
Dieses unter dem internen Kürzel G01 bekannte Modell lief von 2017 bis 2024 vom Band und genießt einen sehr guten Ruf als solider und fahrdynamischer Premium-Kompakt-SUV. Dennoch hat auch dieses Fahrzeug seine bekannten Schwachstellen. Besitzer in Deutschland berichten häufig über Probleme mit der Elektronik, dem Fahrwerk und bestimmten Motoren bei höheren Laufleistungen. In diesem Ratgeber gehen wir die wichtigsten Mängel durch, zeigen Unterschiede nach Baujahr, was das Facelift (LCI) 2021 verbessert hat, welche Reparaturkosten realistisch sind und worauf man beim Gebrauchtwagenkauf achten sollte. Für vollständige technische Daten, Innenraum-Bilder und Fahrberichte schauen Sie in unsere weiteren Beiträge.
Die wichtigsten Schwachstellen der Baureihe
BMW X3 G01-Fahrer nennen immer wieder dieselben typischen Mängel, die im Alltag auftreten. Das Fahrzeug schneidet in Zuverlässigkeitsrankings meist solide ab, doch viele Kritikpunkte hängen mit dem Premium-Anspruch zusammen: teure Teile und hohe Werkstattkosten. Die häufigsten Punkte:
- Verbrauch überdurchschnittlich hoch: Benziner (z. B. 2.0 B48) liegen real bei 9–12 l/100 km im Stadtverkehr, Diesel (B47) kommen auf 6–8 l, aber xDrive und Stau auf deutschen Autobahnen oder in Großstädten treiben den Verbrauch nach oben.
- Multimedia und Navigation in frühen Modellen veraltet: iDrive 6 vor Facelift reagiert träge, koppelt Smartphones nicht immer sauber, die Navigation wird ohne Update schnell unbrauchbar. Nach 2021 mit iDrive 7 deutlich besser, trotzdem lohnt ein Software-Update.
- Korrosion (regional): An Dachreling, Schweller und Radläufen kann es bei Streusalz-Einsatz im Winter zu oberflächlicher Rostbildung kommen. Werksseitiger Korrosionsschutz ist gut, aber nicht perfekt.
- Schwache Geräuschdämmung: Ab ca. 100–120 km/h dringt deutlich Roll- und Windgeräusch in den Innenraum, besonders bei den serienmäßigen Runflat-Reifen.
- Teure Wartung und Ersatzteile: Inspektion beim BMW-Service ab ca. 800–1.500 €, wichtige Teile wie Steuerkette oder Turbolader kosten schnell 2.000–6.000 €. Freie Werkstätten sind günstiger, aber mit höherem Risiko.
- Kleinigkeiten, die nerven: Knarzende Sitze, beschlagene Scheinwerfer, Fehlalarme der Einparkhilfe, sporadische Elektronikfehler (Motorkontrollleuchte, kabelloses Laden unzuverlässig).
Diese Mängel machen das Auto nicht unbrauchbar, erhöhen aber Komforteinbußen und Folgekosten. Das Fahrwerk hält bis ca. 80.000–100.000 km meist gut durch, danach werden Stoßdämpfer und Querlenker fällig.
Modelljahre und Varianten: worauf besonders achten
Die Probleme beim BMW X3 2017–2024 unterscheiden sich je nach Baujahr und ob das Facelift (LCI) 2021 vorhanden ist.
| Zeitraum | Häufige Schwachstellen | Empfehlung |
|---|---|---|
| 2017–2020 (vor Facelift) | Schwache Dämmung, analoges Cockpit, iDrive 6 mit Macken, Steuerketten-Dehnung bei B47/B48 ab 80–100.000 km, beschlagene Scheinwerfer, knarzende Sitze. | Vorsicht bei >150.000 km; Steuerkette und Elektronik unbedingt prüfen lassen. |
| 2021–2024 (Facelift / LCI) | iDrive 7 mit Digital-Cockpit, bessere Dämmung, weniger Software-Probleme. Runflat-Reifen weiterhin straff; vereinzelt Lenkrangierprobleme bei späteren Baujahren (mögliche Rückrufe). | Klare Empfehlung: deutlich ausgereifter und risikoärmer. |
Die frühen Baujahre 2017–2018 weisen die meisten Beschwerden zu Elektronik und Motoren auf. Die B47-Diesel sind grundsätzlich haltbar, aber sehr empfindlich gegenüber schlechter Kraftstoffqualität; der B48-Benziner ist spritzig, neigt aber ab ca. 100.000 km zu Ölkonsum. M40i-Modelle bieten starke Leistung, sind aber deutlich teurer im Unterhalt.
