
Wie jedes Fahrzeug mit 7–8 Jahren auf dem Buckel hat auch diese Generation ihre typischen Eigenheiten und potenziellen Schwachstellen, die man vor dem Kauf kennen sollte. Hier die am häufigsten genannten Kritikpunkte von Besitzern und Gebrauchtwagenkäufern in Deutschland.
Für die vollständige Modellübersicht, technische Daten und Innenraum-Details schauen Sie in die weiteren Teile der Serie.
Wichtigste Schwachstellen & generationsspezifische Merkmale
Kraftstoffverbrauch. Die Dieselversionen 2.2 CRDi (ca. 200 PS) liegen im Alltag meist bei 7,5–9,5 l/100 km kombiniert (Autobahn/Stadt/Winter oder Stau). Die Benziner 2.5 MPI (180 PS) verbrauchen realistisch 9,5–11,5 l/100 km, im Stadtverkehr mit Klimaanlage und Winterbetrieb schnell 12–14 l. Die Hybridversionen 1.6 T-GDi HEV erreichen die besten Werte (ca. 6,0–7,5 l), sind aber auf dem deutschen Gebrauchtmarkt noch deutlich unterrepräsentiert.
Geräuschdämmung. Vor-Facelift-Modelle (2018–2020) haben eine spürbar dünnere Werksdämmung: Ab ca. 130–140 km/h sind Radkästen, Reifen und Windgeräusche deutlich hörbar. Das Facelift 2020–2021 brachte mehr Dämmmaterial – eine klare Verbesserung –, doch auch danach bleibt der Innenraum bei schlechten Fahrbahnen und hohem Tempo nicht wirklich leise.
Infotainment & Navigation. Das ursprüngliche 8-Zoll-System (2018–2020) wird häufig für träge Bedienung, veraltete Optik und teils ungenaue Werksnavigation kritisiert. Der 10,25-Zoll-Bildschirm ab Facelift reagiert deutlich flotter, trotzdem gibt es vereinzelt Berichte über gelegentliche Hänger, Update-Probleme und kleinere Android Auto / Apple CarPlay-Unstimmigkeiten.
Innenraum-Materialien & Verschleiß. Die Klavierlack-Applikationen zerkratzen und verschmieren schnell. Die Fahrersitz-Flanken und Sitzwangen zeigen bei 130.000–180.000 km oft deutliche Abnutzungsspuren. Türverkleidungen und Mittelkonsole können bei Kälte oder nach Reinigung anfangen zu knarzen.
Teilepreise. Originalteile (Common-Rail-Injektoren, Hochdruckpumpe, Zweimassenschwungrad, Turbolader-Steller) sind teuer. Glücklicherweise gibt es hochwertige Nachbauten von Lemförder, CTR, Bosch, Gates & Co. reichlich – und die senken die Reparaturkosten massiv.
Baujahr & Ausstattung – worauf besonders achten
2018–2019 (Vor-Facelift). Frühe Exemplare haben häufiger:
- schwächere Dämmung;
- langsames 8-Zoll-Infotainment;
- 2.4 MPI oder frühen 2.2 CRDi mit weniger ausgereifter Abgasnachbehandlung;
- Automatik der ersten Serie (manchmal ruckartige Schaltvorgänge bei kaltem Getriebe).
2020 – Übergangsjahr. Teils schon mit Update-Teilen, teils noch nicht.
2021–2023 (Facelift). Deutlich ausgereifter:
- bessere NVH-Dämmung;
- 10,25-Zoll-Touchscreen + 12,3-Zoll-Digitalcockpit;
- Smartstream 2.2 CRDi mit optimierter Einspritzung und AdBlue-System;
- überarbeitetes 8-Gang-Automatikgetriebe (Ventilsteuerblock & Software).
Die Hybridversionen (HEV) 2021–2023 sind auf dem deutschen Gebrauchtmarkt selten und erfordern eine sehr genaue Prüfung von Hochvoltbatterie und Kühlsystem.

Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland
Der Großteil der angebotenen Santa Fe TM stammt aus EU-Import (v. a. Niederlande, Belgien, Polen, Frankreich, Italien) oder aus deutschen Leasing- und Flottenrückläufern. Viele Fahrzeuge kommen aus Ballungsräumen wie Berlin, München, Hamburg, Rhein-Main, NRW und Stuttgart-Region.
Karosserie-Zustand. Radkästen, Schweller, untere Türbereiche und Heckklappe sind die klassischen Rostfallen – besonders bei Fahrzeugen aus salzintensiven Wintern oder Küstennähe. Modelle 2018–2020 zeigen häufiger Rost, wenn keine Unterbodenpflege erfolgte.
Kilometerstand. Manipulationen um 30.000–80.000 km sind leider immer noch weit verbreitet. Unbedingt prüfen: HU/AU-Berichte, Serviceheft, CarVertical/AutoDNA/ DAT-Report, Carfax (bei US-Fahrzeugen) sowie physische Abnutzungsspuren (Pedale, Lenkrad, Sitze, Innenraum).
Wartungshistorie. Fahrzeuge mit lückenloser Scheckheft-Historie bei Hyundai-Vertragshändlern oder bekannten freien Spezialisten sind deutlich vertrauenswürdiger und erzielen bessere Wiederverkaufspreise.
Was sich beheben lässt & typischer Aufwand für guten Zustand
Fast alle typischen Schwachstellen sind gut korrigierbar:
- zusätzliche Dämmung Radkästen, Boden, Türen, Spritzwand – einer der lohnendsten Umbauten;
- Software-Update Infotainment oder Nachrüstung Android-basiertes Headunit;
- Lederaufbereitung / -erneuerung Sitze & Lenkrad;
- Tausch Stabilisatoren, Buchsen, Silentlager Hinterachse (meist ab 100–140 Tkm fällig);
- Unterbodenschutz / Hohlraumkonservierung;
- Getriebeöl- & Filterwechsel alle 50–70 Tkm.
Geschätzter Zusatzaufwand, um das Fahrzeug auf sehr guten Stand zu bringen (je nach Ausgangszustand und Werkstatt):
- minimal – Optik + Inspektion;
- mittel – Dämmung + Fahrwerk + Unterbodenschutz;
- umfassend – alles oben + Innenraum-Refresh + neues Infotainment.
Auf dem deutschen Gebrauchtmarkt ist es realistisch, je nach Baujahr, Kilometerstand und Zustand einen mittleren bis hohen vierstelligen Euro-Betrag zusätzlich einzuplanen.
Fazit & Kaufempfehlung
2026 bleibt der Hyundai Santa Fe IV (TM) 2018–2023 eine sehr vernünftige Wahl im Gebraucht-SUV-Segment – vorausgesetzt, man sucht sorgfältig aus und kennt die typischen Eigenheiten. Die ausgereiftesten und meist problemlosesten Exemplare sind die Facelift-Modelle 2021–2023 mit 2.2 CRDi (ca. 200 PS), 8-Gang-Automatik und HTRAC-Allrad (sofern vorhanden).
Bei Besichtigung und Probefahrt besonders prüfen:
- Getriebeverhalten kalt und warm (keine Rucker, Verzögerungen, Schaltstöße);
- Zustand Turbolader, AGR & AdBlue-System (Diesel);
- keine Nebengeräusche Fahrwerk bei kleinen Unebenheiten;
- einwandfreie Funktion aller Assistenzsysteme, Kameras und Sensoren;
- Lackzustand, Hohlräume, Schweißnähte im Motorraum und Radkästen;
- Innenraum-Verschleiß als Kilometerstand-Kreuzkontrolle.
Mit lückenloser Historie, nachweisbarer Wartung und solider Technik gehört der Santa Fe TM 2018–2023 nach wie vor zu den wertstabilsten und vernünftigsten Optionen unter den gebrauchten Mittelklasse-SUV in Deutschland.