Hyundai Tucson III (2016–2021) Innenraum: Materialien, Ausstattungslinien & Facelift-Änderungen | automotive24.center

Innenraum Hyundai Tucson III (2016–2021) – Cockpit, Ausstattungslinien und wichtigste Änderungen

Der Innenraum des Hyundai Tucson der dritten Generation zählt zu den größten Stärken dieses kompakten SUVs, das von 2015 bis 2021 gebaut wurde

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Das Modell kam 2016 auf den deutschen Markt und eroberte sehr schnell die Käuferherzen durch die gelungene Mischung aus Design, Komfort und Ausstattung. Dieser Beitrag widmet sich dem Innenraum des Hyundai Tucson 2016–2021, den verfügbaren Ausstattungslinien, den jährlichen Änderungen sowie der realen Nutzungserfahrung auf deutschen Straßen. Technische Daten, Exterieur und weitere Themen werden in anderen Artikeln der Reihe behandelt.

Gesamteindruck Innenraum

Der Innenraum Hyundai Tucson 2016–2021 überzeugt durch durchdachtes Layout und solide Materialien, die zum Marktstart im Kompakt-SUV-Segment absolut konkurrenzfähig waren. Das Interieur folgt einem cleanen, fahrerorientierten Minimalismus. Die Mittelkonsole ist leicht zum Fahrer geneigt, sodass Klima- und Infotainment-Bedienelemente optimal erreichbar sind. Das Kombiinstrument ist klassisch analog mit klaren Rundinstrumenten und einem kleinen 3,5–4,2-Zoll-Bordcomputer-Display. In den höheren Linien ist der 5- oder 8-Zoll-Touchscreen harmonisch in die Armaturentafel integriert.

Die Materialwahl richtet sich nach der Ausstattungslinie. Basisversionen haben Stoffpolster und harte, aber griffig strukturierte Kunststoffe. In den mittleren und oberen Linien (Trend, Style, Premium) kommen weiche Kunststoffe, Leder- oder Kunstleder-Applikationen auf Armaturentafel und Sitzen sowie Chrom-Applikationen zum Einsatz. Die Verarbeitungsqualität ist durchweg hoch: gleichmäßige Spaltmaße und kein Knarzen selbst auf schlechten Landstraßen oder Kopfsteinpflaster.

Die Sitzposition ist angenehm dank höhen- und tiefenverstellbarem Lenkrad sowie vorderen Sitzen mit guter Seitenführung. Höhere Linien bieten elektrisch verstellbare Sitze und Lendenwirbelstütze. Hinten gibt es ausreichend Beinfreiheit und Kopffreiheit (Radstand 2670 mm), der Mitteltunnel stört jedoch den mittleren Sitzplatz. Die Rücksitzlehnen sind neigbar und erhöhen den Langstreckenkomfort deutlich.

Der Kofferraum zählt zu den stärksten Argumenten des Tucson III. Er fasst 488 Liter im Normalzustand und bis zu 1478 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank (60:40). Der Ladeboden ist eben, es gibt Staufächer und Spanngurte-Haken. Das Reserverad (Notrad oder vollwertig je nach Linie) liegt unter dem Boden. Diese Variabilität macht den Tucson zum idealen Begleiter für Familienausflüge und Freizeitaktivitäten.

Ausstattungslinien auf dem deutschen Markt

Die Innenraum-Ausstattungslinien Hyundai Tucson boten eine breite Palette an Optionen, die speziell auf den deutschen Markt abgestimmt waren. Hier die wichtigsten Linien und ihre typische Ausstattung:

  • Edition (Basis): Stoffpolster, manuelle Klimaanlage, Audiosystem mit 5-Zoll-Display (4 Lautsprecher, USB, Bluetooth), Sitzheizung vorn, höhenverstellbares Lenkrad, 6 Airbags. Analoges Kombiinstrument mit kleinem monochromem Display. Schlicht, aber praxisgerecht für preisbewusste Käufer.
  • Trend: Zweizonen-Klimaautomatik, Sitzheizung hinten (spätere Modelle), Rückfahrkamera, 7- oder 8-Zoll-Monitor mit Apple CarPlay/Android Auto, Einparkhilfe hinten, Tempomat. Weichere Kunststoffe und Stoff- oder Stoff-/Kunstleder-Polster.
  • Style: Lederpolster, Keyless Entry & Go, 8-Zoll-Monitor, beheizbares Lenkrad, Einparkhilfe vorn+hinten, Totwinkelwarner, Spurhalteassistent. Farbiges 4,2-Zoll-Display im Kombiinstrument. Chrom-Applikationen und deutlich bessere Geräuschdämmung.
  • Premium (Top): Panorama-Glasdach, belüftete Vordersitze, elektrischer Fahrersitz mit Memory, Premium-Sound (6–8 Lautsprecher), adaptiver Tempomat, Voll-Leder-Innenraum. Ambiente-LED-Beleuchtung in den Top-Versionen.

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt sind Trend und Style am häufigsten vertreten – sie bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Edition-Modelle waren in Firmenflotten beliebt, Premium-Exemplare sind seltener wegen des höheren Neupreises.

