
Die dritte Generation des Dacia Sandero wurde im September 2020 vorgestellt. In Deutschland kam sie Anfang 2021 auf den Markt. Je nach Quelle wird die Baureihe intern als BJI beziehungsweise DJF geführt. Technische Basis ist die CMF-B-Plattform der Renault Group, die auch bei anderen kompakten Modellen des Konzerns eingesetzt wird.
Der Sandero bleibt ein fünftüriger Kleinwagen mit Frontantrieb. Daneben steht der Sandero Stepway mit erhöhter Bodenfreiheit, eigenständiger Optik und modularer Dachreling. Gegenüber dem Vorgänger rückten Assistenzsysteme, Konnektivität und Komfort stärker in den Mittelpunkt, ohne das Grundkonzept eines vergleichsweise einfachen und preisorientierten Alltagsautos aufzugeben.
Zu den prägenden Merkmalen der ersten Ausführung gehören die Y-förmige Lichtsignatur, die deutlich modernere Karosseriegestaltung und ein gegenüber dem Sandero II aufgewerteter Innenraum. Beim Stepway kommen robuste Karosserieelemente und eine höhere Sitzposition hinzu.
Was sich gegenüber der zweiten Generation geändert hat
Der Sandero II wurde von 2012 bis 2020 angeboten. Mit dem Generationswechsel wuchs der Sandero auf rund 4,09 Meter Länge; der Radstand beträgt 2,60 Meter. Vor allem die neue CMF-B-Architektur ermöglichte modernere Elektronik, zusätzliche Fahrerassistenzsysteme und eine zeitgemäßere Sicherheitsausstattung.
Zum Marktstart in Deutschland umfasste die Motorenpalette unter anderem den 1,0-Liter-Saugbenziner SCe 65 mit 67 PS, den aufgeladenen TCe 90 mit 91 PS sowie den bivalenten TCe 100 ECO-G mit 101 PS für Benzin und Autogas. Je nach Motor kamen ein Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetriebe zum Einsatz; für einzelne TCe-90-Versionen war außerdem ein CVT-Automatikgetriebe erhältlich. Alle deutschen Sandero III besitzen Frontantrieb.
Der Innenraum wurde gegenüber dem Vorgänger neu gestaltet und je nach Ausstattung um Touchscreen-Infotainment, Smartphone-Anbindung, Rückfahrkamera, Klimaautomatik und weitere Komfortfunktionen ergänzt. Im Euro-NCAP-Test von 2021 erreichten Sandero und Sandero Stepway zwei von fünf Sternen. Wegen geänderter Bewertungsmethoden lässt sich diese Sternezahl nicht direkt mit älteren Generationen vergleichen.
Aktueller Stand der Generation
Zum Modelljahr 2026 erhielt die Baureihe ein umfangreiches Update. Dazu gehören eine neue Lichtsignatur in Form eines umgekehrten „T“, geänderte Front- und Heckpartien, LED-Pixel-Rückleuchten sowie – je nach Ausstattung – ein 10,1-Zoll-Touchscreen, ein digitales 7-Zoll-Fahrinfodisplay, kabelloses Smartphone-Laden und zusätzliche Assistenzsysteme.
Auch die Antriebspalette wurde in Deutschland neu geordnet. Beim normalen Sandero ist aktuell der TCe 100 mit 100 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe erhältlich. Hinzu kommt der neue Eco-G 120 mit 1,2-Liter-Dreizylinder und 122 PS, wahlweise mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Seit 2026 wird außerdem der selbstladende Vollhybrid hybrid 155 angeboten; die deutsche Preisliste weist für das System 116 kW beziehungsweise 158 PS aus. Beim Sandero Stepway ergänzt der TCe 110 mit 110 PS diese Antriebe.
Frühere Motorisierungen wie SCe 65, TCe 90 und Eco-G 100 gehören weiterhin zum Gebrauchtwagenangebot, sind aber nicht mehr mit der aktuellen Neuwagenpalette gleichzusetzen. Der SCe 65 wurde in Deutschland noch bis 2026 geführt, verschwand anschließend jedoch aus dem aktuellen Konfigurator. Der TCe 90 und der frühere Eco-G 100 wurden im Zuge der Modellpflege durch die neueren Antriebe ersetzt.

Markt in Deutschland
Der Sandero III ist in Deutschland sowohl als Neuwagen als auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt breit verfügbar. Auf mobile.de und AutoScout24 finden sich für einzelne Erstzulassungsjahre jeweils mehrere Hundert beziehungsweise zahlreiche Angebote. Besonders häufig vertreten sind TCe-90- und Eco-G-Versionen sowie der Sandero Stepway.
