Hyundai und Kia patentieren Dual-Batterie-System für Elektrofahrzeuge | Globale Auto-News | automotive24.center

Hyundai und Kia patentieren Dual-Batterie-System für Elektrofahrzeuge

Hyundai und Kia haben eine gemeinsame Patentanmeldung für eine neue Elektrofahrzeug-Architektur eingereicht, die zwei Traktionsbatterien nutzt

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Das Konzept zielt darauf ab, die Fahrdynamik zu verbessern, ohne die Reichweite nennenswert zu beeinträchtigen, und könnte den Ansatz bei der Entwicklung leistungsstarker Elektromodelle verändern. Der Beitrag beleuchtet die Kernidee und erläutert, warum Automobilhersteller ein solches System benötigen.

Aufbau des neuen Systems

In den meisten aktuellen Elektrofahrzeugen kommt eine einzige Hochvoltbatterie zum Einsatz, die sowohl für die Reichweite als auch für die Leistungsabgabe verantwortlich ist. Das Patent von Hyundai und Kia schlägt eine andere Lösung vor: zwei Traktionsbatterien, von denen jede die Elektromotoren direkt versorgen kann.

Die Hauptbatterie verfügt über eine hohe Kapazität und ist für den Alltagsbetrieb ausgelegt. Sie wird bei normaler Fahrt genutzt, an externen Ladesäulen geladen und durch Rekuperation aufgefüllt. Die zweite Batterie ist eine Hilfsbatterie mit geringerer Kapazität, aber hoher spezifischer Leistung. Ihre Aufgabe besteht darin, bei kurzzeitigen hohen Lastspitzen zusätzliche Energie bereitzustellen.

Die Hilfsbatterie kann sowohl von der Hauptbatterie als auch bei Bremsvorgängen mit Energierückgewinnung geladen werden. Die Steuerung der Energieverteilung zwischen den Batterien übernimmt eine elektronische Recheneinheit, die Fahrerwunsch und Ladezustand beider Batterien analysiert.

Funktionsprinzip und Steuerung

Die Software entscheidet, wann die Hilfsbatterie zur Leistungssteigerung zugeschaltet wird und wann es sinnvoller ist, ausschließlich die Hauptbatterie zu nutzen, um Energie zu sparen. Das System bestimmt zudem, welche Batterie zu welchem Zeitpunkt geladen werden soll.

Eine manuelle Eingriffsmöglichkeit ist vorgesehen. Der Fahrer kann die Nutzung der Hilfsbatterie einschränken, um die Reichweite zu maximieren, oder umgekehrt deren priorisierte Ladung vor dynamischer Fahrt anfordern. Die Bereitstellung zusätzlicher Leistung erfolgt jedoch automatisch, ohne separaten Schalter.

Warum braucht ein Elektrofahrzeug zwei Batterien?

Eine universelle Einzelbatterie erfordert stets Kompromisse. Bei Fokus auf Reichweite sinkt die Fähigkeit, dauerhaft hohe Leistung abzugeben; bei Betonung der Performance leidet die Effizienz. Die Aufteilung der Aufgaben auf zwei Batterien ermöglicht die Optimierung jeder Batterie für ihre spezifische Funktion.

Dieser Ansatz kann besonders für sportliche Elektrofahrzeug-Varianten vorteilhaft sein. So könnten Modelle mit hoher Leistung auch bei intensiver Nutzung eine akzeptable Reichweite behalten. Zudem würde es Herstellern erleichtern, das Angebot an Performance-Versionen zu erweitern – oft lediglich durch Software-Anpassungen und Änderungen an den Parametern der Hilfsbatterie.

Ausblick auf die Umsetzung

Ob das Dual-Batterie-System in Serienfahrzeugen von Hyundai oder Kia erscheinen wird, ist derzeit unklar. Das Patent nennt weder konkrete Bauraumkonzepte noch mögliche Einführungszeitpunkte. Dennoch zeigt die Idee das Bestreben der Hersteller, neue Wege zu finden, um Elektrofahrzeuge attraktiver zu machen – ohne starke Kostenerhöhung oder Einbußen bei der Alltagstauglichkeit.

Fazit

Die von Hyundai und Kia vorgeschlagene Dual-Batterie-Architektur stellt einen alternativen Weg in der Entwicklung elektrischer Antriebe dar. Die Trennung der Aufgaben zwischen einer batterie mit hoher Kapazität und einer mit hoher Leistung kann Ingenieuren mehr Spielraum bei der Abstimmung von Dynamik und Effizienz geben und Käufern vielseitigere Elektrofahrzeuge bieten.