
Die Schwachstellen der vierten Mazda-3-Generation werden in Besitzerberichten immer wieder thematisiert – vor allem Punkte, die den Alltag beeinflussen. Beim Verbrauch fällt auf: Die hierzulande am häufigsten vertretene 2.5 Skyactiv-G (186 PS) verbraucht im Stadtverkehr realistisch 8,5–10,5 l/100 km, bei forscher Fahrweise oder Stau auch gerne 10–12 l/100 km. Auf der Autobahn sinkt der Wert meist auf 6,2–7,8 l/100 km – je nach Geschwindigkeit, Beladung und Streckenprofil. Auf typischen deutschen Pendlerstrecken mit viel Stop-and-Go liegt der reale Durchschnittsverbrauch jedoch meist deutlich über den WLTP-Angaben.
Das Infotainment mit 8,8-Zoll-Display und Dreh-Drück-Steller ist während der Fahrt sehr bedienfreundlich, der fehlende Touchscreen in den frühen Modellen stört aber viele. Android Auto und Apple CarPlay sind vorhanden – bis 2021 jedoch nur kabelgebunden, kabellos erst später. Die Navigation läuft in den Basisversionen ausschließlich über das Smartphone, ohne integrierte Offline-Karten – eine stabile Internetverbindung ist daher Pflicht.
Die Geräuschdämmung wurde gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert, liegt aber weiterhin nur im Klassendurchschnitt: ab ca. 130 km/h sind Abroll- und Windgeräusche hörbar, besonders auf grobem Asphalt oder mit 18-Zoll-Felgen. Viele Besitzer nennen das als häufigsten Kritikpunkt. Die Innenraum-Materialien wirken hochwertig – weiche Kunststoffe, Stoff oder Leder je nach Ausstattung –, aber Lenkrad und Sitzflanken zeigen nach 90.000–110.000 km erste Abnutzungsspuren.
Die Wartung ist durch die sehr kompakte Motorraumgestaltung teilweise aufwendig (z. B. Innenraumfiltertausch). Originalteile sind überdurchschnittlich teuer: Karosserieteile wie Stoßfänger oder Scheinwerfer kosten oft 450–1.200 €, gute Nachbauten (Taiwan/Korea) liegen etwa bei der Hälfte. Skyactiv-X-Modelle (in Deutschland verfügbar, aber selten) verlangen zwingend Super Plus, um Kohleablagerungen zu vermeiden.

Modelljahre und Versionen – worauf besonders achten
Frühe Baujahre 2019–2020 hatten vereinzelt Probleme mit dem Skyactiv-Drive-Automatikgetriebe, Airbag-/Gurt-Warnleuchten und kleineren Kalibrierungsfehlern der Bremsassistenten. Die Fälle waren nicht flächendeckend und meist im Garantieweg behoben.
Ab 2021 gab es deutliche Verbesserungen: kabellose Smartphone-Anbindung, zusätzliche Dämmmaterialien für besseren Geräuschkomfort und optimierte Software der i-Activsense-Fahrerassistenzsysteme. Ab 2023 senken die Mild-Hybrid-Versionen e-Skyactiv G den Verbrauch im Mix um ca. 0,5–1,0 l/100 km. Rost an Radläufen und Schweller tritt vor allem bei frühen Exemplaren auf, die in Regionen mit Streusalz gefahren wurden – ab 2021 hat Mazda die Werks-Korrosionsschutzmaßnahmen aber spürbar verbessert. Die 2.5 Turbo AWD-Modelle (meist US-Import) brauchen ab ca. 90.000–100.000 km besondere Aufmerksamkeit für den Turbolader.
Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland
In Deutschland stammen die meisten Mazda 3 aus heimischen Zulassungen bzw. EU-Import – offizielle Neuwagenversorgung ist seit 2022 teilweise eingeschränkt. Der Karosseriezustand hängt stark von der Region ab: In Streusalz-Gebieten (Bayern, NRW, Niedersachsen etc.) zeigen Radläufe, Schweller und Türunterkanten oft Rostblasen oder Lochfraß. Feuchte Winter und Salzbelastung verstärken das – eine gründliche Unterboden- und Hohlraumkontrolle ist daher Pflicht.
Der Serviceverlauf ist entscheidend: Vernachlässigte Wartung führt bei Skyactiv-Motoren schnell zu Kohleablagerungen oder leichtem Ölverbrauch bei höheren Laufleistungen. Echtheit prüfen via FIN; viele Fahrzeuge haben Unfallschäden. Tachomanipulation kommt vor – realistische Laufleistung für 2019–2021 liegt bei 90.000–160.000 km. CarVertical, DAT oder Werkstatt-Diagnose dringend empfohlen.
Aktuelle Gebrauchtmarkt-Preise in Deutschland: 2.5 Skyactiv-G mit Frontantrieb bewegen sich meist zwischen 18.000–26.000 €, AWD-Turbo-Modelle liegen bei 24.000–34.000 € – je nach Zustand, Ausstattung und Kilometerstand.
| Baujahr | Häufige Probleme | Orientierungspreis (ca. €) |
|---|---|---|
| 2019–2020 | Rostbeginn, frühe Getriebeprobleme | 16.000–22.000 |
| 2021–2023 | Innenraum-Abnutzung, kleinere Elektronik | 20.000–28.000 |
| 2024–heute | Deutlich weniger Beanstandungen | 26.000–38.000+ |

Was sich reparieren lässt und Budget für guten Zustand
Viele Schwächen der BP-Generation lassen sich gut beheben. Zusätzliche Dämmung an Radläufen und Türen senkt den Geräuschpegel um 10–20 dB. Das Infotainment kann per Software-Update oder Tausch auf ein kabellos-fähiges Headunit modernisiert werden. Abgenutzte Innenraumteile (Sitze, Lenkrad) sind mit qualitativ hochwertigen Nachbauteilen günstig zu erneuern.
Eine Fahrwerksüberholung – Stoßdämpfer, Lager nach 90.000–110.000 km – bringt auf holprigen Landstraßen spürbar mehr Komfort. Rostvorsorge bedeutet professionelle Unterboden- und Hohlraumkonservierung. Ölwechselintervalle von 10.000–15.000 km einhalten und Steuerkette bei Skyactiv-G im Auge behalten.
Bei Gebrauchtwagenkauf 10–20 % des Kaufpreises für Nachbesserungen und Reparaturen zurücklegen – realistisch 2.500–6.000 € für Diagnose, Inspektion, Verschleißteile und ggf. Rostschutzmaßnahmen.
Fazit & Kaufempfehlung
Die Mazda 3 der vierten Generation bleibt im Kompaktsegment eine attraktive Wahl – besonders für Fahrer, die Design, Fahrdynamik und hochwertiges Interieur schätzen. Modelle ab 2021 mit aktualisierter Software und besserer Dämmung sind klar vorzuziehen. In Deutschland bietet der 2.5 Skyactiv-G (Front- oder Allrad) den besten Kompromiss aus Fahrspaß und Verbrauch; der Turbo ist für Leistungsorientierte interessant.
Bei Neu- oder Gebrauchtwagenkauf unbedingt Karosserie auf Rost prüfen (besonders in Salzregionen), vollständigen Scheckheftverlauf verlangen, Laufleistung verifizieren und alle Assistenzsysteme testen. Hebebühnen-Check, Diagnosegerät und ausgiebige Probefahrt decken versteckte Mängel auf. Weitere Infos zu Ausstattung, Technik und Innenraum gibt’s in den anderen Teilen der Serie.