VW Touareg III Innenraum: Ausstattung, Komfort und Facelift

Volkswagen Touareg III (CR): Welche Ausstattung den Innenraum wirklich aufwertet

Große Displays prägen den Innenraum des dritten Touareg. Wie komfortabel und alltagstauglich er tatsächlich ist, hängt jedoch wesentlich von den Sitzen, den gewählten Extras und dem Baujahr ab.

twitter facebook whatsapp linkedin

Die Baureihe CR behielt die für Volkswagen typische gestalterische Zurückhaltung bei, setzte mit dem Innovision Cockpit jedoch auf eine deutlich andere Instrumententafel. An die Stelle separater Instrumente, eines kleinen Infotainmentbildschirms und zahlreicher Tasten trat bei entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen eine weitgehend digitale Bedienlandschaft. Ihr Mittelpunkt ist die optische Verbindung aus digitalem Kombiinstrument und 15-Zoll-Touchscreen. Gerade bei frühen Gebrauchtwagen lohnt sich ein genauer Blick: Das Innovision Cockpit gehörte damals nicht bei jeder Ausführung zur Serienausstattung.

Entsprechend unterschiedlich wirkt der Innenraum eines Volkswagen Touareg III je nach Baujahr und Ausstattung. Ein Exemplar kann mit dezenten Dekoren, einfacheren Sitzen und wenigen Extras auskommen. Ein anderes bietet Leder, Sitzbelüftung, Massage, Vier-Zonen-Klimaautomatik, Panoramadach, Head-up-Display und eine umfangreiche Ambientebeleuchtung. Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt liefert die Ausstattungslinie deshalb nur einen ersten Anhaltspunkt. Entscheidend sind die anhand der FIN nachvollziehbare Werksausstattung und die tatsächlich vorhandenen Funktionen.

Ein Cockpit rund um die digitalen Anzeigen

Mit Innovision Cockpit ist der vordere Innenraum deutlich auf den Fahrer ausgerichtet. Digitales Kombiinstrument und zentraler Bildschirm liegen nahezu auf einer Höhe und gehen optisch in eine gemeinsame glänzende Fläche über. Darunter befinden sich die Lüftungsdüsen und die breite Mittelkonsole mit Automatik-Wählhebel, Bedienelementen für die Fahrprogramme und einem großen Fach unter der Mittelarmlehne.

Das digitale Kombiinstrument misst rund 12 Zoll, der zentrale Bildschirm 15 Zoll. Beim Facelift trägt das Infotainmentsystem die Bezeichnung Discover Pro Max. Die Anzeigen lassen sich anpassen und können beispielsweise die Navigationskarte, Fahrdaten, Informationen der Assistenzsysteme oder klassische Rundinstrumente darstellen. Auch die Startseite des Infotainments lässt sich individualisieren. Mit der Überarbeitung 2023 kamen eine weiterentwickelte Smartphone-Einbindung über kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sowie USB-C-Anschlüsse mit bis zu 45 statt zuvor 15 Watt Ladeleistung hinzu.

Nicht jede Funktion gehört auf den Touchscreen

Das große Display erleichtert das Ablesen der Karte und die Nutzung der Rundumsichtkamera. Die digitale Bedienung hat allerdings eine praktische Kehrseite: Beim Innovision Cockpit werden auch die Klimaanlage, die Sitzbelüftung und verschiedene Komfortfunktionen über Bildschirmflächen oder Menüs bedient. Nach einer Eingewöhnung gelingen die wichtigsten Schritte zügig, doch physische Regler wären während der Fahrt häufig einfacher zu bedienen. Das fällt besonders mit Handschuhen im Winter oder auf unebener Fahrbahn auf, wenn kleine Touchflächen schwerer gezielt zu treffen sind.

Auf der glänzenden Oberfläche bleiben Fingerabdrücke und Staub gut sichtbar. Für die Reinigung empfiehlt sich ein weiches Mikrofasertuch ohne scheuernde Mittel. Feine Kratzer fallen auf den schwarzen Flächen besonders bei seitlich einfallendem Sonnenlicht auf. Die Funktion beeinträchtigt das nicht, doch bei einem Gebrauchtwagen prägt der Zustand dieser Bereiche den Gesamteindruck des Innenraums.

