
BMW geht in der aktuellen Transformation der Automobilindustrie einen eigenen Weg. Der Hersteller hat klargestellt, dass Verbrennungsmotoren langfristig Teil seiner Modellpalette bleiben. Diese Position wurde von Jochen Goller, dem für Vertrieb und Strategie verantwortlichen Manager, vertreten.
„Sie werden niemals verschwinden“
Die Aussage fiel in einem Interview mit der indischen Publikation Autocar und war unmissverständlich: „Verbrennungsmotoren werden niemals verschwinden. Niemals.“ Eine solche Klarheit ist in der Branche selten. Goller machte deutlich, dass BMW nicht an ein Szenario mit ausschließlich Elektrofahrzeugen glaubt.
Dies entspricht der offiziellen Strategie des Unternehmens. Benzin- und Diesel-Fahrzeuge bleiben in vielen Märkten weltweit gefragt.
Die Drei-Wege-Strategie
Was bedeutet das für das Modellprogramm? BMW wird drei Haupttypen von Fahrzeugen anbieten:
- reine Elektrofahrzeuge,
- klassische Benzin- und Diesel-Versionen,
- Hybride sowie alternative Antriebe wie Wasserstoff-Fahrzeuge.
Die Marke setzt auf flexible Plattformen, die es ermöglichen, denselben Karosserietyp mit verschiedenen Antrieben zu kombinieren. Dieser Ansatz reduziert Entwicklungskosten und bietet dem Kunden echte Auswahlmöglichkeiten.
Anders als die Wettbewerber
Im Unterschied zu Mercedes-Benz und Porsche, die separate Linien für Elektro- und Verbrennungsmotoren entwickelt haben, verwendet BMW dieselbe Designsprache unabhängig vom Antrieb. Der Kunde muss keine Abstriche beim Design machen.
Und die Umwelt?
Man kann einwenden, dass die Welt in Richtung Null-Emissionen strebt und BMW gegen den Strom schwimmt. Doch es gibt Nuancen. Vorschriften wie Euro 7 sind extrem streng geworden, sodass viele Ingenieure sie als realitätsfern kritisieren. Zudem haben Elektrofahrzeuge einen erheblichen ökologischen Fußabdruck durch die Batterieproduktion, und in vielen Ländern stammt der Strom noch immer aus fossilen Energieträgern.
Preise und Relevanz
Ein durchschnittliches BMW-Elektroauto wie der i4 oder iX startet bei 55.000 bis 70.000 Euro. Die Benzin-Versionen der gleichen Modelle beginnen hingegen bei etwa 40.000 bis 45.000 Euro. Dieser Unterschied macht Verbrennungsmotoren in vielen Märkten noch lange attraktiv.
Die Aussagen Gollers unterstreichen den Wert von Antriebsvielfalt, um den unterschiedlichen globalen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden.