Mitsubishi Outlander III Häufige Probleme: Rost, CVT Jatco, PHEV Akku, Lenkung | Gebrauchtwagen Test | automotive24.center

Wichtige Schwachstellen und typische Probleme beim Mitsubishi Outlander III (2013–2021) – Das müssen Käufer auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt wissen

Beliebter Familien-SUV mit viel Platz – aber nicht ohne Tücken. Hier die häufigsten Mängel beim gebrauchten Mitsubishi Outlander III

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Trotz des guten Rufs als solider Familien-SUV hat die dritte Generation (ZJ/ZK) einige bekannte Schwachstellen – besonders bei Fahrzeugen mit 150.000–250.000 km Laufleistung. Der Mitsubishi Outlander gebraucht ist in Deutschland nach wie vor sehr gefragt wegen des großen Innenraums und der guten Ersatzteilverfügbarkeit durch Nissan-Komponenten, doch ohne gründliche Untersuchung drohen teure Folgekosten. Technische Daten, Ausstattung und Innenraum-Details finden Sie in den anderen Teilen der Serie.

Die wichtigsten Schwachstellen der Baureihe

Der Outlander III ist kein „unkaputtbarer Japaner“. In Foren und Bewertungsportalen (mobile.de, autoscout24.de) tauchen immer wieder dieselben Kritikpunkte auf. Die Top-10-Mängel im Alltag:

  • Schwache Geräuschdämmung – mit Abstand die häufigste Beschwerde. Radkästen und Bodenblech lassen viel Abroll- und Fahrwerksgeräusch durch, besonders auf Autobahn und Schotter. Im Winter mit Streusalz wird es deutlich lauter – viele Besitzer investieren 800–1.500 € in zusätzliche Dämmung.
  • CVT-Getriebe Jatco JF011E (2.0-Modelle) – überhitzt im Stau oder beim Anhängerbetrieb. Ruckeln, Heulen und Verzögerungen ab ca. 150.000–200.000 km sind typisch; Reparatur oder Austausch kostet 2.000–4.500 €. Ölwechsel alle 40.000 km zwingend erforderlich.
  • Höherer Verbrauch als angegeben: Benziner 2.0 im Winter Stadtverkehr 11–13 l/100 km, Diesel 2.2 – 9–11 l/100 km. PHEV verliert bei Kälte deutlich Reichweite (oft nur 30 km statt 50 km elektrisch).
  • Karosserierost: Radläufe, Schweller, Haubenkante und Unterboden rosten nach 6–8 Jahren – besonders bei US-Importen oder Fahrzeugen aus salzintensiven Regionen. In Deutschland beschleunigt Streusalz den Prozess massiv.
  • Diesel 2.2 DI-D: DPF und EGR verstopfen bei wechselnder Dieselqualität; Reinigung alle 80.000–100.000 km kostet 500–1.000 €. Frühe Motoren mit seltenen Zylinderkopfrissen.
  • Knacken/Lenkgetriebe: tritt ab 120.000–150.000 km auf schlechten Straßen auf. Reparatur 600–1.400 €, Austauschteil oft günstiger.
  • Veraltetes SDA-Infotainment (bis 2018): träge, spiegelnde Scheibe, kein CarPlay (erst nach Facelift in Top-Ausstattungen). Navigation veraltet; Nachrüstung/Upgrade 500–1.000 €.
  • elektrische Heckklappe & Panoramadach (ab 2015): Störungen durch Kondenswasser im Winter, Reparatur 500–1.100 €.
  • Schwache Fahrleistungen 2.0: 0–100 km/h in 11 Sekunden, wirkt träge beim Überholen, besonders voll besetzt.
  • Teure Ersatzteile & Wartung: originale Mitsubishi-Teile 20–30 % teurer als vergleichbare Nissan-Teile trotz Kompatibilität. Jährliche Wartung 400–800 €.

Modelljahre & Versionen: Hier genau hinschauen

2013–2015 (Vor-Facelift) – risikoreichste Jahre nach Erfahrungsberichten:

  • schwächste Werks-Dämmung
  • häufigere Elektronikfehler (Infotainment, Sensoren)
  • CVT ohne verbesserte Kühlung – Überhitzung häufiger
  • Diesel Euro 5 Frühphase – EGR/DPF-Probleme
  • weniger Assistenzsysteme
  • höherer Anteil US-Importe mit Vorschäden

2016–2018 (Facelift 1) – deutliche Verbesserungen: bessere Dämmung, optimiertes CVT, sauberere Abgasnormen. Trotzdem Lenkung und Rost genau prüfen.