Eine sinnvolle Ergänzung ist das Head-up-Display. Es projiziert Geschwindigkeit, Navigationshinweise und Informationen der Assistenzsysteme auf die Windschutzscheibe, sodass der Blick seltener zum Kombiinstrument wandern muss. In einem Fahrzeug mit einer derart umfangreichen digitalen Bedienlandschaft bietet dieses Extra im Alltag mehr Nutzen als zusätzliche Lichtinszenierungen oder besonders große Räder.

Die Ausstattung entscheidet über den Komfort

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt finden sich neben der Grundausführung unter anderem die Ausstattungslinien Atmosphere, Elegance und R-Line; das Angebot änderte sich im Laufe der Bauzeit. Hinzu kommen Sondermodelle und der Touareg R mit Plug-in-Hybridantrieb. Bei Inseraten auf mobile.de oder AutoScout24 sollte deshalb immer die konkrete Ausstattung geprüft werden. Auch Fahrzeuge aus anderen europäischen Ländern können bei identischer Versionsbezeichnung einen abweichenden Serienumfang haben.

Zurückhaltend gestaltete Ausführungen setzen auf dezente Dekore und weniger ausgeprägte Sportakzente. Atmosphere betonte etwa den wohnlichen Charakter mit Holzdekoren, während Elegance stärker auf eine technisch-kühle Anmutung setzte. R-Line bringt je nach Baujahr unter anderem spezifische Dekore, Pedalkappen in Metalloptik, ein sportlich gestaltetes Lederlenkrad und passende Einstiegsleisten mit. Für den praktischen Nutzen sind diese Unterschiede weniger entscheidend als die Sitzausführung, die Klimatisierung und die vorhandenen Kameras.

Bei den Lederbezügen gibt es mehrere Varianten, darunter Varenna und das besonders aufwendig ausgeführte Puglia. Farben und Kombinationen hängen vom Baujahr und der ursprünglichen Bestellung ab. Neben Schwarz finden sich braune, beige und zweifarbige Innenräume. Helles Leder lässt den Innenraum großzügiger wirken, verlangt aber regelmäßige Pflege. Im Winter kommen Feuchtigkeit, Streusalz und Straßenschmutz an Schuhen und Kleidung hinzu.

Die Unterschiede zwischen den Sitzen sieht man auf Fotos kaum

Schon die einfacheren Sitzausführungen bieten brauchbare Einstellmöglichkeiten. Besonders umfangreich ausgestattete Fahrzeuge verfügen über elektrisch einstellbare ergoComfort-Sitze mit bis zu 18-Wege-Einstellung; Sitzbelüftung und Massage hängen vom gewählten Ausstattungspaket ab. Die Massagefunktion bietet bis zu acht Programme. In der Praxis zählt weniger die Zahl der Einstellmöglichkeiten als die Frage, ob sich Oberschenkelauflage, Seitenhalt und Rückenunterstützung passend zur eigenen Statur einstellen lassen.

Die Sitzposition ist hoch, aber weniger aufrecht als in einem klassischen Nutzgeländewagen. Die Verstellbereiche von Sitz und Lenksäule kommen Fahrern unterschiedlicher Größe entgegen. Die breite Mittelkonsole fasst den Fahrerplatz deutlich ein, schränkt aber zugleich den Freiraum neben dem rechten Knie ein. Beim Facelift wurde dieser Kontaktbereich überarbeitet: Die seitlichen Verkleidungen erhielten weichere Oberflächen und doppelte Ziernähte.

Für den ganzjährigen Einsatz in Deutschland ist die Kombination aus Sitzheizung und Sitzbelüftung besonders angenehm. Die Massagefunktion bleibt ein zusätzliches Komfortmerkmal für längere Fahrten, während ein beheizbares Lenkrad vor allem im Winter nützlich ist. Eine Vier-Zonen-Klimaautomatik erlaubt auch den Fondpassagieren eine getrennte Temperatureinstellung. Andere Fahrzeuge besitzen die einfachere Zwei-Zonen-Klimaautomatik.

Eine zweite Reihe ohne Kompromiss zugunsten von sieben Sitzen

Der 2018 eingeführte Volkswagen Touareg III ist grundsätzlich ein Fünfsitzer. Eine dritte Sitzreihe war nicht vorgesehen, was dem Gepäckraum und den Platzverhältnissen im Fond zugutekommt. Der Radstand von 2.904 mm ermöglicht viel Kniefreiheit. Auch die Innenbreite reicht für drei Personen, wobei die Kontur der Rückbank und der hohe Mitteltunnel die beiden äußeren Plätze deutlich angenehmer machen als den mittleren.

Die Neigung der hinteren Rückenlehnen lässt sich einstellen, außerdem kann die Rückbank längs verschoben werden. So lässt sich das Verhältnis zwischen Beinfreiheit und Gepäckraum variieren. Im Familienalltag ist das praktisch, wenn etwas mehr Stauraum benötigt wird, ohne die Lehnen vollständig umzuklappen. ISOFIX-Befestigungen sind vorhanden, und die großen Türöffnungen erleichtern den Einstieg sowie den Einbau von Kindersitzen.

Die Übersicht nach vorn und zu den Seiten ist für ein Fahrzeug dieser Größe ordentlich. An die kräftigen Dachsäulen und das hohe Heck muss man sich allerdings gewöhnen. Rückfahrkamera, Parksensoren und insbesondere die Rundumsichtkamera Area View bieten deshalb einen konkreten Alltagsnutzen. Ohne Rundumsicht wird das Rangieren in engen Parkhäusern und schmalen Einfahrten trotz der vergleichsweise klaren Karosserieform anspruchsvoller.

Beim Kofferraum sind die Versionen ohne Plug-in-Hybrid im Vorteil

Ein Touareg mit konventionellem V6-Benzin- oder Dieselmotor bietet bis zu rund 810 Liter Gepäckraum, bei umgeklappter Rückbank sind es bis zu 1.800 Liter. Der nutzbare Raum hängt dabei auch von der Stellung der verschiebbaren Rückbank ab. Der Ladeboden ist weitgehend eben, die Öffnung breit. Fahrzeuge mit Luftfederung können zudem das Heck zum einfacheren Beladen absenken.

Bei den Plug-in-Hybriden beansprucht die Batterie einen Teil des Raums unter dem Ladeboden. Das Gepäckraumvolumen fällt deshalb mit rund 665 Litern kleiner aus. Für die meisten Alltagsaufgaben genügt das, doch wer regelmäßig viel oder sperriges Gepäck transportiert, hat mit einem Touareg ohne Plug-in-Hybrid mehr Platzreserven. Auch der Subwoofer des optionalen Dynaudio-Soundsystems sitzt im Gepäckraumbereich, ohne den eigentlichen Laderaum ähnlich stark einzuschränken.

Was das Facelift 2023 im Innenraum verändert hat

Die Modellpflege brachte keinen vollständig neuen Innenraum. Beim Innovision Cockpit blieben die grundlegende Architektur, die beiden Displays und die Anordnung der wichtigsten Bedienelemente erhalten. Entsprechend wirkt ein gut ausgestatteter Touareg vor dem Facelift nicht grundsätzlich überholt. Die Änderungen betreffen vor allem Details, die im täglichen Umgang mit dem Fahrzeug auffallen.

Neben der weiterentwickelten Software und der kabellosen Smartphone-Anbindung wurden insbesondere die Oberflächen aufgewertet. Die seitlichen Verkleidungen der Mittelkonsole sind im Kniebereich weicher gepolstert und mit doppelten Ziernähten versehen. Auch die oberen Bereiche der Türverkleidungen erhielten doppelte Ziernähte. Ein physischer Lautstärkeregler auf der Mittelkonsole blieb Teil des Bedienkonzepts. Insgesamt sind es kleine Anpassungen, die den Innenraum angenehmer machen.

Die Ambientebeleuchtung bietet ausstattungsabhängig bis zu 30 Farben, wobei sich obere und untere Lichtbereiche getrennt einstellen lassen. Die gewählte Farbgestaltung lässt sich mit den Displayansichten abstimmen. Bei besonderen Ausführungen werden auch Dekore in der Instrumententafel und die Einstiegsleisten in die Beleuchtung einbezogen.

