022 | Basismodell der Baureihe mit 1,56-kWh-Hybridbatterie |
| 1.6 GDI Plug-in Hybrid (PHEV) | Plug-in-Hybrid / 1,6 Liter, 8,9-kWh-Batterie | 104 kW (141 PS) | 265 Nm | 6DCT | Frontantrieb | 2017–2022 | Elektrische Reichweite bis 58 km nach NEFZ beziehungsweise rund 49 km nach WLTP |
| e-Niro 39,2 kWh | Elektro | 100 kW (136 PS) | 395 Nm | Reduktionsgetriebe | Frontantrieb | 2019–2022 | Bis zu 289 km Reichweite nach WLTP |
| e-Niro 64 kWh | Elektro | 150 kW (204 PS) | 395 Nm | Reduktionsgetriebe | Frontantrieb | 2019–2022 | Bis zu 455 km Reichweite nach WLTP |
In Deutschland sind alle Varianten inzwischen ausschließlich als Gebrauchtwagen erhältlich, da 2022 die zweite Niro-Generation die Baureihe DE ablöste. Auf Portalen wie mobile.de und AutoScout24 ist vor allem der Hybrid sowie der e-Niro mit 64-kWh-Batterie vertreten. Beim Schnellladen nutzt der e-Niro CCS. Die häufig genannte 100-kW-Angabe bezeichnet die Leistungsklasse der Ladesäule; die tatsächliche maximale Ladeleistung des Fahrzeugs liegt darunter und hängt unter anderem von Batterietemperatur und Ladezustand ab.
Abmessungen und Gewichte
Hybrid und Plug-in-Hybrid besitzen weitgehend identische Karosserieabmessungen. Der e-Niro ist mit 4.375 mm etwas länger und baut höher. Leer- und Gesamtgewicht unterscheiden sich je nach Antrieb, Ausstattung und Homologationsangabe.
| Merkmal | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Länge | 4.355 mm (HEV/PHEV) / 4.375 mm (e-Niro) | Der Elektroantrieb besitzt eigenständige Karosseriedetails |
| Breite ohne Außenspiegel | 1.805 mm | Bei allen Antriebsversionen |
| Höhe | 1.535–1.545 mm (HEV/PHEV) / 1.560–1.570 mm (e-Niro) | Abhängig von Ausführung und Dachreling |
| Radstand | 2.700 mm | Bei allen Versionen identisch |
| Bodenfreiheit | etwa 155–160 mm | Je nach Antrieb und Ausführung |
| Leergewicht | ca. 1.458–1.479 kg (HEV) / ca. 1.519–1.594 kg (PHEV) / ca. 1.592–1.791 kg (e-Niro) | Abweichungen durch Ausstattung und unterschiedliche Bezugsnormen möglich |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 1.930 kg (HEV) / 2.000 kg (PHEV) / 2.080–2.230 kg (e-Niro) | Abhängig von Batterieversion und Modelljahr |
| Kofferraumvolumen min./max. | 427–1.425 l (HEV) / 324–1.322 l (PHEV) / 451–1.405 l (e-Niro) | Beim PHEV reduziert die unter dem Ladeboden verbaute Batterie das Volumen |
Der Gewichtsunterschied ist vor allem beim e-Niro deutlich: Die große Traktionsbatterie macht die elektrische 64-kWh-Version mehrere hundert Kilogramm schwerer als den Vollhybrid. Gleichzeitig bietet der e-Niro trotz Elektroantrieb den größten Kofferraum bei aufgestellter Rückbank.

Modellpflege und Änderungen nach Baujahren
Die erste Generation ist abgeschlossen. Die wichtigsten Stationen ihres europäischen Lebenszyklus:
- 2016–2017: Marktstart des Niro Hybrid im Jahr 2016; der Niro Plug-in Hybrid folgte 2017. Beide Varianten nutzten den 1,6-Liter-GDI-Benziner, 6DCT und Frontantrieb.
- 2019–2020: Einführung des e-Niro in Europa mit 39,2- und 64-kWh-Batterie. Hybrid und Plug-in-Hybrid erhielten zum Modelljahr 2020 ein Facelift mit überarbeitetem Exterieur, aufgewertetem Innenraum und je nach Ausstattung einem 10,25-Zoll-Infotainmentsystem.