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland
Der BMW X3 G01 ist auf dem deutschen Gebrauchtmarkt sehr gefragt: viele Importe aus USA und EU, Preise bewegen sich derzeit etwa von 22.000–32.000 € für 2017–2019-Modelle bis 38.000–55.000+ € für Facelift-Exemplare 2022–2024 mit niedriger Laufleistung (Marktstand 2026). Wichtige Punkte:
- Karosserie-Zustand: Rost an Radläufen, Schweller und Unterboden prüfen — besonders bei Fahrzeugen aus salzintensiven Wintern. Schlechte Straßen und Schlaglöcher belasten das Fahrwerk stark.
- Wartungshistorie: Viele Leasing- und Dienstwagen — Laufleistung via Gutachten (CarVertical, DAT etc.) und vollständiges Scheckheft mit Rechnungen prüfen.
- Originalteile: Billige Nachbauten aus Fernost bergen Risiken. Originalteile sind teurer, halten aber deutlich länger.
- Ölwechsel-Intervalle: BMW gibt 15.000–30.000 km an — in der Praxis empfehlen Fachwerkstätten alle 10.000–15.000 km, um Schlammbildung und Kettenprobleme zu vermeiden.
- Echte Laufleistung: Durchschnitt bei Gebrauchten liegt bei 90.000–160.000 km; immer vollständigen OBD-Scan machen.
- Import & Papiere: Alle Unterlagen genau kontrollieren — Risiken bei grauen Importen oder Zulassungsproblemen.
- Marktangebote: Sehr viele Angebote bei mobile.de, autoscout24.de, aber ca. 30–40 % haben versteckte Mängel. Finger weg von US-Importen ohne lückenlosen Nachweis (Unfall- oder Wasserschaden).
Deutsches Klima (kalte Winter mit Salz, heiße Sommer) beschleunigt Verschleiß von Leder und Batterie. Autobahnen und Landstraßen mit Schlaglöchern belasten das Fahrwerk zusätzlich.

Budget für Wartung und Nachbesserungen
Viele Schwachstellen des BMW X3 III lassen sich beheben — allerdings nicht zum Nulltarif. Rechnen Sie mit 2.500–8.000 € in den ersten 1–2 Jahren, um das Fahrzeug wirklich top herzurichten.
- Verbesserte Dämmung: Komplettmaßnahme — 1.200–3.000 € (Radläufe, Türen); deutlich leiser und komfortabler.
- Multimedia-Update: Software-Upgrade — 300–800 €; Android-Nachrüstung — 800–2.000 €.
- Verbrauchsmaterial: Öl + Filter — 300–600 €; Steuerkette — 2.500–5.000 € (nach 100.000 km).
- Korrosionsschutz / Reparatur: Unterbodenschutz — 600–1.200 €; Schweller-Reparatur — 1.000–3.500 € falls nötig.
- Fahrwerk: Stoßdämpfer — 1.200–2.800 € pro Achse; Querlenker — 600–1.500 €.
- Sonstiges: Runflat gegen konventionelle Reifen — 900–2.000 €; Elektronik-Reparatur — 400–1.800 €.
Realistisches Budget für ein gutes Exemplar: 32.000–48.000 € für einen 2021+ mit unter 100.000 km + 2.000–5.000 € für erste Wartung und Nachbesserungen. Jährliche Inspektion in der Fachwerkstatt ca. 600–1.200 €.
Fazit & Kaufempfehlung
2026 ist der BMW X3 G01 nach wie vor eine der vernünftigeren Entscheidungen im gebrauchten Premium-Kompakt-SUV-Segment — vorausgesetzt man wählt mit Bedacht. Er bietet tolle Fahrdynamik, gute Wertstabilität und ein hochwertiges Interieur, verlangt aber Respekt vor den typischen Premium-Unterhaltskosten. Klare Favoriten sind die Facelift-Modelle 2021–2024: weniger Schwachstellen, modernere Technik, bessere Verarbeitung. Frühe 2017–2018 mit über 150.000 km nur mit absolut lückenloser Historie kaufen. Diesel (xDrive20d/30d) sparen Kraftstoff, Benziner machen mehr Spaß, aber Ölkonsum im Auge behalten.
Bei der Besichtigung unbedingt: vollständigen Motor- und Elektronik-Scan, Unterboden- und Rostkontrolle, Fahrwerksprüfung, lückenlosen Serviceheft-Nachweis und echte Laufleistung checken. Probefahrt: auf ungewöhnliche Geräusche achten, Lenkung testen (spätere Rückrufaktionen möglich), Bremsen und alle Systeme prüfen. Wenn möglich mit Händlergarantie oder Gebrauchtwagen-Zertifikat kaufen. Bei guter Pflege und realistischen Erwartungen läuft ein gut erhaltener X3 G01 problemlos 200.000–300.000 km, bevor größere Investitionen anstehen — aber Premium-Kosten bleiben Premium.