Zum Abschluss der Baureihe wurde für Deutschland im Herbst 2025 die FINAL EDITION angekündigt. Sie war über mehrere Ausstattungslinien hinweg vorgesehen und laut Hersteller bis Ende März 2026 bestellbar. Im Innenraum kennzeichnen sie unter anderem spezielle Schriftzüge am Wählhebel sowie je nach Ausführung beleuchtete Dekore und Einstiegsleisten. Dabei handelt es sich vor allem um gestalterische Merkmale der Abschlussserie; die grundlegende Innenraumarchitektur entspricht weiterhin dem überarbeiteten Touareg.

Wie sich der Innenraum im Alltag hält

Die weich gepolsterten Oberflächen und Türverkleidungen wirken häufig weniger empfindlich als die glänzenden Dekore. Bei Fahrzeugen mit höherer Laufleistung verdienen vor allem die äußere Sitzwange des Fahrersitzes, der Lederbezug des Lenkrads, die Tasten der Mittelkonsole und die Touchscreen-Oberfläche Aufmerksamkeit. Auf hellen Sitzen fallen Verfärbungen durch Kleidung stärker auf. Perforiertes Leder sollte vorsichtig gereinigt werden, damit sich weder Reinigungsmittel noch Feuchtigkeit in den Öffnungen sammeln.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das Panoramadach. Es bringt vor allem im Fond mehr Licht in den Innenraum, besitzt aber zusätzliche Dichtungen, Führungen und Wasserabläufe, deren Zustand kontrolliert werden sollte. Bei der Besichtigung eines Gebrauchtwagens sind Feuchtigkeitsspuren am Dachhimmel, die Funktion des Sonnenrollos und ungewöhnliche Geräusche auf unebener Fahrbahn wichtige Prüfpunkte.

Knarzgeräusche gehören nicht zwangsläufig zum Touareg. Auf schlechten Straßen können jedoch beispielsweise die Heckklappe, die Gepäckraumabdeckung, die Verriegelungen der Rücksitzlehnen oder Teile des Panoramadachs Geräusche verursachen. Eine Probefahrt sollte deshalb neben glattem Asphalt auch einen Abschnitt mit kleineren Unebenheiten einschließen.

Sinnvolle Ausstattung ohne unnötige Extras

Große Displays, eine angenehme Sitzposition und der geräumige Fond halten den Innenraum des Touareg III weiterhin attraktiv. Seine digitale Bedienlandschaft wirkt allerdings nicht mehr so neuartig wie bei der Vorstellung 2018. Jüngere Fahrzeuge bieten teilweise schnellere Reaktionen und modernere Grafiken, übernehmen aber häufig ähnliche Nachteile der Touchbedienung.

Für den Alltag in Deutschland erscheint ein Fahrzeug mit bequemen Ledersitzen, Sitzheizung und Sitzbelüftung, Innovision Cockpit, Rundumsichtkamera und Head-up-Display ausgewogen ausgestattet. Die Zwei-Zonen-Klimaautomatik deckt den Grundbedarf ab; bei häufigen Fahrten mit Fondpassagieren bietet die Vier-Zonen-Ausführung zusätzlichen Komfort. Massage, Dynaudio, Türzuziehhilfen und eine aufwendige Ambientebeleuchtung ergänzen das Angebot, sind für eine angenehme Nutzung aber nicht zwingend erforderlich.

Beim Gebrauchtwagenkauf sind der Zustand der Materialien und die einwandfreie Funktion der Elektronik wichtiger als die Bezeichnung der Ausstattungslinie. Ein gepflegter Elegance oder Atmosphere mit nachvollziehbarer Historie kann die sinnvollere Wahl sein als ein umfangreich ausgestatteter R-Line mit ausgefallenen Funktionen oder deutlich verschlissenem Innenraum. Den tatsächlichen Wert des Touareg-Interieurs bestimmen funktionierende Ausstattung, passende Sitze und jene Extras, die im eigenen Alltag gebraucht werden.