Änderungen im Innenraum nach Modelljahr

Das Facelift 2018 brachte die wichtigsten Verbesserungen für den Innenraum Hyundai Tucson III. Die Änderungen galten gleichermaßen für den deutschen und europäischen Markt:

  • Infotainment: Vor Facelift (2016–2017) 5- oder 7-Zoll-Displays mit simpler Grafik. Ab 2018 serienmäßig 8-Zoll-Touchscreen mit schärferer Darstellung, Apple CarPlay/Android Auto, präziserer Navigation und intuitiverer Bedienung.
  • Kombiinstrument: Facelift führte optionales 7-Zoll-Digitalcockpit in den oberen Linien ein – analoge Instrumente wurden ersetzt. Mit wählbaren Anzeigemodi (Eco, Sport, Normal).
  • Geräuschdämmung: Verbesserte Dämmmaterialien im Motorraum und an den Radhäusern senkten den Geräuschpegel um ca. 2–3 dB. Besonders auf Autobahn und groben Belägen deutlich spürbar.
  • Materialien: Style und Premium nach Facelift mit neuen Farbwelten (Beige, Grau) und hochwertigerem Leder mit Kontrastnaht. Weichere Kunststoffe auch in der oberen Mittelkonsole.
  • Ausstattung: Beheizbares Lenkrad und Sitzventilation rutschten nach dem Facelift in niedrigere Linien – vorher nur in Premium.

Die Facelift-Modelle (2018–2021) wirken deutlich moderner und wohnlicher – sie sind auf dem Gebrauchtmarkt die klare Empfehlung.

Häufige Schwachstellen & Kritikpunkte

Trotz durchdachtem Konzept zeigen gebrauchte Tucson III einige Innenraum-Schwächen, die bei deutschen Nutzungsbedingungen relevant sind:

  • Materialverschleiß: Stoffsitze in Basisversionen verschleißen und verschmutzen bei intensiver Familiennutzung oder häufigem Transport schnell. Leder in Style/Premium hält länger, helles Leder (Beige) braucht aber regelmäßige Pflege, sonst entstehen Glanzstellen.
  • Geräuschkulisse: Vor-Facelift-Modelle (2016–2017) lassen ab ca. 100–110 km/h deutlich Roll- und Motorgeräusche herein, besonders bei Dieseln. Facelift bessert spürbar, grobe Landstraßen lassen aber noch etwas Fahrwerksgeräusch durch.
  • Rücksitzbank: Platzangebot ok, sehr große Personen (>190 cm) stoßen jedoch mit dem Kopf an, besonders bei Panoramadach. Mittlerer Sitzplatz leidet unter dem Tunnel.
  • Sicht nach hinten: Dicke A-Säulen erzeugen tote Winkel beim Abbiegen. Kleine Heckscheibe, aber Rückfahrkamera und Sensoren mildern das in mittleren und oberen Linien ab.
  • Infotainment: Frühe 5-Zoll-Displays wirken heute veraltet. Auch 7- und 8-Zoll-Systeme können bei intensiver Navigation gelegentlich ruckeln.
  • Gebrauchsspuren: Viele Fahrzeuge stammen aus Firmenfuhrparks – Lenkrad glänzend, Konsole zerkratzt, Knöpfe abgenutzt.

Empfehlung: Schonbezüge für Stoffsitze und regelmäßige Lederpflege. Bei Probefahrt immer Autobahn-Geräusche prüfen – besonders bei Vor-Facelift-Exemplaren.

Fazit: Wie zeitgemäß ist der Innenraum heute & welche Linie lohnt sich

Im Jahr 2025–2026 bleibt der Innenraum Hyundai Tucson 2016–2021 weiterhin wettbewerbsfähig, vor allem in den Facelift-Versionen (2018–2021). Das reduzierte Design, solide Materialien und intelligente Ergonomie wirken noch immer frisch. Basisversionen mit Stoff und kleinem Display fühlen sich jedoch im Vergleich zu aktuellen Modellen etwas angestaubt an. Die Facelift-Style- und Premium-Linien mit 8-Zoll-Monitor, Leder und besserer Dämmung halten sich sehr gut.

Die ausgewogenste Wahl für den deutschen Markt ist ein Style Facelift (2018–2021). Er bringt Lederpolster, beheiztes Lenkrad & Sitze, 8-Zoll-Monitor, Rundum-Sensoren und moderne Assistenzsysteme. Hier stimmen Preis, Komfort und Ausstattung am besten. Auf dem aktuellen Gebrauchtmarkt bewegen sich saubere Exemplare meist zwischen 16.000–21.000 € je nach Laufleistung, Zustand und Region (realistische Preisspanne Deutschland).

Beim Kauf besonders prüfen:

  • Innenraum-Zustand: Sitzkanten, Lenkrad und Konsole auf starke Abnutzung kontrollieren. Helles Leder kann Flecken oder Glanzstellen zeigen.
  • Infotainment: Bildschirm und Software auf Reaktionsschnelligkeit testen – besonders bei Nutzung der Navigation.
  • Geräuschkulisse: Probefahrt auf Autobahn und schlechten Straßen machen, um die Dämmung zu bewerten.
  • Reparaturspuren: Auf Anzeichen unsauberer Unfallinstandsetzung achten (ungleiche Spalte, Klebereste).

Der Innenraum Hyundai Tucson III verbindet Alltagstauglichkeit, Langlebigkeit und echten Komfort – ideal für Familien, Pendler und Langstreckenfahrer. Wer einen Style Facelift wählt, bekommt auch 2026 noch ein Cockpit, das mit Funktionalität und Wohlfühl-Charakter überzeugt.