Warum Plug-in-Hybride weniger zuverlässig sind als erwartet | Auto-News Deutschland — automotive24.center

Sind Plug-in-Hybride wirklich so zuverlässig, wie wir dachten?

Plug-in-Hybridfahrzeuge galten lange als idealer Kompromiss zwischen klassischen Verbrennern und reinen Elektroautos

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Man ging davon aus, dass sie die Vorteile beider Ansätze vereinen und die praktischen Einschränkungen minimieren. Doch die gesammelten Erfahrungsdaten aus dem Alltag zeigen, dass diese Bauweise erhebliche technische Konsequenzen mit sich bringt.

Das Konzept des Plug-in-Hybrids und seine Besonderheiten

Ein Plug-in-Hybrid verfügt über zwei vollwertige Antriebssysteme: einen klassischen Benzinmotor und einen elektrischen Antrieb mit Traktionsbatterie. Der elektrische Teil wird für kurze Strecken genutzt, vor allem im Stadtverkehr, während der Verbrennungsmotor für größere Reichweiten ohne Abhängigkeit von Ladeinfrastruktur sorgt. Theoretisch wirkt dieses Konzept universell, in der Praxis jedoch macht es das Fahrzeug deutlich komplexer.

Ergebnisse der Zuverlässigkeitsstudien

Die Studie von Consumer Reports, basierend auf Daten von rund 380.000 Fahrzeugen der Baujahre 2000–2025, ergab, dass Plug-in-Hybride etwa 80 % mehr Defekte aufweisen als Fahrzeuge mit reinem Verbrennungsmotor. Ein ähnlich hohes Problemniveau wurde auch bei rein elektrischen Modellen festgestellt.

Bei mehr als der Hälfte der in der Studie vertretenen Hersteller waren ausgerechnet die Plug-in-Hybrid- oder Elektrovarianten die am wenigsten zuverlässigen Modelle. Die häufigsten Beschwerden betreffen Batterien, Ladesysteme und Komponenten des elektrischen Antriebs.

Typische Defekte und ihre Folgen

In der Praxis betreffen die Probleme von Plug-in-Hybriden meist mehrere Baugruppen gleichzeitig:

  • Traktionsbatterien und Kühlsysteme;
  • Lademodule und Leistungselektronik;
  • Elektromotoren und Steuergeräte;
  • Verknüpfung des Hybridsystems mit dem Getriebe.

Ein zusätzlicher Faktor sind die hohen Reparaturkosten, da Hybridkomponenten teuer sind und spezialisierte Wartung erfordern. Das erhöht die Gesamtkosten für die Besitzer und beschleunigt den Wertverlust der Fahrzeuge.

Beispiele für problematische Modelle

Unter den kompakten SUVs wird besonders häufig der Ford Escape PHEV genannt, bei dem Batterieausfälle, Ladeprobleme und Elektronikdefekte typisch sind. Bei Jeep Wrangler 4xe und Grand Cherokee 4xe konzentrieren sich die meisten Probleme ebenfalls auf den Hybridteil des Antriebsstrangs.

Im Segment der größeren Crossover erhalten Mazda CX-90 PHEV und Volvo XC60 PHEV negative Bewertungen wegen Getriebeproblemen, Bremsstörungen, Ausfällen der Klimaanlage sowie Softwarefehlern, die die Geschwindigkeit auf 42 km/h begrenzen können.

Fazit

Der Anstieg der Defekte bei Plug-in-Hybriden ist systembedingt und hängt direkt mit der hohen konstruktiven Komplexität dieser Fahrzeuge zusammen. Die Kombination zweier Antriebssysteme vervielfacht potenzielle Ausfallpunkte und erschwert die Wartung. Angesichts dieser Daten wird klar, dass Zuverlässigkeit und technische Einfachheit erneut zentrale Bedeutung für die Automobilbranche gewinnen.