
Der Innenraum des Nissan Leaf 2010–2017 verbindet bewusste Schlichtheit mit futuristischen Akzenten und unterstreicht damit den klaren Elektro-Charakter des Fahrzeugs. In diesem Beitrag nehmen wir den Innenraum der ersten Generation (ZE0/AZE0) genau unter die Lupe – mit klarem Blick auf den deutschen Gebrauchtmarkt im Jahr 2025. Im Laufe der Bauzeit hat sich das Interieur weiterentwickelt, blieb aber immer sehr alltagstauglich für Stadtverkehr und kleine Familien. Kofferraumvolumen, Sitzkomfort und Materialanmutung zählen auch heute noch zu den echten Stärken.
Materialien & Design
Der Gesamteindruck des Leaf-Innenraums beginnt bei den Materialien: Basisversionen setzen auf robusten Hartplastik und Stoffpolster, ergänzt durch ökologische Akzente wie Recycling-Kunststoffe und Bio-Stoffe. Das Armaturenbrett ist übersichtlich und fahrerorientiert gestaltet – statt klassischem Drehzahlmesser dominiert ein volldigitales Kombiinstrument mit großem Batterielade-Indikator, blaue Ambientebeleuchtung unterstreicht den Elektro-Charakter. Die Mittelkonsole bleibt minimalistisch: Joystick statt Wählhebel, Touchscreen (ab 5 Zoll in der Basis) für Navigation und Infotainment sowie direkt erreichbare Klima- und Audio-Tasten. Alles ist ergonomisch auf den Fahrer ausgerichtet, Lenkrad und Sitzverstellung liegen gut in der Hand.
Vorne herrscht gute Platzfülle mit ausreichend Seitenhalt und Höhenverstellung beim Fahrersitz. Hinten sitzen zwei Erwachsene bequem (Radstand 2.700 mm sorgt für akzeptable Beinfreiheit), der Mittelsitz wird durch den hohen Batterie-Boden jedoch spürbar enger. Die Rundumsicht ist dank großer Fensterflächen ordentlich, nur die dicken A- und C-Säulen sowie fehlende Rückfahrkamera in den Basismodellen erschweren teilweise das Rangieren. Der Kofferraum fasst je nach Baujahr 330–370 Liter, beim Umklappen der Lehnen (60/40) entsteht eine ebene Fläche plus Fach für das Ladekabel. Nach dem Facelift 2013 wuchs das Ladevolumen durch Verlegung des Ladegeräts deutlich – ideal für Familienausflüge oder den großen Wocheneinkauf. Im deutschen Alltag mit Stadtverkehr, engen Parklücken und langen Autobahnkilometern funktioniert dieses Raumkonzept hervorragend.

Ausstattungslinien auf dem deutschen Markt
Auf dem deutschen Gebrauchtmarkt 2025 dominieren überwiegend US-Spezifikationen (S, SV, SL) sowie einige europäische Ausführungen (Visia, Acenta, Tekna). Die Einstiegsversion (S/Visia) bietet Stoffsitze mit Sitzheizung vorn (im deutschen Winter sehr geschätzt), manuelle Klimaanlage, Audioanlage mit 4 Lautsprechern, Bluetooth, Tempomat und beheizte Außenspiegel/Lenkrad bei vielen Fahrzeugen. Das Infotainment läuft über einen 5-Zoll-Bildschirm mit grundlegender Ladesäulen-Navigation.
Die mittlere Linie (SV/Acenta) ergänzt automatische Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Leichtmetallfelgen, verbessertes Soundsystem mit 6 Lautsprechern, volle NissanConnect-Navigation und Fernsteuerung per App (Laden & Vorklimatisierung). Die Sitze sind in hochwertigem Stoff bezogen, Sitzheizung hinten meist vorhanden.
Die Top-Ausstattung (SL/Tekna) ist mit Abstand am beliebtesten: Leder-Innenausstattung, Bose-Soundsystem mit 7 Lautsprechern, LED-Scheinwerfer, 360°-Kamerasystem Around View Monitor, Komplett-Sitzheizung inkl. Lenkrad, kleiner Solarpanel am Heckspoiler zur Zusatzladung. Kein Panoramadach, aber häufig die effiziente Wärmepumpe. Spätere Modelle bieten zusätzlich Totwinkelwarner und Spurhalteassistent. SV und SL sind auf dem deutschen Markt der Sweet-Spot – realistische Gebrauchtpreise für solide 2015–2017-Exemplare liegen aktuell etwa zwischen 7.900 € und 12.500 € (je nach Laufleistung, Batteriezustand und Ausstattung).

| Ausstattung | Sitzbezug | Infotainment | Klimaanlage | Assistenzsysteme |
|---|---|---|---|---|
| Visia/S (Basis) | Stoff, Sitzheizung vorn | 5"-Monitor, Bluetooth | Manuelle Klima | Tempomat |
| Acenta/SV (Mittel) | Premium-Stoff, Komplett-Heizung | 7"-Monitor, Navigation | Automatische Klima | Rückfahrkamera |
| Tekna/SL (Top) | Leder, Komplett-Heizung | Bose, 7"-Monitor | Klima mit Wärmepumpe | 360°-Kamera, erweiterte Assistenten |
Diese Ausstattungslinien zeigen, was Käufer in Deutschland bekommen: vom soliden Basis-Komfort bis hin zu fast luxuriösem Niveau – immer mit klarem Fokus auf Energieeffizienz.
Entwicklung des Interieurs über die Jahre
Innerhalb der ersten Generation gab es deutliche Fortschritte – besonders markant beim Facelift 2013 (Wechsel auf AZE0). Vor 2013 dominierten helle Farben (beiger Kunststoff), einfache Dämmung und kleinerer Kofferraum (≈330 l) wegen des hinten liegenden Ladegeräts. Nach dem Facelift kamen dunklere, pflegeleichtere Farben, komfortablere Rücksitze (+5 cm Beinfreiheit), deutlich mehr Kofferraum (≈370 l) und eine um ca. 20 % verbesserte Geräuschdämmung – besonders der Windgeräuschpegel auf der Autobahn sank spürbar.
Ab 2015/2017 wurde das Infotainment modernisiert: größere Displays, bessere Smartphone-Anbindung, neue Farbwelten (Grau/Schwarz). Die Wärmepumpe kam als Option hinzu und verbessert den Winterkomfort enorm. Das Cockpit wurde informativer. Post-Facelift-Modelle sind auf dem deutschen Markt klar vorzuziehen: bessere Langstrecken-Dämmung, praktischerer Kofferraum und deutlich höherer Winterkomfort.

Typische Schwachstellen im Innenraum
Bei Gebrauchtwagenkäufern tauchen immer wieder dieselben Fragen auf: Die Materialien altern sichtbar – Hartplastik kratzt schnell, helle Stoffe (vor 2013) verschmutzen rasch. Unter deutschen Bedingungen (Streusalz im Winter, Staub im Sommer, große Temperaturschwankungen) wird das deutlich: Polster brauchen regelmäßige Reinigung, Plastikteile mattieren. Besonders betroffen: Lenkrad und Joystick (ab ca. 100.000 km abgeschliffen), klebende Infotainment-Tasten durch Schmutzablagerungen.
Geräuschkulisse: Die Basisdämmung ist überschaubar – ab ca. 130 km/h werden Wind- und Abrollgeräusche hörbar, besonders auf rauen Beton- und Asphaltstrecken. Rückbank: hoher Boden unbequem für große Personen, Heckspoiler schränkt die Sicht nach hinten ein. Pflegetipp: keine aggressiven Reiniger verwenden, um die Öko-Materialien zu schonen. Starke Sonneneinstrahlung beschleunigt die Alterung des Kunststoffs, Kälte sorgt für Knarzen. Klassische Probleme: klapperndes Armaturenbrett, ausfallende Sitzheizungen. Beim Kauf 2025 immer genau prüfen: Flecken, Risse, Funktion von Displays und ein ausgiebiger Probefahrt-Test auf unerwünschte Geräusche.

Fazit
Im Jahr 2025 wirkt der Innenraum des ersten Leaf im Vergleich zu aktuellen Stromern etwas angestaubt (kleinere Bildschirme, sehr reduzierte Gestaltung), bleibt aber erstaunlich funktional und komfortabel für den Stadt- und Pendleralltag. Er hat für preisbewusste Elektro-Einsteiger nichts von seiner Attraktivität verloren: ausreichend Platz, leise im Stop-and-Go und mit sehr guter Heizausstattung für den Winter. Die beste Wahl auf dem deutschen Markt ist meist die SV-Ausstattung: optimales Preis-Leistungs-Verhältnis (ca. 8.900–12.000 €), gute Serienausstattung (Klimaautomatik, Kamera, Navigation) und hoher Komfort ohne den Aufpreis für Leder und Bose der SL. Beim Kauf immer genau hinschauen: Zustand von Kunststoffen und Polstern, Funktion aller Systeme inkl. Sitzheizung und natürlich eine gründliche Probefahrt auf Geräusche. Der Innenraum des Nissan Leaf I bleibt eine solide, bezahlbare und verlässliche Basis für den Einstieg in die Elektromobilität in Deutschland.