Mazda 3 IV (BP) 2019–2026 Innenraum – Test: Materialien, Ausstattung & Komfort | automotive24.center

Der Innenraum der vierten Mazda-3-Generation (BP) (2019–aktuell) — Interieur, Ausstattungslinien und Updates für den deutschen Markt

Ein Rundgang durch eines der hochwertigsten und fahrerorientiertesten Interieurs der Kompaktklasse

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Der Innenraum der vierten Mazda-3-Generation folgt konsequent der Mazda-Philosophie „Less is more“ mit klarem, minimalistischen Design. Das Armaturenbrett dominiert den Raum durch starke horizontale Linien, die den Innenraum optisch verbreitern. Zu den Materialien gehören weiche Kunststoffe auf Armaturentafel und Türen, Sitzbezüge aus Stoff oder Leder je nach Ausstattung sowie Aluminium- oder Klavierlack-Applikationen in den höheren Linien. Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend – keine sichtbaren Spaltmaße oder Knarzen bei gepflegten Fahrzeugen, was ein nahezu premiumhaftes Gefühl in der Kompaktklasse vermittelt.

Das Kombiinstrument kombiniert analoge Uhren mit einem zentralen Digitaldisplay, die fahrerorientierte Mittelkonsole platziert den 8,8-Zoll-Infotainment-Bildschirm hoch und gut ablesbar. Die Ergonomie ist top: Lenkrad mit ausreichend Längsverstellung (bis ca. 70 mm) und Höhenverstellung, Fahrersitz mit Neigungsverstellung der Sitzfläche, Schalthebel griffgünstig platziert. Die tiefe, gut konturierte Sitzposition sorgt für das typische Mazda-Gefühl der Verbundenheit mit dem Auto.

Vorne bieten die Sitze viel Platz für Beine und Kopf – auch für Personen über 1,85 m. Hinten wird es enger: Der Radstand von 2725 mm ermöglicht akzeptablen Kniefreiraum, die abfallende Dachlinie (besonders beim Hatchback) schränkt die Kopffreiheit ein. Der Innenraum ist auf vier Erwachsene ausgelegt; der mittlere Platz hinten eignet sich eher für Kurzstrecken oder Kinder. Kofferraumvolumen: 450 Liter bei der Limousine, 358 Liter beim Hatchback – erweiterbar auf 1026 Liter bei umgeklappten Lehnen (60/40). Die Alltagstauglichkeit ist solide: Die Ladekante etwas hoch und die Öffnung schmal, aber viele Modelle haben doppelten Ladeboden und Reserveradmulde. Insgesamt ist der Innenraum perfekt für den Stadt- und Pendleralltag mit guter Variabilität.

Ausstattungslinien und Modelle in Deutschland

In Deutschland wird die Mazda 3 (BP) über das offizielle Mazda-Händlernetz mit voller Modellpalette angeboten – von der Basis Prime-Line über Centre-Line, Exclusive-Line bis hin zu Homura, Nagisa und den Turbo-Modellen mit AWD.

Die Einstiegsversionen verfügen meist über Stoffsitze, Klimaanlage, 16-Zoll-Felgen, LED-Scheinwerfer, 8,8-Zoll-Infotainment mit Apple CarPlay/Android Auto (zunächst kabelgebunden, später kabellos), sowie Basis-Sicherheitsassistenten wie Totwinkelwarner und Notbremsassistent. Viele deutsche Fahrzeuge haben Sitzheizung vorne bereits ab mittleren Linien.

Mittlere Linien bringen Zweizonen-Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze, Rückfahrkamera, Einparkhilfe, 18-Zoll-Felgen und optionales Bose-Soundsystem. Die Bezüge steigen auf Kunstleder oder Kombination Stoff/Leder. Zu den Assistenten gehören adaptiver Tempomat und Verkehrszeichenerkennung.