Die Angebotspreise hängen stark von Erstzulassung, Laufleistung, Motorisierung und Ausstattung ab. Als grobe Orientierung für unfallfreie Fahrzeuge mit marktüblicher Laufleistung lassen sich im September 2026 folgende Bereiche ableiten:
| Erstzulassung | Typische Varianten | Orientierender Angebotspreis | Marktstatus |
| 2021–2022 | SCe 65, TCe 90, Eco-G 100 | ca. 10.000–15.500 € | Gebrauchtwagen |
| 2023 | TCe 90, Eco-G 100, Stepway | ca. 13.000–16.000 € | Gebrauchtwagen |
| 2024 | TCe 90, Eco-G 100, Stepway | ca. 14.500–17.500 € | Gebrauchtwagen |
| 2025 | TCe 90, TCe 110 Stepway, Eco-G 100 | ca. 16.000–19.500 € | junge Gebrauchtwagen |
| 2026 (Neuwagen) | TCe 100, Eco-G 120, hybrid 155 | ab 13.590 €; hybrid 155 ab 19.890 € | aktuelle Neuwagen |
Beim Sandero Stepway beginnen die deutschen Neuwagenpreise aktuell höher als beim normalen Sandero; der Stepway Essential startet bei rund 14.990 €. Der hybrid 155 wird beim Stepway ab rund 20.790 € angeboten. Überführungskosten und Sonderausstattung kommen jeweils hinzu.
Wichtige Versionen und Ausstattungen in Deutschland
Beim normalen Sandero heißen die aktuellen Ausstattungslinien Essential, Expression und Journey. Der Sandero Stepway wird als Stepway Essential, Stepway Expression und Stepway Extreme angeboten. Ältere Gebrauchtwagen können noch frühere Bezeichnungen wie Access oder Comfort tragen.
Essential deckt die Basisausstattung ab. Beim aktuellen Sandero gehören unter anderem ein aktiver Notbremsassistent mit Fußgänger- und Fahrraderkennung, eine akustische Einparkhilfe hinten, Media Control sowie Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer zum Serienumfang.
Expression erweitert die Ausstattung unter anderem um ein größeres Infotainmentsystem, eine Rückfahrkamera und aufgewertete Räder. Beim aktuellen Modell kommt ein 10,1-Zoll-Touchscreen zum Einsatz. Umfang und Detailausstattung können je nach Motorisierung und Modelljahr variieren.
Journey ist beim normalen Sandero die komfortorientierte Linie und umfasst unter anderem Klimaautomatik, Keycard Handsfree, ein digitales 7-Zoll-Fahrinfodisplay und 16-Zoll-Leichtmetallräder. Beim Stepway übernimmt Extreme die Rolle der besonders umfangreich ausgestatteten Variante.
Der Stepway unterscheidet sich zusätzlich durch die crossoverartige Karosseriegestaltung, höhere Bodenfreiheit und die modulare Dachreling. Er bleibt jedoch ein frontgetriebener Kleinwagen und ist kein klassischer Geländewagen.

Fazit und Relevanz der Generation
Der Dacia Sandero III hat sich seit 2021 deutlich weiterentwickelt. Frühere Fahrzeuge mit SCe 65, TCe 90 oder Eco-G 100 bilden heute einen großen Teil des Gebrauchtwagenmarkts, während die aktuelle Neuwagenpalette mit TCe 100, Eco-G 120 und hybrid 155 technisch wesentlich breiter aufgestellt ist.
Für Gebrauchtwagenkäufer sind vor allem Baujahr, Motorisierung, Wartungshistorie und Ausstattung entscheidend. Beim Vergleich von Angeboten sollte außerdem beachtet werden, ob es sich um einen normalen Sandero oder einen Stepway handelt, da sich Preisniveau, Bodenfreiheit und Ausstattung unterscheiden.
Vor dem Kauf eines gebrauchten Sandero III empfiehlt sich insbesondere die Prüfung von:
- vollständiger Wartungs- und Reparaturhistorie;
- Zustand von Fahrwerk, Bremsen und Reifen;
- Funktion von Infotainment, Kamera und Assistenzsystemen;
- bei Eco-G-Modellen der LPG-Anlage und ihrer Dokumentation;
- Unfallfreiheit, Laufleistung und Rückrufhistorie.
Mit der Modellpflege 2026 und dem neuen Vollhybrid bleibt die dritte Sandero-Generation in Deutschland aktuell und deckt inzwischen ein deutlich breiteres Spektrum vom einfachen Benziner bis zum elektrifizierten Antrieb ab.