
Dieses als F15 bekannte Generation wurde von 2013 bis 2018 gebaut und hat sich als kraftvoller, komfortabler Premium-SUV einen sehr guten Ruf erarbeitet. Wie jedes Fahrzeug dieser Klasse hat aber auch der X5 F15 seine bekannten Schwachpunkte. Motor-, Fahrwerks-, Elektronik- und Karosserieprobleme treten bei höheren Laufleistungen in Deutschland besonders häufig auf – vor allem durch Streusalz im Winter, Autobahn-Tempi, Temperaturschwankungen und unterschiedliche Kraftstoffqualität. In diesem Beitrag beleuchten wir die wichtigsten Mängel, Unterschiede je nach Baujahr, Besonderheiten des deutschen Marktes, Reparaturkosten und konkrete Kaufempfehlungen. Technische Daten, Fahrleistungen und Innenraum-Bilder finden Sie in unseren weiteren Artikeln.
Die wichtigsten Schwachstellen der Baureihe
BMW X5 F15-Besitzer berichten regelmäßig über typische Premium-SUV-Themen: hohe Wartungs- und Teilekosten sowie einige wiederkehrende technische Defekte. Die häufigsten Punkte:
- Hoher Verbrauch: Benziner (xDrive35i / 40i) liegen real bei 10–14 l/100 km im Stadtverkehr; Diesel (xDrive30d / 40d) sind sparsamer (7–9 l), aber im Stop-and-Go und bei schlechter Dieselqualität steigt der Verbrauch deutlich.
- Veraltetes iDrive & Navigation: Frühe iDrive-Versionen hakeln, Apple CarPlay kam spät oder nur per Nachrüstung, Karten-Updates sind teuer.
- Rostanfälligkeit: Trotz verzinkter Karosserie tritt Rost an Schweller, Radläufen und Unterboden auf – vor allem durch Streusalz und Feuchtigkeit.
- Mäßige Geräuschdämmung: Abroll- und Windgeräusche ab ca. 100 km/h deutlich hörbar, besonders bei Runflat-Bereifung vor dem Facelift.
- Teure Wartung & Ersatzteile: Inspektion beim Vertragshändler ab ca. 600–1.200 €, Originalteile (Turbolader, Steuerkette) kosten 2.000–8.000 €+. Freie Werkstätten sind günstiger, aber mit höherem Risiko.
- Weitere häufige Defekte: Öllecks (Ventildeckeldichtung, Turbolader-Leitungen), Turbolader- und Hochdruckpumpe-Probleme bei N55/N63, AGR-Kühler & DPF beim Diesel, Elektronikfehler (Motorkontrollleuchte, Parksensoren), knarzende Sitze und Heckklappe.
Mit konsequenter Wartung sind die meisten Probleme beherrschbar, sie treiben aber die Unterhaltskosten deutlich in die Höhe. Besonders die Luftfederung (falls vorhanden) verdient nach 100.000–120.000 km Aufmerksamkeit.
Baujahr & Motorisierung: worauf achten?
Die Probleme variieren je nach Baujahr. Das Facelift 2016 brachte Verbesserungen bei Elektronik, Geräuschkomfort und einigen mechanischen Komponenten.
| Zeitraum | Häufigste Probleme | Kaufempfehlung |
|---|---|---|
| 2013–2015 (Vor-Facelift) | Häufige Öllecks, Steuerkettenlängung (N55/N57), iDrive-Aussetzer, schlechte Dämmung, Thermostat & Wasserpumpe defekt um 100.000 km, AGR-Kühler beim Diesel. | Vorsicht ab ca. 150.000 km; immer vollständige Diagnose und Scheckheft verlangen. |
| 2016–2018 (Facelift) | Besseres Infotainment, verbesserte Dämmung, weniger Kettenprobleme. N55-Turbos bleiben anfällig, ZF-Getriebe kann undicht werden. | Deutliche erste Wahl; geringeres Risiko, trotzdem Luftfederung & DPF prüfen. |
Die frühen Baujahre 2013–2014 sammeln die meisten Reklamationen bei Motor (Ölverbrauch beim N63, HPFP & Injektoren beim N55) und Elektronik. Die N57-Diesel sind grundsätzlich haltbarer, aber sehr empfindlich gegenüber Dieselqualität. Die M50d mit drei Turboladern gab es in Deutschland nicht.

Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland
Der BMW X5 F15 ist auf dem Gebrauchtmarkt sehr gefragt: Tausende Angebote bei mobile.de, autoscout24.de & Co. Aktuelle Preisspanne (Stand 2026): ca. 18.000–28.000 € für 2013er mit hoher Laufleistung bis 38.000–55.000+ € für gut gepflegte 2017–2018er mit niedriger Laufleistung. Wichtige marktspezifische Hinweise:
- Karosserie-Zustand: Rost an Radläufen, Schwellern und Unterboden – besonders bei Fahrzeugen aus salzintensiven Wintern; schlechte Straßen belasten Fahrwerk (Dämpfer, Luftfedern).
- Scheckheft & Historie: Viele Leasing- und Dienstwagen; Laufleistung via CarVertical, DAT oder Gutachten prüfen; lückenloses Scheckheft oder BMW-Servicehistorie bevorzugen.
- Original- vs. Nachbau-Teile: Billig-Nachbauten führen oft zu Folgeschäden; bei kritischen Teilen immer Original verwenden.
- Wartungsintervalle: Ölwechsel alle 10.000–15.000 km (nicht die werksseitigen 30.000 km) – schont Kette und Turbo deutlich.
- Echte Laufleistung & Ausstattung: Durchschnitt 140.000–220.000 km; immer Vor-Ort-Check und Ausstattung (Panorama, adaptives Fahrwerk etc.) verifizieren.
- Import-Fahrzeuge: Viele aus NL, BE, AT – auf Unfall- und Wartungshistorie achten; Tageszulassungen und Re-Importe genau prüfen.
- Kraftstoff-Verteilung: Über 90 % Benziner; Diesel deutlich seltener und meist teurer.
Klima (Wintersalz, Sommerhitze) und Autobahn-Belastung beschleunigen Verschleiß an Dichtungen, Batterie und Fahrwerkskomponenten.
Budget für Wartung & Instandsetzung
Viele Schwachstellen lassen sich beheben – kostenintensiv. Rechnen Sie mit 3.000–12.000 € zusätzlich in den ersten 1–2 Jahren für ein solides Fahrzeug.
- Zusätzliche Dämmung: Komplett (Türen, Radläufe) — 800–2.500 €; deutlich leiser und komfortabler.
- Multimedia-Upgrade: CarPlay-Retrofit oder iDrive-Update — 500–1.800 €; Android-Nachrüstsystem — 1.200–3.000 €.
- Verbrauchsmaterial: Öl + Filter — 300–700 €; Steuerkette (falls nötig) — 3.000–7.000 € ab ca. 150.000 km.
- Rostschutz & Karosserie: Unterbodenschutz — 500–1.200 €; Schweller-Reparatur — 1.000–3.000 €.
- Fahrwerk: Stoßdämpfer — 1.500–3.500 € komplett; Luftfedern — 2.500–5.500 €.
- Sonstiges: Turbolader / HPFP — 3.000–8.000 €; AGR-/DPF-Reinigung — 800–2.000 €; Reifensatz — 1.200–2.500 €.
Realistisches Budget für gutes Exemplar: 28.000–45.000 € für 2016+ mit unter 140.000 km + 2.500–8.000 € für anstehende Wartung/Reparaturen im ersten Jahr. Jährliche Unterhaltskosten ca. 1.200–3.000 €.
Fazit & Kaufempfehlungen
Der BMW X5 F15 ist auch 2026 noch eine vernünftige Wahl – wenn man sorgfältig auswählt. Kraftvoll, komfortabel, wertstabil – aber mit typischen Premium-Kosten. Am besten das Facelift ab 2016 nehmen: weniger Schwachstellen, bessere Elektronik. Frühe 2013–2014er nur mit lückenloser Historie und unter 200.000 km in Betracht ziehen – hohes Risiko bei Kette und Turbo. Benziner xDrive35i bieten den besten Kompromiss; Diesel sparen Kraftstoff, sind aber seltener und empfindlicher gegenüber Dieselqualität.
Beim Check besonders auf Motor-/Getriebe-Diagnose, Rost- & Fahrwerkszustand, lückenlose Historie und echte Laufleistung achten. Probefahrt: auf ungewöhnliche Geräusche, Turbo-Ansprechverhalten, Bremsen und alle Elektronikfunktionen testen. Wenn möglich mit Gebrauchtwagengarantie oder bei BMW-Spezialisten kaufen. Bei konsequenter Pflege erreicht ein gut erhaltener F15 problemlos 250.000–350.000 km – aber rechnen Sie mit den typischen Kosten eines echten Premium-SUV.