2019–2021 (Facelift 2) – die besten Exemplare: zuverlässigere PHEV-Batterie, modernisiertes Interieur, weniger Klappern. Diesel leiser, CVT-Kühlung verbessert.

Fazit: 2013–2014 nur mit starkem Preisnachlass und Werkstatt-Check. 2015 Grenzfall. Ab 2016 deutlich empfehlenswerter – vorzugsweise Benziner 2.0 oder PHEV.

Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland

Auf mobile.de und autoscout24.de (Stand Ende 2025) mehrere Hundert Angebote für Outlander III, überwiegend Facelift-Modelle 2016–2021.

Marktmerkmale:

  • viele EU- und US-Importe – US-Modelle oft 2.000–5.000 € günstiger, aber höheres Risiko für Unfallschäden (CarVertical/HPI-Check – ca. 70–80 % mit Historie), Rost und Tachomanipulation (real oft 200.000–300.000 km statt 120.000 km).
  • Rost durch Streusalz: Unterboden, Radläufe und Längsträger auf Hebebühne kontrollieren.
  • Wartungshistorie: bei Importen selten lückenlos. Bevorzugt Fahrzeuge mit Rechnungen von Mitsubishi- oder Nissan-Werkstätten.
  • Originalteile: viele umgebaute Exemplare – Diesel ohne DPF, nicht originale Felgen etc.
  • Laufleistung: häufig manipuliert – Scheckheft, Reifen, Pedale prüfen. Ehrliche Durchschnittslaufleistung 180.000–220.000 km.
  • Angebot: 2.0/2.4 CVT 4WD ca. 65 %, Diesel ca. 20 %, PHEV ca. 10–15 % (selten und teurer).

Budget für Instandsetzung & Aufbereitung

Die meisten Mängel sind beherrschbar. Mit 1.500–4.000 € lässt sich ein gutes Fahrzeug top machen:

  • Komplette Zusatzdämmung – 800–2.000 €
  • Unterbodenschutz / Hohlraumversiegelung – 400–900 €
  • CVT-Reparatur/-Austausch – 2.000–4.500 €
  • EGR/DPF-Reinigung (Diesel) – 500–1.000 €
  • Lenkgetriebe (generalüberholt) – 700–1.500 €
  • Aftermarket-Headunit mit CarPlay – 500–1.000 €
  • Lederlenkrad/-sitze aufbereiten – 300–700 €
  • PHEV-Batteriediagnose – 250–500 € (Austausch selten und >8.000 €)

Realistisches Budget für gutes 2016–2018-Modell: 18.000–26.000 € + 1.500–3.000 € Sofortmaßnahmen. Bei Reparaturkosten >4.000 € lieber anderes Fahrzeug suchen. Jährliche Unterhaltskosten (20.000 km): 600–1.200 € (Öl, Filter, Bremsen).

Fazit & Kaufempfehlung

Der Mitsubishi Outlander III (2013–2021) ist auch 2025/2026 noch eine vernünftige Gebrauchtwagenwahl, wenn Sie folgendes beachten:

  • Facelift ab 2016 (idealerweise 2019+)
  • Benziner 2.0/2.4 CVT oder PHEV S-AWC
  • unter 200.000 km mit nachweisbarer Historie
  • realistische Preisspanne 16.000–32.000 € (je nach Zustand und Ausstattung)

Sie erhalten einen geräumigen, alltagstauglichen SUV mit hoher Lebensdauer (300.000+ km möglich) und moderater Wertminderung.

Besser meiden oder starken Preisnachlass verlangen bei:

  • Vor-Facelift 2013–2015 mit Diesel
  • US-Importe mit hoher Laufleistung oder Unfallhistorie
  • CVT mit Symptomen oder tragendem Rost
  • PHEV ohne aktuelle Batterie-Diagnose

Bei Besichtigung immer:

  • CVT-Diagnose + Temperatur-Testfahrt in Fachwerkstatt
  • Endoskopie (Diesel) + EGR-Kontrolle
  • Unterboden- und Radkasten-Check auf Hebebühne
  • längere Probefahrt (Geräusche, Fahrverhalten, Allrad)
  • VIN-/CarVertical-/Scheckheftprüfung

Ist alles in Ordnung, wird der Mitsubishi Outlander III ein zuverlässiger Begleiter für Familie und Freizeit. Er verzeiht kleine Pflegemängel besser als viele Europäer und hält seinen Wert auf den großen deutschen Plattformen erstaunlich gut.