- 2021–2022: Letzte Modelljahre der Baureihe DE mit aktualisierten Infotainment- und Konnektivitätsfunktionen. 2022 erfolgte der Generationswechsel zum Niro SG2.
Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt sind die Ausstattungslinien Edition 7, Vision und Spirit verbreitet, wobei Umfang und Bezeichnung je nach Modelljahr und Antrieb variieren. Eine große Bildschirmdiagonale, Wärmepumpe oder einzelne Assistenzsysteme dürfen deshalb nicht allein aus Baujahr und Motorisierung abgeleitet werden; maßgeblich sind Ausstattungsliste und Fahrzeug-Identnummer.
Verbrauch, Reichweite und technische Prüfpunkte
Bei Verbrauchsangaben muss zwischen Prüfzyklen und Alltagswerten unterschieden werden. Frühe Hybrid- und Plug-in-Hybridmodelle wurden teilweise noch nach NEFZ homologiert, spätere Angaben basieren auf WLTP. Die Werte sind daher nicht ohne Weiteres direkt vergleichbar.
- Hybrid: Frühe Homologationswerte lagen je nach Bereifung bei etwa 3,8–4,4 l/100 km nach NEFZ. Der reale Verbrauch hängt stark von Strecke, Temperatur, Geschwindigkeit und Fahrweise ab.
- Plug-in-Hybrid: Die elektrische Reichweite wurde mit bis zu 58 km nach NEFZ und rund 49 km nach WLTP angegeben. Ein gewichteter Normverbrauch ist nur bei regelmäßig geladener Batterie aussagekräftig.
- e-Niro: Für die 39,2-kWh-Version wurden 15,3 kWh/100 km und 289 km WLTP genannt, für die 64-kWh-Version 14,9 kWh/100 km und 455 km WLTP. Im Alltag verändern Autobahntempo, Heizung, Außentemperatur und Ladeverluste den Verbrauch deutlich.
Bei einem gebrauchten Hybrid oder Plug-in-Hybrid sollte das 6DCT bei langsamer Fahrt, beim Anfahren und unter Last auf Ruckeln oder ungewöhnliche Geräusche geprüft werden. Wartungsintervalle und vorgeschriebene Betriebsstoffe richten sich nach Modelljahr, Motorisierung und Serviceplan; pauschale Wechselintervalle sind deshalb nicht sinnvoll. Beim e-Niro verdienen der Zustand der Hochvoltbatterie, ein dokumentierter SoH-Test, die AC- und DC-Ladefunktion, die 12-Volt-Batterie sowie mögliche Geräusche aus dem Reduktionsgetriebe besondere Aufmerksamkeit.
Kia gewährte für europäische Neuwagen grundsätzlich sieben Jahre Herstellergarantie beziehungsweise maximal 150.000 km, abhängig von den Garantiebedingungen. Bei Fahrzeugen der ersten Generation kann dieser Schutz je nach Erstzulassung und Laufleistung bereits abgelaufen sein. Vor dem Kauf sollten deshalb Servicehistorie, verbleibende Garantie und erledigte Serviceaktionen anhand der Fahrzeug-Identnummer geprüft werden.

Fazit: Welche Version passt zum deutschen Gebrauchtwagenmarkt?
Der 1.6 GDI Hybrid ist die unkomplizierteste Variante, wenn keine regelmäßige Lademöglichkeit vorhanden ist. Der Plug-in-Hybrid spielt seine Vorteile vor allem dann aus, wenn er häufig geladen wird und ein großer Teil der täglichen Strecken innerhalb seiner elektrischen Reichweite liegt. Beim e-Niro bietet die 64-kWh-Version den deutlich größeren Aktionsradius, während die 39,2-kWh-Ausführung eher für kürzere Strecken und den regionalen Einsatz geeignet ist.
Entscheidend sind weniger pauschale Aussagen zur Zuverlässigkeit als der Zustand des konkreten Fahrzeugs. Empfehlenswert sind eine vollständige Wartungshistorie, eine Hochvolt- und SoH-Diagnose bei PHEV und e-Niro, die Prüfung beider Ladearten, eine Probefahrt mit kaltem und warmem Antrieb sowie die Kontrolle auf Unfall- und Korrosionsschäden. Weitere Beiträge der Modellreihe behandeln Design, Innenraum, Ausstattungen und typische Schwachpunkte der ersten Niro-Generation.