Höhere Ausstattungen bieten echtes Leder, Head-up-Display, Matrix-LED-Scheinwerfer, Panorama-Glasdach (selten), 360°-Kamera und weitere Pakete. Die Top-Modelle (vor allem Turbo) haben Allradantrieb AWD, 2,5-Liter-Turbomotor, belüftete Sitze und das volle Assistenzpaket. In Deutschland sind die Linien Exclusive-Line, Homura und Turbo besonders gefragt – wegen des perfekten Mix aus Komfort, Fahrdynamik und Wertstabilität.

AusstattungslinieBezugInfotainmentWichtige AssistentenHinweise Deutschland
Basis (Prime-Line)Stoff8,8"-DisplayBasis-PaketSitzheizung häufig
Mittel (Exclusive-Line)KunstlederBose optionalAdaptiver TempomatLenkradheizung
HochLederHead-up-Display360°-KameraPanorama-Dach selten
TurboPremium-LederVollausstattungAlle SystemeAWD stark nachgefragt

Veränderungen im Innenraum über die Jahre & Facelift

Seit Produktionsstart 2019 gab es kontinuierliche Verbesserungen. Das 2021-Facelift brachte schärfere Instrumenten-Grafiken, kabelloses Apple CarPlay/Android Auto in späteren Modellen und mehr weiche Kunststoffe. Die Geräuschdämmung profitierte von zusätzlichen Dämmmaterialien in Radhäusern und Türen.

2023–2025 kamen neue Innenraumfarben (z. B. Bordeaux oder weißes Leder), optimierte Getränkehalter in der Konsole und ein verbessertes Head-up-Display mit Kartenanzeige hinzu. Stand 2026 wirkt das Interieur weiterhin modern: minimalistisch mit vertikaler Konsolenarchitektur und hochwertigen Materialien. Manche Lösungen wie die reine Dreh-Drück-Bedienung (kein Touchscreen) wirken im Vergleich zu Konkurrenten mit riesigen Touch-Displays etwas altmodisch – viele Fahrer schätzen jedoch die ablenkungsarme Bedienung.

Häufige Fragen & Schwachstellen des Innenraums

Die Geräuschdämmung ist durchschnittlich: ab ca. 100–130 km/h sind Reifen- und Windgeräusche hörbar, besonders auf schlecht ausgebauten Landstraßen oder bei hohen Autobahngeschwindigkeiten. Ab ca. 100.000 km zeigen sich erste Abnutzungsspuren an Lenkrad und Sitzflanken, Kunststoffe können bei Kälte knarzen. Der größte Kritikpunkt bleibt die Rücksitzbank: zu wenig Platz für Beine und Kopf bei großen Mitfahrern.

Die Übersicht nach hinten leidet unter dicken C-Säulen (besonders Hatchback), Kameras helfen aber. Leder braucht regelmäßige Pflege gegen Rissbildung, Spalten sammeln Staub. Im deutschen Klima – Winter mit Streusalz, Sommerhitze – muss der Innenraum häufig gereinigt werden. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt unbedingt auf stark beanspruchte Exemplare (viel Autobahn oder Kurzstrecke) achten.

Fazit & Aktualität des Innenraums 2026

Stand 2026 bleibt der Innenraum der Mazda 3 ein Highlight in der Kompaktklasse – dank edler Materialien, perfekter Ergonomie und zeitlosem Design. Er altert langsam, auch wenn Konkurrenten stärker auf Digitalisierung setzen. Empfehlenswert sind Exclusive-Line oder höher für Sitzheizung, Bose und umfangreiche Assistenzsysteme.

Gut ausgestattete junge Gebrauchte oder aktuelle Modelle mit niedriger Laufleistung lohnen den Aufpreis durch Fahrspaß und Komfort. Auf dem Gebrauchtmarkt sind Baujahre 2021–2023 mit unter 80.000 km besonders attraktiv. Beim Kauf prüfen: Zustand der Materialien (Abrieb, Knarzen), Funktion des Infotainments und keine Feuchtigkeits- oder Schmutzspuren – gerade bei typisch deutschen Einsatzbedingungen (viel Autobahn, Winterbetrieb). Orientierungspreis für gut erhaltene Exemplare 2019–2025 in Deutschland: ca. 18.000–35.000 € je nach Ausstattung, Baujahr und Kilometerstand.